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Mutter

 

Als meine älteste Schwester geboren wurde, war das Dritte Reich gerade ein halbes Jahr alt. Meine Mutter erhielt nun den Besuch einer Dame aus dem Dorf, einer guten Bekannten. Damals war diese Dame noch eine gute Bekannte, das hat sich aber dann gegeben. Diese Dame fragte nun meine Mutter, wie sie denn nun das Mädchen benennen würde. Meine Mutter wußte, daß der Mann dieser Dame ein Nazi war und sie also wahrscheinlich auch, und gab dieser Dame deshalb die Antwort: Ach, wir werden sie vielleicht Adolphine Hitlericke nennen. Die Dame war sich natürlich sofort gewahr, daß Meine Mutter sie veräppeln wollte und war dementsprechend pikiert.

Da gibt es eine zweite Geschichte mit der Namensgebung von Kindern. Als der Sohn geboren wurde, wollte meine Mutter ihn nach seinen Großvätern nennen: Gottfried-Leopold. Und gemäß Erzählungen meiner Mutter, hätte dann mein Vater zu Bedenken gegeben, daß das gefährlich sein könnte, denn dann könnte es passieren, daß ihr Sohn, wenn er groß ist, sie erschlägt.

Mein Vater hat mir einmal erklärt, wie der erste Teil meines Namens ausgesprochen wird, in Englisch, oder eher in Amerikanisch, und das war bestimmt nicht so, wie meine Mutter ihn aussprach.

Ich hatte also eine klare Vorstellung, welchen Teil meines Namens meine Mutter vorzog, und welchen Teil meines Namens mein Vater bevorzugte.

Mein Vater war nicht sehr gut darin, sich Namen zu merken. Wir besuchten einmal meine Schwester, und mein Vater wollte die Aufmerksamkeit seines Enkels auf sich lenken, hatte aber Schwierigkeiten, weil er sich an den Namen seines Enkels nicht erinnern konnte.

Meine Mutter hat immer wert darauf gelegt, daß der Name ihres Sohnes voll ausgesprochen wird. Wenn Besucher zu uns kamen, und nach einer Person fragten, die Frank hieß, dann sagte ihnen meine Mutter, so eine Person gibt es hier nicht. Im Flucht-Tagebuch hat sie auch, meistens, den vollen Namen geschrieben, aber an einigen Stellen hat sie dann doch nur den zweiten Teil des Namens geschrieben. Man kann das schön feststellen, wenn ein Text digitalisiert ist und man eine Suchmaschine einsetzt. Aber es wäre ihr sicherlich nicht passiert, daß sie nur den ersten Teil des Namens geschrieben hätte.

Meine Schwester erzählte mir einmal, daß meine Mutter im Dritten Reich Ahnenforschung betrieben hätte, und daß sie herausgefunden hätte, daß es da zwei Juden gegeben hätte. Und dann sagte sie zu mir, aber erzähl das keinem.

Die Geschichte war eigentlich nicht neu für mich. Was ich aber interessant fand, war daß meine Schwester mich aufforderte, dies keinem zu erzählen. Warum tat sie das? Ich hatte dafür damals kaum Verständnis, warum ich das keinem erzählen sollte.

Als dieses Dritte Reich, das Tausendjährige Reich, nach nicht 1000 Jahren, sonder nach 12 Jahren, zu einem Ende gekommen war, hatte meine Schwester 6 Schuljahre hinter sich und das in einem System, von dem sie sich sehr bewußt war, daß es ihr und ihrer Familie feindlich gegenüber gesinnt war, und das hatte wohl auch zur Folge, daß sie in einer Atmosphäre der Bedrückung und der Angst aufwuchs, und sich der üblen Macht dieses Systems bewußt war, und vielleicht auch spürte, daß diese System nicht einfach dadurch verschwindet, daß es militärisch besiegt ist, denn die Menschen des Systems leben ja zum Teil weiter und verschwinden nicht so einfach, so wie ein Regierungssystem verschwindet.

Meine Schwester hat also 12 Jahre im zwölfjährigen Reich gelebt und ist sechs Jahre darin zur Schule gegangen. Ich selbst habe sechs Jahre, also in national-sozialistischer Wirklichkeit 500 Jahre im Tausendjährigen Reich gelebt, und bin dort nicht zur Schule gegangen, habe also diese Atmosphäre der Unterdrückung und Hypnotisation in deren Schulen nicht kennengelernt, und hatte deshalb wohl auch wenig Gefühl für die Situation meiner Schwester.

Und dieses Gespür dafür, daß so ein System nicht einfach verschwindet, entspricht genau der Wirklichkeit, denn das System von Hitler und das System von Stalin beruhen ja beide auf einem höheren, übergreifendem System, das des Atheismus, und der ist ja nicht nur weiterhin am bestehen, sonder am wachsen, und das recht stark.

Und daß sich der Kommunismus und der National-Sozialismus gegenseitig bekämpfen, ist je nur ein Beweis dafür, daß sie zum gleichen System gehören, dem System des Streites, der Uneinigkeit, des Bösen.

Und das wiederum macht es auch verständlich, daß sich die verschiedenen Konfessionen, die verschiedenen Sekten, gegenseitig bekämpfen und miteinander im Streit liegen, denn sie gehören ja zum gleichen System, das Gott bekämpft, und dem Regiment des Antichristen angegliedert ist und von ihm erfunden wurde.

Diese beiden Systeme von Stalin und Hitler waren ja nur Vorspiele von dem, was am kommen ist. Der wahre Atheismus wird sich ja erst zeigen in seiner ganzen Grausamkeit. Die Vorhersagen der Seher beschreiben es recht schön.

Und diese kommenden Ereignisse sind natürlich mit ein Grund, warum ich mich mit dem Inhalt dieser Website beschäftige. Wie ein totalitäres System funktioniert, kann recht hilfreich sein zu wissen, wenn man nicht mitmachen will und wenn man nicht den Weg in den Abgrund gehen will.

Heute bezeichnet man ja einen Juden als Juden, weil er jüdische Vorfahren hat. Aber das ist natürlich der falsche Ansatz, denn die Definition eines Juden wird vom Urgroßvater Davids gegeben. Er, Boas, sagt, über seine zukünftige Frau Ruth, in Ruth 2,11-12:

Es ist mir angesagt alles, was du hast getan an deiner Schwiegermutter nach deines Mannes Tod: daß du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und bist zu meinem Volk gezogen, das du zuvor nicht kanntest. Der Herr vergelte dir deine Tat, und dein Lohn müsse vollkommen sein bei dem Herrn, dem Gott Israels, zu welchem du gekommen bist, daß du unter seinen Flügeln Zuversicht hättest.

Derjenige ist ein wahrer Jude, der zum Herrn kommt, zu dem Gott Israels. Also sind alle wir, die wir zum Herrn gekommen sind, die wahren Juden.

Als Gott zur Erde kam und seine Kinder besuchte, haben die Führer der Kinder Gottes ihn verfolgt und ans Kreuz genagelt und deshalb sind die die wahren Kinder dieses Gottes diejenigen, die nicht den Klerikern folgen, sondern diejenigen, die sich unter den Flügeln des Herrn bergen, des Gottes Israel.

Ich hatte nun auch, mindestens, zwei Lehrer, die Nazis waren. Die waren wohl entnazifiziert worden, aber das war für die nur eine Formsache, um wieder in ihrem Beruf arbeiten zu können, in Wirklichkeit hatte sich da nichts geändert, und sie wahren durchaus fähige Lehrer, aber an manchen Situationen gaben sie dann sehr klar zu verstehen, was ihre Gesinnung war. Aber das war deren Ansicht, und wurde von mir als einfach eine Sache betrachtet, die bei vielen Menschen um mich so war. Aber da gab es keinen politischen Willen der Schulbehörden oder des Staates mehr, uns negativ zu beeinflussen, im Gegenteil, ich kann mich daran erinnern, wie wir beliebte klein Bleyle- Kalender, oder wie sie geheißen haben mögen, nahmen und all die national-sozialistischen Einträge dort mit schwarzer Tinte übermalten. Heute hätte ich diese Information gerne, um mich über so schöne Titel wie Obergruppenführer oder Obersturmbannführer lustig zu machen.

Wie man aus diesem Text ersehen kann, habe ich diese Angewohnheit meiner Mutter übernommen, Schlagworte der Nazis zu nehmen und sie gegen sie zu verwenden, sie zu veräppeln. Es ist eine Art, sich von einem falschen System nicht hypnotisieren zu lassen.

So war zum Beispiel der Titel "Größter Führer aller Zeiten" bei meiner Mutter und bei mir beliebt, natürlich in der Kurzfassung: Gröfatz.

Meine Mutter kannte die Beliebtheit von Titeln und gab Leuten gerne Titel, meistens in stark überhöhter Form, wie einen Postboten Herrn Postrat zu nennen.

Ich bringe nun Auszüge von Webpages.

Es folgt ein Auszug aus "Buch des Lebens" aus dem Buch "Die Imitationskirche" von Frank L. Preuß.

Meine Mutter war in einer ähnlichen Situation die Mut erforderte. Das üble System in dem wir lebten erlaubte seinen Leuten nicht, aus dem Kampfgebiet zu fliehen. Das Motto war, daß jeder Quadratmeter Bodens zu verteidigen sei und niemals aufgegeben werden dürfe, auch nicht von der Zivilbevölkerung. Ungehorsam wurde mit dem Tode bestraft. Die zwei wahrscheinlich größten und bösartigsten Armeen in der Geschichte der Menschheit bekämpften miteinander und wir waren da mittendrin. Am Sonntag entschied sich meine Mutter, uns alle zu nehmen und das Gebiet zu verlassen. Als sie dies tat, war sie sich durchaus bewußt, daß sie es riskierte, von den Amtsträgern dieses Systems in dem wir lebten gehängt zu werden; sie hatte aber, genau so wie mein Vater, in all diesen Jahren der Diktatur moralischen Widerstand gegen Leute praktiziert, die auf üblen Wegen wandelten. Risikos einzugehen war also normale Praxis. Als diese Funktionäre dann meine Mutter in einem Standgericht zum Tode verurteilten, beschuldigte sie diese "Richter" ihre Arbeit nicht richtig getan zu haben, denn, so sagte sie ihnen, sie hätten alle Menschen die mit ihr waren auch zum Tode verurteilen sollen und nicht nur sie, denn sie alle hätten das gleiche Verbrechen begangen wie sie. Diese anderen Menschen waren ihre Mutter - meine Großmutter - und wir Kinder. Sie sagte ihnen auch, sie sollten lieber den Feind bekämpfen und damit der Zivilbevölkerung helfen, die versuchte, zu entkommen, und nicht die eigenen Leute bekämpfen und sie daran hindern, dem Kampfgebiet zu entrinnen. Diese "Richter," nachdem sie die mutigen Worte meiner Mutter gehört hatten, verloren das bißchen Courage das sie noch hatten und gaben auf und sagten meiner Mutter, sie solle man weiterziehen weg vom Kampfgebiet. Nun gerade vor ein paar Tagen, Jahrzehnte nach diesen Geschehnissen, erhielt ich einen Bericht über einen Mann, der auch nicht die Befehle der Funktionäre der damaligen Zeit befolgte. Er aber ging nicht so weit wie meine Mutter. Er war der Manager eines großen landwirtschaftlichen Betriebes in unserem Gebiet und als das Kampfgebiet sich näherte, begann er, Vorbereitungen für all die Menschen unter seiner Leitung zu treffen, den Betrieb zu verlassen. Der Bericht sagt, daß sogar jeder Gedanke an Flucht offiziell verboten war. Er tat es deshalb heimlich. Dieses jedoch blieb kein Geheimnis. Die sehr gut organisierte Diktatur erfuhr davon. Ihm wurde befohlen zur Gebietsverwaltung zu kommen und dort wurde ihm befohlen, alle Vorbereitungen rückgängig zu machen. Sollte er diesen Befehl nicht befolgen, würde er standrechtlich erschossen. Dieser Mann gehorchte auch nicht diesem Befehl. Das Wohlergehen all der Menschen unter seiner Leitung war ihm wichtiger als sein eigenes Leben. Er war ein mutiger Mann. Dieser Bericht nun sagt, daß der Räumungsbefehl für die Zivilbevölkerung dieses Gebietes, das Gebiet das auch unser Gebiet war, am Sonntag kam, und befahl, am nächsten morgen um 8 Uhr mit der Räumung zu beginnen. Dieses nun war Montag morgen acht Uhr. Dieser Bericht sagt auch, daß dieser Termin viel zu spät war. Es gelang ihnen am Montag Nachmittag um vier Uhr loszuziehen. Unsere Abreise geschah eine Tag früher, am Sonntag, da meine Mutter den Befehl zu bleiben, ignoriert hatte. Dieser Mann und seine ganze Gruppe ignorierten nur den Befehl, nichts vorzubereiten, hielten sich aber an den Befehl, nicht loszuziehen und starteten erst, nachdem es ihnen erlaubt war. Wir starteten am Sonntag, und sie am Montag, einen Tag später. Dieser eine Tag Unterschied war dann allerdings recht bedeutend.

Wir bewegten uns gerade in die Richtung Sicherheit und Freiheit. Sie konnten dies aber schon nicht mehr tun, sie waren eingekesselt worden. Sie zogen deshalb in Richtung Meer und dort kamen sie nicht weiter. Kaltes Wetter war eingetreten und das Wasser begann zu frieren und Menschen begannen, die sich auf dem Wasser bildende Eisschicht als Fluchtweg zu benutzen, viele aber sanken in das eiskalte Wasser und ertranken oder erfroren. Dieser Mann aber und seine Gruppe waren stark genug dieser Versuchung zu widerstehen und sie warteten bis die Eisschicht stark genug war sie zu tragen. Leute ihrer Gruppe starben, aber die meisten waren erfolgreich und erreichten die andere Seite der Bucht und entkamen.

Andere Leute, besonders die die keine Vorbereitungen getroffen hatten, gingen noch später los oder bewegten sich überhaupt nicht. Viele von ihnen wurden gefangen und viele wurden von den einfallenden Truppen getötet. Und die getötet wurden, wurden von den Überlebenden als Menschen betrachtet, die Glück gehabt hatten, denn ihr eigenes Schicksal war schlimmer. Das Leiden war schrecklich, und die die Folterung überlebten, und Vergewaltigung und Hunger, sahen einer jahrzehntelangen Versklavung entgegen.

Ich hatte also Glück gehabt. Daß meine Mutter sich vom Geist leiten ließ, verursachte, daß ich dieser schlimmen Zeit ohne Leiden entkam. Ich litt niemals Hunger, wurde niemals gefangen genommen, niemand wurde getötet, auch nicht einmal verletzt, ich erlitt keine Erfrierungen. Eines Tages unseres Entkommens, und nach einem langen Marsch, fanden wir einen Ruheort auf einem Marktplatz und planten, mindestens einen Tag dort auszuruhen. Aber plötzlich sagte meine Mutter allen, sie sollten wieder packen und weiterziehen. Sie traf auf Widerstand, setzte sich dann aber durch, und alle begannen, widerwillig, wieder aufzubrechen - sie kannten meine Mutter. Stunden später, nachdem wir etliche Kilometer zwischen uns und diesem Markt gelegt hatten, erhielten wir den Bericht, daß der Marktplatz wo wir gewesen waren das Ziel eines militärischen Angriffes des Feindes geworden war und daß Artilleriebeschuß und Luftangriffe dort viel Schaden angerichtet hatten und Viele getötet und verletzt worden waren. Und uns war nichts passiert.

Warum nicht? Weil meine Mutter Zugang zum Buch des Lebens hatte. Sie erhielt, unbewußt, Information über die Zukunft. Und nicht nur das, sie nutzte auch diese Information und handelte entsprechend.

In dieser Zeit des Krieges wurden Millionen getötet. Und was passierte mir?

Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Psalm 91,7.

Es traf mich niemals. Am dichtesten kam ich an militärische Kampfhandlungen heran, als eines Tages ein tiefes Dröhnen in der Luft und der Himmel voller Flugzeuge war. Aber das war alles. Ich sah niemals einen toten Menschen.

Der Herr schützt mich vor jeder Gefahr.

Denken Sie also an die Schrift die da sagt, "Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen."

In der Apostelgeschichte 4,19 finden wir eine ähnliche Aussage: Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob es vor Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen denn Gott.

Je mehr wir den Eingebungen des Geistes nachgeben, je mehr werden wir Gott gehorchen und seine Stimme hören und Informationen aus dem Buch des Lebens erhalten.

Meine Mutter wurde vom Geist geleitet. Ein Nebenprodukt hiervon war, daß sie Losgelöstsein und inneren Abstand praktizierte. Nun wie kann ich das wissen? Ich war nur ein Kind und wie könnte ich so eine geistige Einstellung beurteilen? Ich weiß es deshalb, weil meine Mutter ein Tagebuch führte. Und dieses steht heute zur Verfügung. In dieser Zeit höchster Anspannung, einer Zeit der Verfolgung durch unsere eigenen Leute und brutaler Angriffe von der Seite des Feindes, und das unter rauhen Wetterbedingungen wie strengem Frost und Schneesturm und chaotischen Verkehrsverhältnissen mit Straßen voller Militär und Flüchtlingen, einer Zeit des ständigen Planens von Fluchtwegen und des Organisierens der elementarsten Lebensnotwendigkeiten wie Nahrungsmittel und, wenn möglich, Unterkunft, nahm sich meine Mutter die Zeit, jeden Abend sich hinzusetzen und die Ereignisse des Tages aufzuschreiben. Sie war distanziert. Sie spielte ganz bestimmt nicht die Rolle eines Opfers. Sie war fähig, zurückzutreten und zwischen sich und den Ereignissen eine Distanz zu erhalten. Sie war wie eine Löwin die für ihre Jungen kämpft und das ohne ihre Beherrschung zu verlieren.

Als ich jung war habe ich oft gedacht, daß unsere Familie nach Amerika hätte gehen sollen, nachdem die Diktatoren die Macht im Land ergriffen hatten. Mein Vater hatte in Amerika gelebt und es wäre ein Leichtes für ihn gewesen, einfach dorthin zurückzugehen und uns mitzunehmen. Wir hätten dann nicht nur das Leben in einem totalitären Staat vermieden, sondern auch das Leben in einem Krieg und Zerstörung und den Verlust des Eigentums. Worum aber geht es im Leben? Wir lernen zu wachsen - geistig zu wachsen - und die Geschehnisse des Lebens zu diesem Zweck zu benutzen. Dadurch daß meine Eltern in dem Lande blieben, hatten sie die Gelegenheit, daß ihre Courage einer extremen Prüfung unterzogen wurde, unter Bedingungen einer tödlichen Opposition ihnen gegenüber von einer Organisation, die Macht über die Menschen gewonnen hatte, und dann auch all die Probleme zu überwinden, die sich aus Krieg und Kampf und Zerstörung ergaben. Und ich selbst hatte soviel zu beobachten und zu erfahren in den wenigen ersten Jahren meines Lebens nachdem ich angefangen hatte, Dinge die um mich herum geschahen, bewußt aufzunehmen, daß ich heute dieses niemals hätte versäumen mögen. Ich hätte in Amerika aufwachsen können und das unter wohlhabenden Umständen und in Frieden und weit weg von Terrorregimen und Kriegführung. Doch ich wuchs auf mit Krieg um mich herum. Ich dachte, daß Krieg das normale Leben war. Nachdem der Krieg zu Ende war, und als sich dann später auch die Lebensumstände verbesserten, und wir nicht nur Frieden sondern auch Freiheit hatten und auch Wohlstand, fand ich dieses alles als sehr gut und meinte, es sei eine großartig Idee. Ich meinte, all dieses sei eine gute Sache - es sei wert dafür zu kämpfen.

Unser Ziel ist es also immer mehr sich es anzugewöhnen, vom Geist geleitet zu werden. Wenn wir über Glauben reden, über verschieden Glaubensstufen, dann wissen wir, daß die höchste Stufe erreicht ist, wenn wir siegen indem wir Worte des Glaubens aus unserem eigenen Munde kommen lassen und daß dann dieses gesprochene Wort das erreichen wird, was es sagt. Es wird dann geschehen, was wir sagen. Wir rufen das, was nicht ist, daß es sei. Aber da sind auch andere Niveaus. Da ist die Stufe "Großer Glaube." Menschen die an das Wort Gottes glauben haben großen Glauben. Sie glauben, daß etwas passieren wird, wenn jemand anderes spricht - oder betet - daß dann eine Änderung eintreten wird. Und dann ist da die dritte Stufe: wenn jemand einen Berührungspunkt benutzt, um Glauben zu aktivieren. Man mag eine andere Person bitten, daß sie ihre Hände auf einen legt, oder man will, daß der Schatten einer anderen Person auf einen fällt, und dann glaubt man, daß dieses Heilung bringen wird.

Ähnlich ist es mit dem vom Geist geleitet zu sein. Auch da gibt es so etwas wie einen Berührungspunkt. Wir wollen uns ein Beispiel ansehen.

Wenn ich nun das Leben meiner Mutter betrachte, dann habe ich unter vielen anderen Dingen daraus gelernt, daß meine Mutter oft unnötiger weise Probleme schuf, die vermeidbar waren. Dies geschah dadurch, daß sie sie unbeabsichtigt dadurch herbeirief, daß sie darüber redete und sie beim Namen nannte.

Als Kind bin ich manchmal krank gewesen, als ich aber geistig aufgeweckt und wiedergeboren wurde, habe ich mich eingehend mit dem Wort Gottes beschäftigt und es studiert und besonders auch die Aspekte des Glaubens, des Redens und der Heilung von allerlei Krankheiten, und lebte danach ein Leben ohne Krankheit und das ist etwas sehr Befriedigendes.

Ich studierte aber auch eingehend die Gründe, warum Menschen krank sind und krank bleiben und habe ausführlich darüber geschrieben.

Es gibt eine Krankheitsmentalität und die kann man am leichtesten dadurch feststellen, wenn man den Menschen aufs Maul schaut.

Allein schon das Sprechen über Krankheiten sollte völlig vermieden werden. Ich habe vielen Leuten mein Buch geschickt "Kann man Glauben messen?" und bin dann erstaunt, wenn sie mir Briefe schicken und immer wieder ihre Krankheiten und die Krankheiten andere Leute mir auftischen.

Sie sind selber krank und merken nicht, daß der Grund für ihr Kranksein ihre Krankheitsmentalität ist.

Mit dem Denken und dem Reden und dem Schreiben über ihren Gesundheitszustand kreieren sie das, was sie erleben.

Meine Mutter hat oft über ihre Krankheiten gesprochen. Auch über ihren Arzt und über andere Ärzte.

Das hatte auch einen Effekt auf ihre Kinder. Die Sache mit dem Blinddarm meiner Schwester könnte direkt eine Auswirkung meiner Mutter gewesen sein. Als meiner Schwester keine Blinddarmprobleme mehr eingeredet wurden, weil es plötzlich viel dringendere Probleme gab, war auch das Problem Blinddarm verschwunden.

Meine Mutter meinte, Tod müße durch eine Krankheit verursacht worden sein. Daß einfach der Geist den Körper verläßt ohne daß es da eine Krankheit gegeben hat, scheint nicht vorstellbar zu sein. Es beruht wahrscheinlich auch auf der Gewohnheit der Ärzte, immer einen physischen Grund für einen Tod angeben zu müßen.

Gleich am Anfang des Flucht-Tagebuchs, 21. Januar 1945, schreibt meine Mutter, daß ihr Vater an Embolie starb, und daß ihre Mutter an Herzschlag starb.

Soweit ich mich an die Bekanntgabe des Todes ihrer Mutter erinnere, ist sie friedlich eingeschlafen - ohne krank gewesen zu sein.

Auf ihrem Nachttisch lag ein Buch mit geistigem Inhalt.

Auch wird Krankheit oft zur Manipulation gebraucht. Als ihre Kinder außer Haus waren und der Mann verstorben, war meine Mutter nicht mehr krank.

Ich habe einmal gehört wie meine Mutter zu ihrer Schwester sagte, daß ihr Mann einfach kein Verständnis für ihre Leiden hat. Mein Vater hatte keinerlei Verständnis für klagen, für stöhnen, für jammern, und wenn er dann vielleicht versuchte, meine Mutter von ihrer negativen Einstellung weg zu bekommen, dann war er erfolglos.

Aber meine Mutter hat dann später im Leben doch eine Korrektur vorgenommen und auf ihre Worte geachtet und war nicht mehr krank.

 

Eltern

Herbst 1958 in Bad Salzdetfurth
Von links:
1. Lina Preuß, geborene Mattern, geboren am 21.04.1900 in Kranthau
2. Walter Preuß, geboren am 28.03.1898 in Neuendorf
geheiratet am 30.03.1930 in Eckersdorf

 

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