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Verwandte

 

Es folgen Verwandte väterlicherseits:

Gottfried und Wilhelmine Preuß
     Paul
     Richard
     Alfred
     Walter und Lina Preuß
          Ellinor
          Irene
          Frank-Leopold
     Lina und Gustav Gehrmann
          Ruth
          Käte
          Hildegard
          Siegfried
          Helma
     Ernst und Liesbeth Preuß
          Günther
          Erwin
          Rosemarie

 

Es folgen Verwandte mütterlicherseits:

Leopold und Wilhelmine Mattern
     Ida und Bruno Neumann
          Georg
     Grete und Richard Gehrmann
          Waltraud
          Dorothea
          Manfred
          Rudolf
     Lina und Walter Preuß
          Ellinor
          Irene
          Frank-Leopold
     Fritz und Anna Mattern
          Joachim
          Annlore
     Oswald und Johanna Mattern
          Bruno
          Gerdhard
          Hans
     Emma und Reinhold Weiß
          Charlotte
          Renate
          Regina
     Franz und Gertrud Mattern
          Dietlind
          Reinhard
          Brigitte
     Gertrud und Walter Janowski
     Bruno und Elly Mattern
          Monika
          Rosemarie
          Norbert
     Edith und Karl Wasgindt
          Helga
          Gisela

 

Nun folgt ein Bild auf dem Verwandte väterlicherseits und mütterlicherseits zu sehen sind.

 

Silberhochzeit

 

Silberhochzeit meiner Eltern Walter und Lina Preuß am 30.03.1955 in Bad Salzdetfurth

 

Von links

 1  Ellinor Preuß
 2  Frank-Leopold Preuß
 3  Walter Preuß
 4  Bruno Neumann
 5  Ida Neumann, geb. Mattern
 6  Bruno Mattern
 7  Lina Gehrmann, geb. Preuß
 8  Willi Werner
 9  Hilde Werner
10  Lina Preuß, geb. Mattern

Die Werners waren Verwandte meines Vaters. Sie wohnten auch in Bad Salzdetfurth. Die Mutter meines Großvaters Gottfried Preuß war eine geboren Werner, Mathilde Preuß, geb. Werner.

Lina Gehrmann, geb. Preuß, war die einzige Schwester meines Vaters. Sie wohnte in Mitteldeutschland, ein Gebiet Deutschlands, das damals von den Sowjets kontrolliert wurde und eine Diktatur war. Sie war damals 56 Jahre alt und hatte wohl eine Genehmigung, Westdeutschland zu besuchen, das war damals, vor dem Bau der Mauer in Berlin und dem Niedergang des Eisernen Vorhangs noch möglich. Vielleicht wurde sie als entbehrlich von der Diktatur eingestuft, im Falle, daß sie nicht zurückkehrt, aber sie kehrte zurück.

Ida Neumann war die älteste Schwester meiner Mutter und Bruno Neumann war ihr Mann. Auch sie wohnten in Bad Salzdetfurth.

Bruno Mattern war der jüngste Bruder meiner Mutter. Er wohnte in Almstedt, ein Ort nur ein paar Kilometer weg von Bad Salzdetfurth. Er war Gärtnermeister und besaß dort eine Gärtnerei.

Mein Onkel Bruno Mattern war schon ein außergewöhnlicher Mann. Er war einer der wenigen Menschen die sich spontan dem nationalsozialistischen System widersetzen, wenn der Drang nach Freiheit für sich selbst und für Familienmitglieder dies offensichtlich erforderte. Am 19.01.1945 entschied er sich, nicht zu seinem Dienst als Soldat, als Ausbilder, nach Potsdam zurückzukehren, sondern die Flucht seiner Mutter und die Flucht dreier seiner Schwestern, einschließlich derer Familien, zu veranlassen und zu organisieren und selbst zu leiten. Auf beides, auf das Fernbleiben vom Dienst und auch auf das Aufgeben von jedem Quadratmeter deutschen Bodens, stand die Todesstrafe.

Und bei der Rettung seiner eigenen Familie, seiner Frau Elly und seiner Tochter Monika, verhielt er sich wieder genau so und riet seiner Familie sich Befehlen zu widersetzen und zu flüchten. Hier ein Auszug von einem Bericht von Georg Neumann:

Am Montag, den 29.01.1945 kehrte Onkel Bruno Mattern überraschend nach Potsdam zurück. Er hatte den Treck bis nach Marienburg gebracht und war dort bei einer Militärkontrolle festgehalten worde; so hatte er ihn in der Nacht zum 24.01. verloren. Auf abenteuerliche Weise gelang es ihm, sich nach Potsdam durchzuschlagen. Er befürchtete, daß wir mit der Sowjetarmee in Berührung kommen würden und riet uns, mit Tante Elly weiter nach Westen zu reisen. So schrieb man die Adressen aus unserer Liste und fragte wegen Unterkunft nach. Daraufhin teilte Marlies Schneider aus Bad Salzdetfurth mit, daß sie für uns alle Unterkunft bereit halte. Als wir dann von Onkel Bruno erfuhren, daß er am Donnerstag, den 08.02. an die Front rücken muß, legten wir als Tag unserer Weiterreise den 09.02. fest. Mein Vater hat von dieser Absicht nichts mehr erfahren und wähnte uns weiterhin in Potsdam.

Onkel Bruno Mattern war dann also auch derjenige, der den Anstoß zum weiterflüchten für seine Schwester Ida Neumann, geborene Mattern, und ihren Sohn Georg Neumann, und für seine Schwester Gertrud Pelz, geborene Mattern, gab, die damals bei ihm vorübergehend wohnten.

Für fünf seiner sechs Schwestern war Bruno Mattern also der Initiator ihres Entkommens. Vielleicht sogar auch für die sechste, Edith Wasgindt, geborene Mattern, denn Georg Neumann berichtet, daß Onkel Bruno Mattern am 21.01.1945 von Hagenau aus abends in Löpen anrief, und Wasgindts hatten Telefon, vielleicht hat er auch dort angerufen.

Dieses Verlassen von Potsdam war auch insofern von Bedeutung, als Potsdam dann Teil des Einflußbereiches von Stalin wurde, also seine Freiheit für Jahrzehnte verlor, dann zu Sowjetdeutschland gehörte. Viele Menschen, auch etliche meiner Verwandten, flüchteten aus dem Osten oder wurden von dort vertrieben, und hatten dann nicht die Weitsicht und die Energie und den Willen frei zu sein, und machten es nur bis Mitteldeutschland und verbrachten den Rest ihres Lebens in Unfreiheit und ihre Kinder gingen dann in diesem System zur Schule und wurden von Anfang an so hypnotisiert, daß Diktatur und Materialismus und Atheismus ihr Ideal wurde.

Onkel Bruno Mattern wurde am 18. Februar 1916 geboren und starb im April 1992 und verbrachte, so wie ich mich an Erzählungen erinnern kann, seine letzten Minuten zusammen mit seinem Pferd oder sogar auf seinem Pferd draussen im offenen Feld.

Ich war einmal bei Onkel Bruno in Almstedt zu Besuch. Auf einmal bat er seine Tochter, die Wolken zu verschieben. Ich stellte mir nun vor, wie sie eine lange Stange nimmt, und die Wolken verschiebt. Dann fiel mir aber ein, daß das etwas mit Schattenvorrichtungen an Gewächshäusern zu tun haben könnte.

 

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