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Ernst Höfel

Meine Mutter schreibt im Flucht-Tagebuch Folgendes am Sonntag, den 08.04.1945 "Vormittag 9 Uhr fuhren die ersten amerikanischen Panzer durch Bad Salzdetfurth - nach vielen Tagen der Spannung, der allergrößten Anspannung der Nerven."

Und am 12.05.1945 schreibt sie "Heute waren Emmi und ich mittags beim Bürgermeister Höfel wieder im Rathaus. Längere Zeit mit ihm sehr interessant unterhalten über alles Mögliche, als da wäre Unterbringung meiner Pferde (Emmis Pferde gehen morgen nach Detfurth zum Gastwirt), über unsere evtl. spätere Heimkehr usw.. Er hat uns jedwede mögliche Unterstützung zugesagt."

Ich kann mich an den Bürgermeister Ernst Höfel erinnern und wie er aussah. Besser noch kann ich mich an den Bürgermeister Gustav Warnecke erinnern. Er war Schuhmachermeister und ich habe manchmal Schuhe zum Reparieren zu ihm gebracht und auch wieder abgeholt. Am besten kann ich mich an den Bürgermeister Ernst Hopf erinnern. Er hielt eine Rede bei meinem Schulabschluß und persönlich kennengelernt habe ich ihn danach. Er war der Betriebsschlosser bei dem Betrieb, in dem ich arbeitete. Ich fuhr einmal zu ihm und sagte ihm, eine Maschine sei kaputt und Bemühungen, sie wieder in Gang zu bringen, seien nicht erfolgreich gewesen und er möge bitte kommen und sie reparieren. Und er sagte mir, daß er über Mittag zu einer Sitzung müßte, aber danach würde er kommen.

Ich sagte zu meinen Nachbarn Karl einmal, daß sein Vater doch Bürgermeister der Stadt gewesen sei, als die Amerikaner in die Stadt kamen, und was sein Vater denn da erlebt hat.

Nun Karl kam gar nicht dazu, mir eine Antwort zu geben, da sein Freund Rolf einwarf und zu ihm sagte: "Ja, aber Dein Vater war ja kein Nazi!"

Den Rolf kannte ich von der Schule her. Sein Bruder Achim ging mit mir in die selbe Klasse. Er saß neben mir.

Der Rolf fühlte wohl, daß meine Frage für Karl unangenehm sein könnte und wollte seinem Freund zur Hilfe kommen. Vielleicht spielte auch ein Bemühen um politische Korrektheit eine Rolle. Solche Themen, die die Nazis betrafen, wurden normalerweise vermieden. Besonders dann, wenn man nicht wußte, was für eine Vergangenheit die Anwesenden hinter sich hatten, und ganz besonders dann, wenn man wußte, was für eine - Nazi - Vergangenheit, sie hinter sich hatten. Ich hatte an diese Seite meiner Frage gar nicht gedacht. Ich hatte den Vater von Karl gekannt und nie einen Nazi in ihm gesehen und ihn auch nicht mit dieser Partei in Verbindung gesehen.

Dem Rolf sein Einwurf aber zeigte auch, die Wahrnehmung der Menschen in der Stadt, die also dem Karl seinen Vater nicht als Nazi sahen.

Karl gab mir also keine Antwort, sondern reagierte erst einmal auf den Einwurf von Rolf.

Karl war also nicht der Mann, der meinte, daß er für sich, oder für seinen Vater, oder für irgend etwas anderes, eine Entschuldigung abgeben müße. Das Bedürfnis hatte er nicht. Er war ein recht erfolgreicher Geschäftsmann, immer noch, war ein Bankmanager gewesen oder war es immer noch, und hatte bedeutende Ehrenämter in der Stadt bekleidet und bekleidete sie immer noch. Der Zeitpunkt unsere Unterhaltung war etwa ein halbes Jahrhundert nach der Zeit der besprochenen Ereignisse.

Karl antwortete also erst einmal auf den Einwurf von Rolf. Er sagte, daß das nicht stimme und daß sein Vater der Partei relativ kurz vor dem Ende beigetreten sei.

Das war nun offensichtlich eine Überraschung für Rolf und er sagte darauf hin nichts mehr.

Ich erinnerte nun Karl an meine Frage und er sagte mir, oder uns, daß sein Vater in seinem Büro gesessen hätte und seine Zigarre geraucht hätte, und mit einem mal sei die Tür aufgegangen und ein amerikanischer Offizier sei hereingekommen. Er hätte dem Mann angedeutet, sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch zu setzen und hätte dann dem Mann seinen Zigarrenqualm ins Gesicht geblasen.

Diese Antwort gab natürlich Einsicht in die Haltung von Karls Vater, aber auch von Karl selbst.

Da nun Karl aufgehört hatte zu reden, fragte ich ihn, was denn der Mann gewollt hätte.

Karl sagte, der Mann wollte wissen, wer denn Bürgermeister der Stadt vor der Zeit der Nazis gewesen sei.

Ich fragte dann weiter und wollte wissen, was die Antwort war, und Karl sagte, sein Vater hätte gesagt, daß es Ernst Höfel gewesen sei.

Und auf meine weitere Frage, was denn danach geschehen sei, sagte Karl, daß der amerikanische Offizier dann gefragt hätte, wo dieser Mann denn zu finden sei und Karls Vater hätte ihm dies gesagt.

Ich habe oft an diesen Bericht von Karl gedacht und glaube, daß er sehr aufschlußreich ist, auch in Bezug auf politische Geschehnisse später, zum Beispiel im nächsten Jahrhundert. Ich komme darauf noch zurück.

Ich bringe jetzt einen Auszug von einem Papier, das den Titel "Die Flucht" trägt und von Georg Neumann geschrieben wurde. Das Papier trägt das Datum 08.04.1994. Der Auszug ist unter dem Untertitel "Ende Februar 1945" enthalten.

Anfang April - es war wohl eine Woche nach Ostern - erreichten amerikanische Truppen Bad Salzdetfurth. Alle Gebäude, in denen verwundete Soldaten lagen, und alle Arztpraxen waren mit Rot-Kreuz-Fahnen gekennzeichnet. Man hatte eine Delegation mit einer weißen Fahne vor die Stadt geschickt, um für eine kampflose Übergabe zu sorgen. Auf dem ersten Panzer sitzend kehrte sie in die Stadt zurück.

Die amerikanische Militärverwaltung verhängte viele Beschränkungen, so daß das öffentliche Leben zu Stillstand kam; unter vielem Anderen gab es keine Verkehrsmittel mehr, die Schulen wurden geschlossen, und nachts herrschte Ausgehverbot.

Am 08.05.1945 wurde der Krieg mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht beendet.

Wenn man die Situation von Karls Vater einmal betrachtet, dann muß man feststellen, daß eigentlich eine Nichtmitgliedschaft in der Partei für eine so lange Zeit beachtlich ist. Von den 12 Jahren des tausendjährigen Reiches war er dann die meiste Zeit kein Mitglied der Partei gewesen. Und in seiner Position als Geschäftsmann und angesehener Bürger ist ihm sicherlich die Mitgliedschaft anempfohlen worden. Und das war damals keine einfache Sache, so etwas auszuschlagen.

Jetzt folgt ein Auszug aus einem Bericht den meine Cousine Waltraud Hilke am 24. Juli 2005 geschrieben hat. Hier nun von ihrem Bericht:

Vater bekam eines Abends Besuch von uniformierten Parteigenossen, sie wollten ihn überzeugen, dass auch er eintreten sollte. Er konnte es mit einer Geldspende vorerst verhindern, wie ich später erfuhr.

Das Wort "vorerst" deutet wohl an, was dann später passiert ist.

Ich kann mir vorstellen, daß Karls Vater in Anbetracht des nahen Endes der Nazis und in Anbetracht ihrer Fähigkeit, großen Schaden anzurichten, die Möglichkeit sah, solchen Schaden von der Stadt und von den Menschen der Stadt abzuwenden.

Und wenn ich mir dann den Bericht von Georg Neumann ansehe, kann ich mir auch vorstellen, daß Karls Vater nicht unbeteiligt daran war, das zu veranlassen, was Georg da beschreibt.

Ich kann mich erinnern, daß davon gesprochen wurde, daß der damalige Bürgermeister von Bad Salzdetfurth beim Annahen der Amerikaner Selbstmord begangen haben soll.

Karls Vater hat dann wahrscheinlich, als Stellvertreter, automatisch dieses Amt übernehmen müssen.

Ich kann mich auch an den Namen des damaligen Bürgermeisters erinnern. Er war glaube ich Luttmann.

Seine Tochter, ein nettes, stilles Mädchen, ging mit mir zur Schule, später. Wir waren in der gleichen Klasse.

Ich glaube die Luttmanns wohnten in einem Haus in der Salinenstraße, in dem selben Haus, in dem später der Rektor Bruno Wiechert lebte. Das Haus, das direkt gegenüber dem Eingang zur Saline ist, auf der östlichen Seite der Salinenstraße.

Dieses war nun der 8. April 1945 und ich habe den Tag selbst sehr gut in Erinnerung, nicht den Wochentag oder den Tag des Monats oder den Monat, denn das habe ich erst Jahrzehnte später erfahren, nach dem Lesen des Flucht-Tagebuches meiner Mutter.

Ich stand auf dem westlichen Bürgersteig der Oberstraße. Die hieß damals Adolf-Hitler-Straße. Danach wurde sie wieder umgetauft, vielleicht auf die alten Namen. Die waren Oberstraße, Am Markt und Unterstraße. Ich glaube die Durchnummerierung der Häuser ist heute noch durchgehend. Die Straße Am Markt hat nur etwa 10 Häuser und ich wohnte ein paar Jahre dort und die Hausnummer war 44.

Meine Mutter schreibt: "Sonntag, 10.11.1946. Am 20. Juli 1946 sind wir hier zu Henkes in die Hauptstraße 44 gezogen."

Es kann also sein, daß die Adolf-Hitler-Straße erst in Hauptstraße umbenannt wurde oder daß die Leute einfach Hauptstraße sagten.

Bad Salzdetfurth liegt in einem Bergrücken, der sich in Ost-West-Richtung hinzieht und der von dem Fluß, die Lamme, durchschnitten wird. Die Lamme fließt von Süden kommend nach Norden hin, in die Innerste, dann kommt die Leine und dann die Aller und dann die Weser, die in die Nordsee fließt.

An diesem Kreuzungspunkt des Gebirges mit dem Fluß liegt Bad Salzdetfurth, in einem relativ engen Tal also, und ist an der engsten Stelle so eng, daß es da nur eine Straße gibt, die parallel zum Fluß verläuft. Hinter den Häusern und Grundstücken gab es da noch den sogenannten schwarzen Weg mit dem Mühlengraben und danach stieg das Gelände relativ steil an. Das war auf der westlichen Seite. Und auf der östlichen Seite, die auch bebaut war, war zum Teil hinter den Häusern kaum noch etwas an Grundstück, denn dann floß gleich die Lamme und danach begann der ansteigende Abhang.

Dieser Bergrücken ist so der letzte Teil des Mittelgebirges und weiter nördlich kommt dann die nord-deutsche Tiefebene. Das Lammetal und somit die Stadt Bad Salzdetfurth ist also so etwas wie eine Zugangstrasse zur nord-deutschen Tiefebene. Hat also einen gewissen strategischen Wert, und da die Amerikaner von Süden kamen, hätte man sie dort gut aufhalten können. Ich kann mich daran erinnern, daß Panzersperren südlich der Stadt gewesen sein sollen. Meine Mutter hat davon gesprochen, daß einige eifrige Frauen, und sie hat Namen genannt – von Frauen die ich kannte – dort hingehen wollten und mit Panzerfäusten die Amerikaner empfangen wollten.

Was meine Mutter da in ihrem Flucht-Tagebuch geschrieben hat, ist eine Kurzfassung von den dramatischen Ereignissen.

Das Haus, vor dem ich stand, war glaube ich die Bäckerei Steffen. Gleich nach diesem Haus ging, wenn man in Richtung Süden geht, rechts eine Rampe hoch zur Schule, in die ich dann ein Jahrzehnt gegangen bin. Lange danach wurde diese Schule glaube ich als Rathhaus benutzt. Die Rampe läuft also von Norden nach Süden hoch, verläuft parallel zur Straße, ist befahrbar und endet vor der Schule und dem Hotel Kaiserhof. Die Straße selbst folgt der Lamme mit wenig Gefälle nach Norden. Zwischen der Rampe und der Straße gibt es nur eine Böschung. Rechts der Rampe war dann das Klempner- und Installationsgeschäft Rasche, deren Tochter ging auch mit mir zur Schule, in die gleiche Klasse, später, und dann kam wohl das Lehrerhaus und dann die Schule und hinter der Schule kam die Turnhalle und danach wohnten wir dann, vielleicht in der Hausmeisterwohnung.

Ich war also sozusagen vor der Haustür.

Ob da noch andere Menschen auf der Straße waren, kann ich nicht sagen.

Daß ich allein war, beruht vielleicht auf der Tatsache, daß meine Mutter sich mehr Sorge machte um die Nazis, als um die Amerikaner. Wir waren in der Stadt gerade mal 10 Tage vorher angekommen und erlebten noch einen Bombenalarm. Zu meinem großen Ärger weckte mich meine Mutter eines Tages auf, mit der Begründung, die Amerikaner kämen, um uns zu bombardieren, wir müßten in den Luftschutzbunker, und hatte wohl dann auch mehr Furcht vor den Nazis, als vor den Amerikanern, was die Nazis wohl machen würden, wenn sie nicht in den Bunker geht.

Ich war der Meinung, daß wenn die Amerikaner den Ort bombardieren wollen, dann ist das ja deren Angelegenheit, aber kein Grund, mich aufzuwecken.

In dem oben schon erwähnten Papier schreibt Georg Neumann von seinem Aufenthalt in Potsdam über die Zeit Ende Januar 1945:

Oft gab es Fliegeralarm, und ich saß stundenlang an Tante Ellys Radioapparat und hörte mir die amtlichen Luftlagemeldungen an, in denen der Weg der anfliegenden Bombenverbände und ihr vermutetes Ziel beschrieben wurden. Meist wurde Berlin angegriffen, und dann sagte der Sprecher: "Feindtätigkeit über der Reichshauptstadt". Manchmal hörte man die Bombenteppiche niedergehen.

Dieses Bombardiertwerden muß schrecklich gewesen sein. Ich hörte mir mal einen Bericht eines Mannes an, der so etwas in einem abgestützten Keller eines Wohngebäudes miterlebt hatte, und beschloß daraufhin, nie in einer großen Stadt zu leben, denn da kommen die Amerikaner und bombardieren sie. Diesen Entschluß habe ich aber dann irgendwann aufgegeben. Auf unser Flucht haben wir immer größere Städte vermieden.

Für uns aus dem Osten waren diese direkten Erlebnisse mit dem Bombardiertwerden etwas Neues.

Ich wußte also, daß die Amerikaner erwartet wurden. Die Straße war leer, ob auch die Bürgersteige leer waren, außer mir, weiß ich nicht.

Und dann sah ich die Amerikaner kommen, von Süden.

Dies war nun das zweite mal, daß, innerhalb von 10 Wochen, ich in einem Gebiet lebte, dem sich feindliches Militär näherte. Im ersten Fall riskierten wir unser Leben, um da raus zu kommen, und diesmal war die Stimmung, jedenfalls meinerseits, ganz anders.

Beim ersten mal kam man vom Regen in die Traufe, von einer Diktatur in eine noch viel schlimmere. Und beim zweiten mal bedeutet es das Ende der Diktatur.

Ich hatte damals schon viel Wissen über Amerika, da mein Vater dort zwei Jahre gelebt hatte und davon viel erzählte.

Mir sind also keine Grausamkeiten der Amerikaner zu Ohr gekommen. Von den Grausamkeiten der Sowjets wurde jahrzehntelang berichtet, bis sich das abschwächte, dann aber wieder auflebte als die Mauer 1989 fiel und nun auch die Menschen dort frei reden konnten und das berichteten, was sie erlebt hatten.

Der erste Panzer kam also auf mich zu und fuhr, auf der Straße, an mir vorbei, da ich auf dem Bürgersteig stand. Sowjetische Panzer, der berüchtigte T34, fuhr auch auf der Straße, die aber voll von Flüchtlingen war, und fuhr über sie rüber und hinterließ eine Masse von blutendem Fleisch, von den Menschen und den Pferden, und schoß dabei noch mit dem Maschinengewehr auf die vor dem Panzer.

Ich erlebte also Geschichte. Mit der Nase des Panzers verschob sich die Grenze des Hitlerreiches und das Großdeutsche Reich wurde sichtlich kleiner.

Plötzlich hatte die Oberhoheit des Adolf Hitlers ein Ende gefunden und die von den neuen Herren begann, die von Herrn Roosevelt. Dem wurde dies aber anscheinend zu viel und vier Tage später war er nicht mehr und Herr Truman übernahm.

Die Kriegszeit war damit wohl zu Ende, aber noch nicht die Zeit, wo es nichts gab. Die endete erst, langsam, mit dem neuen Geld, der Deutschen Mark.

Die Menschen sprachen, es habe vor dem Krieg so etwas wie Süßigkeiten gegeben, ich glaubte es nicht. Ich glaubte, die lügen, wie üblich. Einmal unterhielten sich ein paar Frauen, ein bißchen aufgeregt, und das Wort Schokolade fiel mehrere mal. Ich konnte mir darunter nichts vorstellen. Dann holte eine Frau etwas zu Essen heraus, und jede Frau erhielt ein kleines Stückchen, auch ich.

Ich meinte, daß fast in allen Fällen die Erwachsenen, manchmal auch meine Eltern, Lügen erzählen. Die Geschichte vom Weihnachtsmann und vom schwarzen Mann und vom Osterhasen waren Beispiele.

Kindern so etwas aufzutischen, ist schrecklich. Gerade im jungen Alter ist der Mensch so bereit für geistige Dinge, wie Gott und Engel und den Himmel, das geistige Reich, und die Dinge des geistigen Reiches. Ich war so hungrig für solche Dinge und fast niemand gab sie mir. Und die sogenannten Geistlichen erwiesen sich als alles andere als Geistliche. Ich machte erst dann Fortschritte, als ich mich selbst in die Materie hineinkniete.

Wenn alte Leute sich darüber beschweren, daß sich niemand um sie kümmere, dann sollten sie einmal daran denken, warum das so ist. Wenn sie ihren Kindern nichts gegeben haben, als sie klein waren, warum sollten sie jetzt etwas von den alten Leuten erwarten. Kaum Weisheit oder Lebenserfahrung. Als Kinder wurden ihnen Märchen statt Wahrheit aufgetischt und da gibt es keinen Grund jetzt etwas anderes von ihnen zu erwarten – als Märchen.

Weihnachten ist die Zeit wie keine andere, Kinder mit geistiger Information zu beglücken. Sie warten nur darauf, daß endlich sie jemand damit füttert, wonach sie hungern. Und was geschieht? Der Vater entschuldigt sich und geht weg, um dann als Weihnachtsmann wiederzukommen. Die Kinder werden nach Strich und Faden betrogen. Und dann wundern sich die Erwachsenen, daß sie nicht für voll genommen werden, sie nicht respektiert werden.

Die schienen alle, meistens mit der Ausnahme meiner Eltern, nicht das zu tun, was sie eigentlich tun wollten. Da erhielt zum Beispiel ein erfahrener selbstständiger Geschäftsmann einen Zettel und er war so beeindruckt und hypnotisiert davon, daß er diesem Zettel gehorchte und hinging und sich ein Gewehr verpassen ließ und dann weiterhin wo hinging und dort Leute erschoß.

Meine Philosophie war also recht klar etabliert. Glaube den Erzählungen der Erwachsenen nicht, die lügen so gut wie immer, wenn es um solche Dinge geht.

Was ich bis jetzt über diesen denkwürdigen Tag, den 8. April 1945, geschrieben habe, mag alles recht spannend und interessant sein, aber das wirklich große Ereignis kommt erst noch.

Als ich so die Panzer an mir vorüber fahren sah, entdeckte ich plötzlich auf einem der Panzer etwas, was mein ganzes philosophisches Gebäude zusammenbrechen ließ.

Da saß auf einem dieser Panzer ein schwarzer Mann.

Die Erwachsenen lügen also nicht immer. Den schwarzen Mann gibt es wirklich. Da sitzt er. Er ist wirklich.

Und er sieht ganz harmlos aus, zumindest verglichen mit den anderen Soldaten, er mag zwar kampfbereit sein, aber nicht mehr als seine Kollegen.

Ein ganz normaler Mensch.

Meine Philosophie war zusammengebrochen, zumindest teilweise.

Ich hatte eine große Lehre empfangen. Sei immer bereit, deine Philosophie zu überprüfen.

Es kann nun aber ein Mensch tief gläubig sein und voll überzeugt, in der Wahrheit zu stehen, sein Lebenswandel entspricht auch dem Willen Gottes - doch ist er nicht fähig, als Diener Gottes die reine Wahrheit zu verbreiten, weil er sie selbst nicht besitzt - weil er nicht fragt und Antwort begehrt und diese erwartet, sondern sich als Träger der Wahrheit wähnt, und irriges Denken daher nicht berichtigt werden kann.

Ich wähnte mich als Träger der Wahrheit und mein irriges Denken mußte nun berichtigt werden. Die Tatsachen erforderten es.

Das ist etwas was Bertha Dudde von Gott erhielt, am 29. August 1944, und dann aufschrieb, und dieser Botschaft von Gott die Nr. 3237 gab.

Ich hätte die Wahrheit auch ignorieren können, aber die Tendenz zum religiösen Fanatiker lag mir schon damals nicht.

Ich war also gezwungen, meine Philosophie einer radikalen Revision zu unterziehen.

In dem Augenblick, in dem ich diese Worte hier aufschreibe, befinde ich mich in einer Stadt, in der mehrere Millionen von schwarzen Menschen sind. Und ich habe also die Gelegenheit, sie recht gut zu studieren. Und ich habe festgestellt, daß sie, besonders auch in geistiger Hinsicht, viel weniger degeneriert sind als die weißen Menschen.

Vergleichen Sie diese Situation, in der sich Deutschland 1945 befand, einmal mit einer anderen Situation, wo auch amerikanische Truppen ein Land besetzten.

Im Jahre 2003 wurde der Irak von amerikanischen Truppen besetzt.

In Deutschland hatte die Diktatur nur 12 Jahre gedauert, eine eigentlich sehr kurze Zeit. Im Irak hatte es nie eine Demokratie gegeben.

In Deutschland brauchte der Amerikaner nur Ernst Höfel wieder die Verantwortung für das zivile Leben übertragen. Das war recht einfach, ne Stunde Arbeit, und das war erledigt. Die demokratischen Kräfte waren fast alle noch da. Sie wurden wieder aktiviert. In Köln wurde einfach Konrad Adenauer wieder Bürgermeister. Trotzdem dauert es Jahre, bis Deutschland wieder völlig souverän war.

So etwas würde im Irak viele Jahre dauern.

Das verbrecherische Verhalten von Obama sabotierte alles. Er zog die Amerikaner ab. Er überließ die Menschen den Wölfen.

Der vormalige Präsidentschaftskandidat Donald Trump sagte, völlig zu recht, daß Obama den Islamischen Staat geschaffen hat.

Die Amerikaner hätten mitten in der arabischen Welt, im Irak, eine Demokratie aufbauen können und so das ganze Gebiet positiv beeinflussen. Sie taten das Gegenteil, zogen sich zurück und schufen Terror und Krieg für Jahre ohne Ende.

Und die Europäer machten da mit. Sie halfen, den Terror der Islamisten zu schaffen und beschweren sich nun über die Auswirkungen, die Flüchtlinge.

Meine Mutter schrieb im Flucht-Tagebuch am Sonntag, den 08.04.1945: "Vormittag 9 Uhr fuhren die ersten amerikanischen Panzer durch Bad Salzdetfurth - nach vielen Tagen der Spannung, der allergrößten Anspannung der Nerven. (Es wurde die weiße Fahne gehißt)"

In diesen Tagen der Spannung hatte also Bad Salzdetfurth drei Bürgermeister. Luttmann zog sich aus dem Leben zurück, der Vater von Karl mußte das Amt für kurze Zeit übernehmen, und dann wurde Ernst Höfel eingesetzt.

Worum geht es bei dieser Webpage? Es geht darum, daß ich glaubte, es gäbe keinen schwarzen Mann, dann aber der Wirklichkeit ins Auge sehen mußte, und nun meine Philosophie korrigierte.

Deshalb hier noch die gesamte Botschaft von Bertha Dudde, B.D. NR. 3237

 

Göttliche Offenbarungen. Irrlehren hinderlich.

29. August 1944. B.D. NR. 3237.

Eine unmittelbare Offenbarung Gottes ist gekennzeichnet durch das direkte Wort des Vaters an Sein Kind, und diesem Wort ist Glauben zu schenken, sowie der Empfänger des Wortes ein Mensch ist, der im Glauben und in der Liebe steht, der also Gott anstrebt. Es ist jedoch nicht immer die Voraussetzung gegeben, daß einem Menschen Weisheiten geboten werden können, sei es, daß er nicht beharrlich genug nach innen horcht oder er auch von Lehren gefangen ist, die der Wahrheit nicht ganz entsprechen, so daß er jede berichtigende Lehre als Werk des Gegners von Gott ansehen würde. Und darum erstrecken sich die göttlichen Offenbarungen nur auf persönliche Mahnungen und Warnungen, müssen aber dennoch anerkannt werden als solche. Das Verlangen eines Menschen, in persönlicher Verbindung zu stehen mit Gott, und der Glaube, daß dies möglich ist, sind die ersten Vorbedingungen, daß Gott Sich väterlich offenbart. In welcher Weise nun, das ist von der Auffassungsfähigkeit und Aufnahmewilligkeit des Menschen abhängig und auch von der Aufgabe, die ihm gestellt ist für sein Erdenleben. Soll er wieder lehrend tätig sein und stellt er sich selbst für dieses Amt Gott zur Verfügung, so werden die göttlichen Offenbarungen stattfinden gleich einem Unterricht und also auch tiefste Weisheiten enthalten, weil der Mensch selbst erst über ein Wissen verfügen muß, ehe er dasselbe verbreiten kann. Jedoch es gehört dazu völlige Widerstandslosigkeit, d.h., es darf der Geist Gottes, der Geber der Wahrheit, niemals auf Widerstand stoßen, so er die Wahrheit dem Menschen vermittelt. Widerstand aber ist jede Irrlehre, wenn sie nicht bedingungslos hingegeben wird und der Wahrheit Platz macht. Es kann nun aber ein Mensch tief gläubig sein und voll überzeugt, in der Wahrheit zu stehen, sein Lebenswandel entspricht auch dem Willen Gottes - doch ist er nicht fähig, als Diener Gottes die reine Wahrheit zu verbreiten, weil er sie selbst nicht besitzt - weil er nicht fragt und Antwort begehrt und diese erwartet, sondern sich als Träger der Wahrheit wähnt, und irriges Denken daher nicht berichtigt werden kann. Dieser kann nun wohl die Stimme Gottes vernehmen, weil er Ihn liebt und ein liebendes Herz befähigt ist zur Aufnahme des göttlichen Geistes, doch der Geist Gottes gibt dem Menschen nach seinem Verlangen - tröstende, ermahnende, warnende oder erzieherische Vaterworte, die Seine Liebe zu dem Erdenkind bekunden, oder auch weisheitsvolle Belehrungen und tiefstes Wissen dem Menschen, der dafür aufgeschlossen ist und sich dessen würdig macht. Das Verlangen des Menschen entscheidet, und darum wird ein jeder so bedacht, wie er begehrt. Der väterliche Zuspruch genügt dem einen, und er beendet sein Horchen nach innen, während der andere im Wissensdrang lauschet auf jedes Wort, das die göttliche Liebe ihm spendet. Gott beschränkt Seine Gaben nicht, Er gibt, solange sie begehrt wird; die Schranken aber setzt der Mensch selbst, denn sowie sein Verlangen nachläßt, sowie sein Wille nicht mehr tätig ist, er also das bewußte Horchen nach innen beendet, tönet auch die innere Stimme nicht mehr, die Zuleitung ist unterbrochen und kann erst wieder vonstatten gehen, wenn der Mensch durch Horchen nach innen sich bereit erklärt, die göttliche Gabe in Empfang zu nehmen. Und darum bestimmt der Mensch selbst das Maß an Wissen und auch die Art, in welcher jenes geboten wird. Ein von geistigem Wissen durchdrungener Mensch wird überaus schnell reifen, und deshalb ist es entschieden vorteilhafter, sich dieses Wissen von Gott Selbst bieten zu lassen, als es durch Studium sich anzueignen, denn letzteres braucht nicht unbedingte Wahrheit zu sein, sind doch Menschen die Übermittler und diese niemals Irrtumsfrei. Wer aber an diesem von Menschen übernommenen Geistesgut festhält und nicht einmal den Gedanken erwägt, daß ihm auch Irrtum vermittelt worden sein kann, dem ist das tiefe Wissen nicht zuzuwenden, denn er würde es nicht als Wahrheit gelten lassen, sondern auf irrige Geber schließen, so es nicht mit seinem alten Wissen übereinstimmt. Und daher sind zu Trägern der reinen Wahrheit nur solche Menschen heranzubilden, die völlig frei sind von irrigem Geistesgut und die darum ständig begehren, von Gott Selbst belehrt zu werden, um garantiert reine Wahrheit zu empfangen, denn diese kann Gott nun bedenken in aller Fülle und sie zu Seinen Vertretern auf Erden machen, und diese sind es, die nun lehren und das tiefe Wissen weiterleiten sollen an die Mitmenschen, weil sie dazu fähig sind und den festen Willen haben, ihren Mitmenschen zu helfen. Diese werden überreich ausgestattet mit Wissen, der göttliche Lehrmeister Selbst unterweiset sie, und Er bildet sie aus, auf daß sie nun in Seinem Namen lehren können, immer und überall, wo die Menschen für die reine Wahrheit aufgeschlossen sind. Amen. B.D. NR. 3237.

 

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