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Inhalt
Kochs Flucht aus Ostpreußen
Anmerkung 1: Partei
Anmerkung 2: Pillau
Anmerkung 3: Neutief
Anmerkung 4: Hela
Anmerkung 5: Oxhöfter Kempe
Anmerkung 6: Ostsee

 

Als erstes kommt jetzt ein Artikel und danach Anmerkungen zu diesem Artikel.

 

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Kochs Flucht aus Ostpreußen

Wir Ostpreußen

Mitteilungsblatt der Landsmannschaft Ostpreußen

Versandpostamt Leer (Ostfriesld.)
(Als Manuskript gedruckt - nur für den inneren Gebrauch)

Folge 16
Hamburg, 15. September 1949
Jahrgang 1

Seiten 5 bis 7

 

Seite 5

Kochs Flucht aus Ostpreußen

Die ausgezeichnete Wochenzeitschrift „Christ und Welt" brachte im Frühjahr dieses Jahres eine Serie „Ostdeutsches Schicksal", in welcher unter anderem auch die Eroberung Ostpreußens und das Schicksal der ostpreussischen Bevölkerung vom Januar 1945 bis zur Kapitulation geschildert wurde. Der Sinn des Berichtes war, das Schweigen zu brechen und ein Wissen zu verbreiten, das beitragen soll, mehr Verständnis für die Lage der Heimatvertriebenen zu wecken. In wesentlich erweiterter und völlig neubearbeiteter Form wird das Thema nun von dem Verfasser Jürgen Thorwald in einem Buch behandelt, das im Oktober dieses Jahres Im Steingrüben-Verlag in Stuttgart erscheinen wird. In diesem Buch mit dem Titel „Es begann an der Weichsel" (340 Seiten, broschiert 6,50 DM, gebunden 8,80 DM) schildert der Verfasser auf der Grundlage umfangreicher Quellenstudien sowie an Hand von Befragungen und Berichten der damals handelnden Persönlichkeiten die politische und menschliche Tragödie des Winters und Frühjahrs 1944/45 im Raum zwischen Weichsel und Elbe, also auch in Ostpreußen, in ihren Hintergründen und in ihrem Ablauf. Wir sind in der Lage, aus diesem Buch das damals in der Serie nichtveröffentlichte Kapitel über die Flucht des ostpreußischen Gauleiters Erich Koch abzudrucken.

Bis zum 22. April hatte Koch noch auf das märchenhafte militärische Wunder gehofft, das Hitler verheißen hatte, oder auf das ebenso märchenhafte politische Wunder, das für so viele zum Strohhalm geworden war. Aber als an diesem 22. April aus den Funkmeldungen, die ihn erreichten, die Einschließung Berlins und eine zunehmende Verwirrung im Führerhauptquartier hervorzugehen schien, begann er diese Hoffnungen zu begraben und sich auf den zweiten Plan einzustellen, den er schon so lange im Hintergrunde hielt: den Plan der Rettung seiner selbst. Er warf allerdings immer noch nicht alle Hoffnungen über Bord. Er wollte sich für den Fall, daß wider Erwarten doch noch ein Wunder eintreten würde, welches Hitler an der Macht erhielt, nicht so bloßstellen, daß Hitler ihn als Feigling ausstoßen und von einer weiteren Tätigkeit ausschließen konnte.

Am Nachmittag des 22. April sprach Koch noch einmal davon, daß er, wenn Hitler zu einem Uebereinkommen mit den Westmächten gelange und ein neuer Entscheidungskampf im Osten beginne, nach den Ereignissen in Ostpreußen mit den Russen erheblich anders umgehen werde als während seines kurzen Wirkens als Reichskommissar in der Ukraine. Er rechnete für diesen Fall — wenigstens nach außen hin — noch immer damit, wieder Herr in seinem „Reich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer" zu werden. Aber das waren wohl nur noch letzte Aeußerungen vor dem unwiderruflichen Zusammenbruch.

Die Angehörigen seines Stabes wurden von Stunde zu Stunde von größerer Unruhe erfüllt. Den einen beseelte Mißtrauen gegenüber den anderen. Die meisten erfüllte Angst und Furcht. Aber neben der Angst vor den Russen, die jetzt vor Pillau kämpften, und — wie ein aus Königsberg auf wunderbare Weise entkommener Ortsgruppenleiter berichtete — mit sämtlichen Parteileuten kurzen Prozeß machten, erhob sich die Angst vor einer allzu deutlichen Offenbarung der eigenen Furcht. Der gleiche Kreislauf, der an so vielen Stellen hinter dem Wahnsinn der letzten Wochen stand, nistete auch in dem Hause in Neutief und charakterisierte die letzten Tage.

In der Nacht vom 22. auf den 23. April lieferten Meldungen aus Pillau die Gewißheit, daß der Hafen spätestens am 24. oder 25. April verlorengehen würde Koch entschloß sich daraufhin, am 23 April an Bord der „Königsberg" zu gehen und Neutief zu verlassen. Er tat dies, nachdem er sich vergewissert hatte, daß die Funker auf seinem Schiff in der Lage waren, den Funkverkehr mit dem Führerhauptquartier fortzusetzen und damit eine weitere Vorspiegelung seines „heroischen Kampfes" auf ostpreußischem Boden zu sichern.

Die „Ostpreußen" lag nun schon seit Anfang April 1945 im Pillauer Hafen unter Dampf. Der Eisbrecher war mit Flakartillerie bestückt und hatte außer seiner Besatzung deren Bedienungsmannschaften und eine Gruppe von Funkern an Bord. Er war nicht der Kriegsmarine unterstellt worden und hatte keine Flüchtlinge an Bord genommen, obwohl er Hunderten von Menschen Platz geboten hätte. Sowjetische Flugzeuge griffen ihn mehrfach an. Die Flakbedienung hatte dabei schwere Verluste und beerdigte ihre Toten an Land.

Am Nachmittag des 23. April, als Pillau schon brannte und im schweren Feuer der sowjetischen Artillerie lag, kam eine Barkasse, von der Nehrung herüberfahrend, längsseits. Ihr entstieg ein SS-Offizier des Stabes Koch. „Das Schiff", erklärte er dem Kapitän, „hat auf Befehl des Gauleiters und Reichsverteidigungskommissars heute abend gegen 19 Uhr auslaufbereit zu sein. Der Gauleiter wird sich kurz vorher mit seinem Stabe an Bord begeben. Ich habe den Auftrag, die Verladung wichtiger Güter zu beaufsichtigen."

Der Kapitän schwieg, aber seine Augen verrieten, was er in diesem Augenblick dachte. Er hatte lange genug auf diese Stunde gewartet. Kurz darauf kam ein größeres Boot längsseits, das den Mercedeswagen des Gauleiters brachte. Er wurde auf Befehl des SS-Führers an Bord gehievt und an Oberdeck festgezurrt. Die Besatzung der „Ostpreußen' packte Schrankkoffer, umfangreiches sonstiges Gepäck und zahlreiche Kisten mit Proviant und Getränken, die für eine sehr lange Reise ausreichten, an Bord. Die Verladungen waren am Spätnachmittag beendet. Auf der Pier im Hafen lag bereits Granatwerferfeuer. Flüchtlinge gingen an Bord von Booten und Prähmen.

Gegen 18 Uhr machte ein neues Boot mit Erich Koch, seinem Stab und seiner Leibwache fest. Kochs vierschrötige Gestalt — an diesem Tage noch in brauner Uniform — erschien für kurze Zeit an Deck. Sein grobgeschnittenes Gesicht wurde zwischen den Gestalten seiner Umgebung sichtbar. Dann verschwand er in den für ihn bestimmten Räumen. Gleich darauf lief der Eisbrecher aus und ließ die brennende Stadt Pillau und die Nehrung hinter sich zurück. Koch erteilte Befehl, zunächst Hela anzulaufen. Der General v. Saucken wurde weder von Koch noch von einem Angehörigen seines Stabes über die Abfahrt des Reichskommissars unterrichtet.

Die „Ostpreußen" lief am 24. April früh Hela an. Die Funker gaben unentwegt Meldungen als „geheime Reichssache", welche in Berlin den Eindruck erwecken mußte, als halte Koch sich in dem umkämpften Pillau, zumindest aber auf der Nehrung auf. Sowjetische Flugzeuge schwebten auch über Hela in der Luft, warfen Bomben und flogen Tiefangriffe auf Prähme und Schiffe, die Flüchtlinge, Soldaten und Verwundete an Bord nahmen. Sowjetische Artillerie schoß von der Oxhöfter Kempe herüber und traf ab und zu in die Verladungen. Er gab Tote und Verwundete. Schwerverletzte lagen auf den schmalen Molen.

Als das Feuer nachließ und die Flieger abflogen, begab sich Koch an Land. Umgeben von seiner Wache, schritt er durch die wartenden Flüchtlinge hindurch, welche die Angriffspausen benutzten, um nach Schiffen Ausschau zu halten. Die Blicke, die ihm folgten, waren zwiespältig. Sie zeigten ebenso verbissene Wut wie Furcht. Sie zeigten aber auch die unendlich schwer verlöschende Hoffnung derer, die zu viele Jahre lang geglaubt hatten, und selbst jetzt noch in irgendeinem Winkel ihres Herzens hofften, der brutale Koloß Koch, der Mann der ewigen großen Worte, bringe irgendeine Lösung, eine Rettung oder das Wunder, von dem er so oft gesprochen hatte. Aber Koch dachte nicht daran, ihnen irgendetwas zu bringen. Er ging zum Seekommandanten und forderte mit der Begründung, er müsse in dringendem Auftrag zum Führer, ein Sondergeleit für sein Schiff, um die minen- und U-Boot-gefährdeten Gewässer vor der pommerschen Küste passieren zu können. Und hier erfuhr er nun — vielleicht zum ersten Male —, daß das Gebäude seiner Macht keinen Grund mehr besaß. Der Marineoffizier kannte ihn. Er hatte in Pillau genug seiner großen Worte gehört und fühlte sofort, daß Koch keinen wirklichen Auftrag mehr hatte, sondern auf der Flucht nach dem Westen war. Er erklärte ihm, daß er über kein Sondergeleit verfüge. Der Reichskommissar müsse sich einem der Flüchtlingsgeleite anschließen, die in der kommenden Nacht nach Kopenhagen abgehen. Koch brauste auf. Er hob die berühmte geballte Faust, mit der er einmal Beamte niedergeschlagen hatte, die Ihm nicht folgsam waren. Aber er vergaß, daß der Offizier ihm gegenüber in den letzten Wochen so viel Gewalt und Not und Elend gesehen hatte, daß Ihn nichts mehr schrecken und erschüttern konnte — weder Drohung noch Gewalt noch der verfallende Nimbus eines Namens. Das alles war für ihn nur noch Schall und Rauch. Kochs Drohung glitt an einem Manne ab, der so weit jenseits aller Dinge stand, daß er sich kaum noch die Mühe zur Verachtung nahm.

Der Marineoffizier wiederholte, er verfüge über kein Sondergeleit. Er sei nicht einmal in der Lage, seine großen Flüchtlingsgeleite notdürftigst zu sichern. Das aber sei seine Aufgabe. Er könne und werde keins seiner Boote für andere Aufgaben abzweigen. Koch möge sich, wie bereits gesagt, einem der nor-

 

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malen Geleite anschließen. Außerdem müsse er ihn bitten, einige Hundert Flüchtlinge an Bord zu nehmen, für die er zweifellos Platz habe. Koch fühlte, wie sein Nimbus, der so lange Zeit Millionen von Menschen gebeugt hatte, unter seinen Händen dahinschwand. Er hätte versuchen können, das Sondergeleit über Bormann und den führertreuen Admiral Kummetz in Kiel zu erzwingen. Aber er hätte dazu seine Fluchtabsichten frühzeitig enthüllen müssen. Und es wäre in der allgemeinen Verwirrung nur noch ein Versuch geblieben. Er trat daher mit drohenden, aber leeren Worten den Rückzug an.

Aber das Bewußtsein dieses Rückzuges trieb ihn unwiderstehlich dazu, noch einmal seine Macht über Menschen zu versuchen. Von seiner Wache umgeben, suchte er im Chaos der Insel nach ostpreußischen Flüchtlingen, von denen genug in den Waldstücken lagerten. Mit gewollt brutalem Schritt, breit und gut genährt, trat er zwischen die Abgerissenen und richtete einige Worte an sie. Es waren Worte, an die er selbst nicht mehr glaubte. Er sagte zwar nicht mehr: „Wir werden Ostpreußen behaupten. wir werden uns an den Boden krallen und notfalls vor den Schwellen unserer Türen fallen." Aber er sagte: „Ostpreußen! Ihr könnt sicher sein, wir werden uns Ostpreußen wieder holen. Es wird nicht mehr lange dauern. Ich bin unterwegs zu einer entscheidenden Besprechung beim Führer, welche die große Wende bringen wird."

Die Ostpreußen horchten schweigend. Wiederum taten es viele mit der einfach nicht zu mordenden Hoffnungsfreudigkeit der Verzweifelten. Mochten sie den Satrapen, der plötzlich vor ihnen stand, in der Not der Flucht tausendmal verflucht haben — jetzt horchten sie doch noch einmal auf. Vielleicht hatte er tausendmal gelogen um jetzt ein einziges Mal recht zu behalten. Es waren allerdings auch die anderen da, die Koch ansahen wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt, diejenigen, die am liebsten höhnend gelacht oder ihn verflucht oder ihm ein Messer in den Wanst gejagt hätten. Aber sie hielten sich zurück, weil die große Furcht sie immer noch umfangen hielt.

Selbst die groben, niemals von Feinheiten angekränkelten Sinne Kochs fühlten jedoch die verborgene Feindschaft. Und in ihm stieg der unbeherrschte Haß auf, den er immer gegen alle diejenigen empfunden hatte, die seinem Willen und seinen Ideen nicht hatten folgen wollen. Es war zugleich der Haß des Stürzenden. Er wandte sich mit einem kurzen „Heil", das wie blutiger Hohn klang. Es trieb ihn zu seinem Schiff zurück. Aber da schien ihm der Weg durch einige hundert Flüchtlinge verlegt. Es hieß, der Seekommandant habe sie zusammengerufen und die Bedauernswertesten ausgesucht, um Koch auf diese Weise noch einmal an sein leeres Schiff zu erinnern. Aber als Koch die Flüchtlinge erblickte und die Zusammenhänge begriff, verstärkte sich noch die Wut in ihm. Wer erlaubte sich, ihm Mahnungen zu erteilen? Ein kleiner Seeoffizier? Ein Offizier überhaupt? Der Wahn seines gottähnlichen Herrentums, dem er sich zu lange hatte hingeben können, erfaßte ihn wieder ganz. Er schritt durch die Leute hindurch. Er sah ihre hohlen Augen nicht. Er wollte sie nicht sehen... Ein ostpreußischer Volkssturmführer, ein alter Parteimann, einer der kleinen Idealisten, deren kindliche Vorstellungen sich nur selten mit der Wirklichkeit gedeckt hatten, schob sich kurz vordem Wasserloch in seinen Weg und bat mit bebend-erregter Stimme, seine überlebenden ostpreußischen Volkssturmleute, für die es auf Hela keine Verwendung mehr gab, mitzunehmen. Er wich völlig verwirrt zurück, als Kochs brutal-glühendes Gesicht sich ihm zuwendete und ihm zornig zurief, was er sich einbilde, warum er ihn mit solchem Dreck belästige. Er sagte in zorniger Unbeherrschtheit „Dreck!"- Aber er vergaß nicht sein Schauspielertum und setzte hinzu, er benötige sein Schiff zu kriegsentscheidenden Dingen.

Dann begab er sich, so schnell er konnte, an Bord zurück. Sein Verhalten entsprang jedoch nicht nur seinem aufbrausenden Herrentrotz. Er mußte nichts mehr fürchten, als Flüchtlinge und Fremde an Bord zu bekommen, die ihn in seine Karten sehen und seine Fahrt behindern konnten. Er hatte seine Besatzung und vor allem die Funker rechtzeitig durch den SS-Untersturmführer Bauer vereidigen und den Leuten sofortige Erschießung androhen lassen, falls sie „aus der Reihe tanzten*. Noch konnte er nicht übersehen, wohin ihn seine Fahrt führen wurde. Und auf keinen Fall wünschte er mehr Mitwisser zu besitzen, als unbedingt notwendig waren. Diesem Wunsch entsprang der letzte der wütenden Auftritte, die Kochs Aufenthalt vor der Hölle von Hela kennzeichneten.

Als er nach der Rückkehr von der Halbinsel der Unseligen, von seinen Windhunden gefolgt, erregt hin und her marschierte, entdeckte er auf dem Bootsdeck der „Ostpreußen" einen ihm unbekannten zehnjährigen Jungen. Er hielt ihn fest und schrie ihn an, wie er an Bord gekommen sei. Der Junge zitterte vor Angst und gestand, daß sich auch seine Mutter und sein Bruder an Bord befänden. Der erste Maschinist der „Ostpreußen", ein Königsberger, hatte seine Familie auf das Schiff gerettet und versteckt. Koch rief nach seiner Wache und befahl, sofort die blinden Passagiere von Bord zu jagen und auf Hela abzusetzen. Da stieg der Maschinist an Deck, der, Böses ahnend, den Lärm vernahm. Er trat auf den Gauleiter zu. Auch ihm war die Furcht vor dem Gewaltigen nicht fremd. Aber die Wut über so viel Erbarmungslosigkeit und die Angst vor dem Schicksal seiner Familie übermannten ihn. Wenn seine Familie von Bord gejagt werde, rief er, dann habe das Schiff seine letzte Fahrt getan, und er garantiere dafür, daß es Hela nicht verlassen werde. Koch schreckte für einen Augenblick zurück. Dann schrie er nach Verhaftung und Erschießung. Er bebte vor Wut. Aber der Kapitän, selbst am Ende seiner Zurückhaltung, trat neben seinen Maschinisten. Und Koch blieb ein neuer Rückzug erspart, weil er weder den Kapitän noch den Maschinisten für seine Flucht entbehren konnte. Aber er

 

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wünschte die Familie und den Maschinisten nicht mehr zu sehen. Er verbannte die Frau und die Kinder in eine fensterlose Lagerkammer.

Die „Ostpreußen" verließ Hela bei sinkender Nacht. Sie entrann glücklich sowjetischen Minen und Torpedos. Auch während der Fahrt nördlich der pommerschen Küste ließ Koch noch Meldungen über den Widerstand in Pillau und auf der Nehrung nach Berlin funken. Aber von dort kamen kaum noch Nachrichten, außer einigen propagandistischen Aufrufen Bormanns. Koch begann, im Dunkel zu tappen. Er konnte seine eigenen Meldungen nicht bis ins Uferlose fortsetzen. Aus einzelnen Nachrichten ging immerhin hervor, daß Hitler in Berlin geblieben war, daß keine Aussicht mehr bestand, dorthin zu gelangen, und daß der Kampf in Berlin in Kürze zu Ende gehen müsse. Es gab schließlich Nachrichten über den Verrat Görings und den Verrat Himmlers. Daraufhin ließ Koch die letzten Hoffnungen auf Hitler, aber auch die letzten Rücksichten fallen und dachte nur noch an die eigene Rettung. Die „Ostpreußen" lief Rügen an. Aber Rügen war inzwischen zur Festung erklärt worden, und der Festungskommandant untersagte dem Schiff den Aufenthalt im Hafen. Der Eisbrecher ging daraufhin auf der Reede vor Anker. Koch und seine Umgebung begannen hier, — auch vor der Besatzung, jede Maske fallen zu lassen. Koch umkreiste in nicht mehr zu bändigender Nervosität das Oberdeck. Einzelne seiner Herren suchten selbst durch Angeln ihrer Unruhe Herr zu werden. Plötzlich wurden die ersten Verkleidungen sichtbar. Die braunen Uniformen wurden durch einfache Wehrmachtsuniformen ersetzt. Zivilanzüge wurden getragen. Die Verkleidungen wechselten häufig, offenbar, um die bestmöglichste Tarnung herauszufinden. Koch selbst begann, Zivil zu tragen, dann aber die Uniform eines einfachen Schützen auszuprobieren. Einige Kreisleiter verwandelten sich in Flaksoldaten. Wohlvorbereitete falsche Papiere gab es plötzlich in Mengen. Ein beispielloser Akt der Demaskierung und Maskierung nahm seinen Anfang. Die Hybris des Heroismus, des Glaubens an den Sieg, dieses ganze krankhafte Schauspiel brach über Nacht zusammen. Dies ereignete sich für die einfachen Matrosen und Flaksoldaten an Bord, die auch jahrelang ihren Glauben in sich getragen hatten, so jäh, daß sie eine tiefe Verwirrung befiel und sie fassungslos vor den Ereignissen stehen ließ. Es zeigte sich jetzt, daß jeder im Stabe Kochs sich insgeheim für eine Flucht gerüstet hatte. Als über Nacht niemand vor niemandem etwas zu verbergen hatte und Koch selbst das Beispiel gab, enthüllten alle ihre Geheimnisse und die Hohlheit ihrer Welt.

Koch versuchte, angesichts der Bedrohung Rügens durch die Russen und der Unmöglichkeit, hier an Land zu kommen, nach Dänemark zu gelangen. Er hatte noch keinen endgültigen Plan für sein eigenes Untertauchen. Er schwankte hin und her. Der Eisbrecher nahm Kurs auf Bornholm, um — ohne Geleit, wie er war — durch die verhältnismäßig minen-freien Gewässer vor der schwedischen Küste Kopenhagen zu erreichen. Am 30. April kamen bei Nacht die hell-erleuchteten schwedischen Uferstraßen in Sicht. Einen Tag später nahmen die Funker die Meldung über Hitlers Tod und gleich darauf einen langen Spruch der neun Regierung des Großadmirals Dönitz auf. In diesem Spruch gab Dönitz seine Absicht bekannt, den Krieg im Westen zu beenden, im Osten aber weiterzukämpfen. Als der Tod Hitlers in Kochs trinkendem und debattierenden Stab bekanntgegeben wurde, erhob sich kein einziger der Anwesenden von den Plätzen. Koch, der unentwegt mit Gedanken an die Möglichkeiten seines Untertauchens beschäftigt war und sogar den Plan einer Landung in irgendwelchen abgelegenen norwegischen Fjorden erwogen hatte, erhielt dagegen durch den Funkspruch Donitz' vorübergehend einen letzten inneren Auftrieb. Er beschloß, von Dänemark nach Flensburg weiterzufahren und sich Dönitz für den Kampf um den Osten zur Verfügung zu stellen. Diese Aussicht bewegte ihn auch dazu, am 2. Mai in Kopenhagen an Land zu gehen, den Gedanken des Untertauchens noch einmal zurückzustellen und den Versuch zu unternehmen, vor Flüchtlingen in Dänemark über den weiteren Kampf im Osten zu sprechen, um sich selbst noch einmal aus der Versenkung der Namenlosigkeit, die sich bereits dicht vor ihm auftat und ihn zu verschlingen drohte, zu erheben. Noch einmal überfiel ihn die Verlockung der genossenen Macht.

Kopenhagen stand bereits im Zeichen eines befürchteten Aufruhrs der Dänen. Niemand durfte die „Ostpreußen" verlassen. Koch setzte sich telephonisch mit dem Hauptquartier des Wehrmachtsbefehlshabers in Dänemark, Generaloberst Lindemann, in Silkeborg in Verbindung. Er erfuhr jedoch von einem Offizier des Stabes, dem Oberstleutnant von Wedel, daß man ihn nicht zu sehen und nicht zu empfangen wünsche und ihm empfehle, dänischen Boden nicht zu betreten. Trotzdem gelang es Koch, als Zivilist an Land zu kommen und einige Flüchtlingslager in der Umgebung Kopenhagens zu besuchen. Aber diese Besuche waren nicht dazu angetan, seine letzten Hoffnungen zu fördern. Sie zerstörten vielmehr diese Hoffnungen und trieben Koch zurück in die Vorbereitungen zur Flucht

Am 5. Mai wurde der „Ostpreußen" ein weiterer Aufenthalt im Hafen von Kopenhagen untersagt. Der Seekommandant verweigerte jeden Geleitschutz. So passierte der Eisbrecher auf gut Glück den kleinen Belt. In Aarhus schossen Dänen auf das Schiff. Am Morgen des 7. Mai erreichte die „Ostpreußen" endlich Flensburg, und Koch erfuhr hier von der dicht bevorstehenden Kapitulation. Diese Nachricht zerstörte den allerletzten Halt. Man war bemüht, sich der Besatzung und ihrer Zeugenschaft so schnell wie möglich zu entledigen. Aber noch während deren Entlassungspapiere unterzeichnet wurden, warf man Waffen, Parteiuniformen und belastende Dokumente über Bord. Koffer und Kisten wurden an Land gebracht, und Kochs Umgebung zerstreute sich in den verschiedensten Verkleidungen. Koch selbst hinterließ das Gerücht, er begebe sich zum Großadmiral Dönitz, um dort weiter seine Pflicht zu tun. In Wirklichkeit nutzte er das Chaos dieser letzten Tage, um als „Hauptmann a. D. Berger" mit falscher Uniform und falschen Papieren zu verschwinden und ein verborgenes, unbedeutendes Leben zu beginnen, welches dem Leben ähnelte, das er vor seinem Aufstieg zur Macht einmal geführt hatte.

 

 

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Anmerkung 1:

Partei

Damals war es nicht eine Frage, zu welcher Partei jemand gehörte, sondern die Frage war, ob man der Partei angehörte. Und dieser Unterschied allein war maßgebend, und nicht der Name der Partei, denn da gab es nur eine. Den Namen der Partei konnte man sich also sparen, das ersparte Zeit. Hier nun ein paar Links, zu Stellen auf dieser Website, zu Information über diese Partei, ihre Hierarchie und Titel usw.:
Ortsbauernführer
Ortsgruppenleiter
Ortsbauernführer und Kreisleiter aus Mohrungen. Dort wird auch Erich Koch erwähnt.
Kreisleitung und Kreisleiter

Ich bringe jetzt ein Zitat aus einem Artikel, der sich mit einer Parteiveranstaltung beschäftigt, die zwei Wochen nach dem 20. Juli 1944 in Posen stattfand, also gleich nachdem die Partei eine gefährliche Krise überstanden hatte, wo ihr Führer ums Leben gebracht werden sollte. Dieses Zitat gibt einen Eindruck von der damaligen Führungsspitze. Die Führer der Partei und des Reiches hielten auf dieser Tagung Reden vor den Gauleitern, und das in der folgenden Reihenfolge: Goebbels, Speer, Himmler, Bormann und Hitler. Nun das Zitat:

Die hier zum erstenmal veröffentlichte Rede hielt der Reichsführer SS, Chef der Deutschen Polizei, Reichsinnenminister und neuernannte Befehlshaber des Ersatzheeres, Heinrich Hinunler, vor den Reichsleitern und Gauleitern der NSDAP am 3. August 1944 in Posen. Er war nunmehr der mächtigste Mann nächst Hitler. Ihm unterstand die gesamte SS mit allen ihren Sonderformationen einschließlich der Waffen-SS. Auch blieben diejenigen Verbände der Waffen-SS, die im Einsatz operativ einzelnen Armeen oder Heeresgruppen zugeteilt waren, im übrigen der Befehlsgewalt Himmlers unterworfen. Zum Reichsminister des Innern war er bereits 1943, als Frick als Reichsprotektor nach Prag abgeschoben wurde, ernannt worden. Als solcher kommandierte er die gesamte innere Verwaltung. Nach dem 20. Juli wurde er außerdem Befehlshaber des Ersatzheeres; ihm unterstanden damit alle Truppen innerhalb des Heimatkriegsgebietes, das auch große Teile der besetzten Gebiete — je nachdem, wie weit die Operationsgrenze vorgeschoben war — umfaßte.

Nach Posen hatte Martin Bormann als Leitet der Parteikanzlei die obersten Parteifunktionäre zu einer Tagung berufen, um ihnen die nötigen „Erklärungen" zum Attentat und Umsturzversuch gegen Hitler zu geben. Die Gauleiter, die als Reichsverteidigungskommissare die höchsten Beamten und mächtigsten Gebieter in ihrem Bereich waren, sollten nach dem dramatischen Ereignis vom 20. Juli neu ausgerichtet werden. Dieses Ereignis hatte die Funktionäre in ihrer Herrschaft und persönlichen Existenz bedroht. Zahlreiche widerspruchsvolle Gerüchte waren auch innerhalb der Partei in Umlauf. Man wollte den höchsten Würdenträgern von Staat und Partei klarmachen, daß es von nun an allein Sache der Partei sei, für die Weiterführung des Krieges zu sorgen. Die NSDAP sollte zu diesem Zweck neue seelische und materielle Kräfte mobilisieren, eine „Volkserhebung" ins Werk setzen und den „heiligen Volkskrieg" proklamieren. Vom „Sieg an allen Fronten" war damals in der nationalsozialistischen Propaganda nur noch wenig die Rede, statt dessen um so mehr von den geheimen Waffen und den „geheimen Kräften der Seele", so als ob diese, um ausgelöst und dann in ihrer ganzen unwiderstehlichen Gewalt wirksam zu werden, ein gewisses Maß von Rückschlägen geradezu zur Voraussetzung hätten.

In der letzten Woche vor dieser Gauleiter-Tagung waren die Amerikaner nach Avranches durchgebrochen, die Russen hatten Brest-Litowsk und Kowno genommen und so die Heeresgruppe Nord erstmalig von Ostpreußen abgeschnitten, die Amerikaner besetzten Florenz, und in Warschau brach der polnische Aufstand aus. Angesichts dieser Situation sprachen an jenem 3. August in Posen Goebbels, der zum „Generalbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz" ernannt worden war, über seine neue Aufgabe, Speer über die „Aufwärtsentwicklung" der deutschen Rüstung und die Notwendigkeit, wieder das technische Übergewicht über den Feind zu gewinnen, und zuletzt Himmler. Zum Abschluß der Tagung bezeichnete Bormann es als die geschichtliche Aufgabe der Partei, das deutsche Volk zum „Kampf für den Sieg des Reiches" bereit zu machen. Am anderen Tage, dem 4. August, wurden die Teilnehmer von Hitler selbst empfangen, der ihnen bei dieser Gelegenheit erklärte, die Mobilisierung aller Kräfte in unserem Volke, wie sie heute stattfinde, hätte nicht erfolgen können, wenn das „verbrecherische Treiben" der jetzt beseitigten „Saboteure" weiter angedauert hätte.

Das waren also die ganz großen der Partei.

Und wo trafen sie sich? In Posen. Warum in Posen? Weil das schön weit weg war von der Reichweite feindlicher Bomberverbände. Es wäre ja auch zu peinlich gewesen, wenn diese Herrenmenschen und Welteroberer nun ihre Versammlung unterbrechen hätten müssen, weil die Sirenen sie aufforderten, sich in ihre Bunker zu verkriechen.

 

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Anmerkung 2:

Pillau

Pillau ist auf etlichen Karten dieser Website zu sehen, z. B. auf Karte Ostpreußen. Es liegt westlich von Königsberg, an der Ostsee, am Ende der Halbinsel dort, gegenüber der Frischen Nehrung, also an der Zufahrt zum Frischen Haff, nördlich davon.

Die Frische Nehrung hatte als Besonderheit, auch im Vergleich mit der Kurischen Nehrung, daß sie nicht, zumindest direkt, mit dem Festland verbunden war. Sie war Teil des Weichsel-Deltas und auf dem Landweg nur über Brücken erreichbar. Und das, weil die Nogat, der östlichste Delta-Arm, nicht in die Ostsee floß, sondern in das Frische Haff. Und das Weichsel-Delta war damals der Teil Deutschland, der in diesem östlichen Gebiet bis zuletzt, also bis zur Kapitulation, gehalten wurde. Dies wurde auf dieser Website diskutiert, siehe Kessel Danzig-Marienburg. Und die Verteidigung Pillaus hatte also auch den Zweck, den Sowjets nicht den Zugang zu dieser Meerenge zu geben. Das war ein militärischer Gesichtspunkt, aber von größter Wichtigkeit für die Unmengen von Flüchtlingen, für die die Frische Nehrung der Fluchtweg war. Und der war vom Festland über das zugefrorene Frische Haff. Diesen Zugang der angreifenden Armee zu verwehren, war genau so wichtig, wie die Brücken zu sprengen, z. B. die Nogat-Brücken in Marienburg.

Die Kriegsmarine spielte in der Rettung von Flüchtlingen eine wichtige Rolle. Sie schien der Teil des militärischen Apparates gewesen zu sein, der am besten funktionierte. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ein Admiral dann Staatsoberhaupt wurde. Meine Erfahrung von der damaligen Zeit war, daß die Marine immer einen guten Eindruck machte, hilfsbereit war, gutes Essen ausgab. Deren Gulasch-Kanone war beliebt.

Auch als der Landweg über Pommern, den wir noch nutzen konnten, nicht mehr frei war, war das Ausschiffen von Menschen der einzige Fluchtweg.

Diesem obigen Bericht zufolge scheint also Pillau bis zuletzt umkämpft gewesen zu sein, und das scheint auch die Karte Die Eroberung Deutschlands 1945 - 1. April 1945. anzudeuten.

"Im Zweiten Weltkrieg gewann der Marinestandort Pillau große Bedeutung. Schon 1933 war Pillau Heimathafen einer Minensuchflottille geworden, 1939 kam ein Seefliegerhorst hinzu und ein Jahr später wurde eine U-Bootlehrdivision stationiert. Es wurden neue Hafenbecken als Liegeplätze für Kreuzer geschaffen. Als der Krieg sich zum Ende neigte, wurden über die Stadt die ersten Flüchtlingstransporte des Unternehmens Hannibal abgewickelt. Am 5. Februar 1945 richtete ein erster sowjetischer Fliegerangriff große Schäden an. Insgesamt verließen von Ende Januar 1945 bis 18. April mehr als 450.000 Flüchtlinge mit Schiffen den Hafen von Pillau. Mit einsetzenden Häuserkämpfen in der Stadt am 24. April wurden die Hafenanlagen gesprengt."

"Am 25. April 1945 wurde Pillau als letzte ostpreußische Stadt von der Roten Armee erobert und . . ."

 

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Anmerkung 3:

Neutief

Der obige Text deutet an, daß Neutief direkt etwas mit Pillau zu tun hat. Ich bringe jetzt ein Zitat:

Fliegerhorst Neutief was begun in 1937 near the city of Pillau in East Prussia. The air base was built with two runways cast in concrete and hangars built in brick. The northern part of the airfield was designed for a seaplane base where the calm waters of the bay served for landings. The hard runways were equipped with a heating system, so that it also could be used in the winter. Two years later the airfield was operational and quickly put into use. Flights operated from the base during the attack on Denmark and Norway in April 1940 and again in June 1941 during the attack on Russia.

Throughout the war, this remained the Germans' main base in the east and at the end of January 1945 it become an important link in the Germans evacuation to the west. East Prussia was surrounded by the advancing Russians and refugees and wounded soldiers had to be evacuated either by ships or aircraft.

From the end of March 1945, the base was under constant fire from Russian artillery and bombers. The evacuation continued, and it is estimated that at least 5,000 refugees and wounded soldiers were flown from Neutief. The base remained active until 25 April 1945, when Pillau was captured by the Russians.

After the war, the German enclave of East Prussia became Russian territory and the air base was taken over by the Russian Air Force.  It remained active until the early 1990s.

Hieraus geht also hervor, daß Neutief eine militärische Einrichtung war. Und das in der Nähe von Pillau in Ostpreußen. Ein Fliegerhorst, auch für Wasserflugzeuge, gebaut zwischen 1937 und 1939. Deutschlands Hauptstützpunkt im Osten. Die Start- und Landebahn war beheizbar, so daß sie auch im Winter benutzt werden konnte. Schätzungsweise wurden mindestens 5.000 Flüchtlinge und verwundete Soldaten aus Neutief ausgeflogen. Seit Ende März 1945 unter ständigem Angriff russischer Artillerie und Bombern. Es wurde bis 25.04.1945 benutzt, als Pillau von den Russen eingenommen wurde.

Koch ging am 23. April 1945 an Bord der „Königsberg" und verließ Pillau also zwei Tage bevor es eingenommen wurde.

Neutief war dann also ein Flughafen und Pillau ein Hafen für Seeschiffe.

In dem obigen Bericht steht folgender Satz: "Am Nachmittag des 23. April, als Pillau schon brannte und im schweren Feuer der sowjetischen Artillerie lag, kam eine Barkasse, von der Nehrung herüberfahrend, längsseits." Und dann gibt es zwei Sätze, in denen das Wort Neutief vorkommt: "Der gleiche Kreislauf, der an so vielen Stellen hinter dem Wahnsinn der letzten Wochen stand, nistete auch in dem Hause in Neutief und charakterisierte die letzten Tage. In der Nacht vom 22. auf den 23. April lieferten Meldungen aus Pillau die Gewißheit, daß der Hafen spätestens am 24. oder 25. April verlorengehen würde Koch entschloß sich daraufhin, am 23 April an Bord der „Königsberg" zu gehen und Neutief zu verlassen." Diese drei Sätze gaben mir den Eindruck, daß Neutief vielleicht gegenüber von Pillau, also vielleicht auf der Nehrung war, und so suchte ich nach Karten, und fand es bestätigt.

Jetzt folgt eine Karte der Start- und Landebahn vom Flughafen Neutief:

NeutiefStartbahn

Und jetzt kommt eine Karte, die direkt sagt, das Neutief der Flugplatz von Pillau war:

Neutief2

Im obigen Bericht steht auch dieser Satz: "Er rechnete für diesen Fall — wenigstens nach außen hin — noch immer damit, wieder Herr in seinem „Reich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer" zu werden."

Es sieht also so aus, als ob Erich Koch direkt in Neutief gewohnt hat, vielleicht auch seine Behörde, und deshalb, damit er, der Reichskommissar, direkten Zugang zum Flughafen hatte, um überall hin fliegen zu können in sein Riesenreich.

Und da Neutief keine direkte Landverbindung mit dem Festland hatte, mit Pillau, eigentlich sogar zum Weichsel-Delta gehörte, da es durch das Pillauer Tief von Pillau getrennt war, könnte es sein, daß es später als Pillau an die Sowjets fiel, vielleicht sogar überhaupt nicht von ihnen erobert wurde, sonder durch die Kapitulation an sie fiel.

Jetzt folgt noch: PillauSatellitenaufnahme2000:
PillauSatellitenaufnahme2000

Da gab es wohl einige Leute, die damit rechneten, Herr in einem Riesen-Reich zu werden. Zum Beispiel nach 1941, nach Pearl Harbour, nachdem Deutschland Amerika den Krieg erklärt hatte, in einem Reich vom Atlantik bis zum Mississippi, dem östlichen Teil eines geteilten Amerikas, während dann Herren aus Tokio damit rechneten, Herr im westliche Teil zu werden, vom Pazifik zum Mississippi.

Neutief ist auch auf folgenden Karten zu sehen:
Heilgenbeil 1
Heilgenbeil 2
Heilgenbeil 5
Heilgenbeil 6

 

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Anmerkung 4:

Hela

Hela ist auch auf der Karte Ostpreußen zu finden. Es liegt auch an der Ostsee, an der Danziger Bucht, am Ende der Halbinsel Hela, nordöstlich von Danzig. Mein Vater ist damals auch mit einem Schiff von Hela nach Schleswig-Holstein gefahren, siehe Karte Ostpreußen.

Die „Ostpreußen" lief am 24. April früh Hela an. Und dieser Eisbrecher „Ostpreußen" verließ Hela bei sinkender Nacht, und das war dann wohl auch der 24. April 1945. Und das war dann wohl auch nicht der Tag, an dem Hela fiel. Hela war also wahrscheinlich auch bis fast zum Ende noch ein Ort des Entkommens.

Und vielleicht auch noch danach, denn die neuen Machthaber mußten ja erst mal dort hinkommen, und die ganze Halbinsel war ja vielleicht noch in deutscher Hand, da sie ja relativ einfach war zu verteidigen, die Rettungsaktion wird wohl nicht abgebrochen worden sein, nur weil die Politiker eine Entscheidung getroffen hatten, sondern die machten einfach damit weiter, was dringendst notwendig war.

Auch die Regierung Dönitz hat nicht am Tag der Kapitulation aufgehört zu existieren, da gab es große Gebiete, die von den Siegermächten einfach flächenmäßig erst erfaßt werden mußten, siehe Die Eroberung Deutschlands 1945 - 1. Mai 1945.

Jetzt ein Artikel:

Flucht vor der Roten Armee

In der Sardinenbüchse auf der Ostsee

Abgelegt in letzter Sekunde: Paul Kleff und seine Kameraden erwischten auf ihrer Flucht vor der Roten Armee das letzte Schiff von der Halbinsel Hela Richtung Westen - einen klapperigen Küstentanker. Tagelang froren und hungerten sie - in ständiger Angst, versenkt zu werden.

Mittwoch, 26.05.2010  18:25 Uhr

https://www.spiegel.de/einestages/flucht-vor-der-roten-armee-a-950119-druck.html

Über uns war nichts als der blaue Himmel. Um uns Wasser, so weit das Auge reichte. Die Halbinsel Hela war schon lange am Horizont verschwunden. Die scheinbar unendliche Weite des Meeres stand jedoch im krassen Gegensatz zu der Enge, die an Bord unseres Schiffes herrschte. Wie die Ölsardinen lagen wir dicht gedrängt auf dem offenen, flachen Deck. Der einzige Aufbau, in dem man hätte unterschlüpfen können, war ein winziges Ruderhäuschen am Heck. Wir, das waren meine Kriegskameraden, einige zivile Flüchtlinge und ich, insgesamt rund 120 Menschen, die sich auf dieses etwa 18 Meter lange und fünf Meter breite Küsten-Tankschiff gerettet hatten.

Es war der 8. Mai 1945. Wenige Stunden zuvor hatten wir den Hafen von Hela verlassen. Die kleine Halbinsel vor Danzig war im April 1945 für die Flüchtlinge aus Ostpreußen das letzte verbliebene Schlupfloch in den Westen. Unaufhaltsam rückte die Rote Armee vor und holte den Flüchtlingsstrom langsam aber sicher ein. Nur übers Wasser konnte man ihr noch entkommen. Danzig und Gotenhafen hatten die Russen aber bereits erobert. Hela war somit der einzige noch erreichbare Ostseehafen in deutscher Hand. Tausende trafen hier täglich ein, um einen Platz auf einem Schiff Richtung Westen zu ergattern. Insgesamt 600.000 Menschen soll die Kriegsmarine allein im April von Hela aus evakuiert haben.

Als wir am 7. Mai 1945 auf der Halbinsel Hela ankamen, war davon nichts mehr zu spüren. Der Hafen war wie leer gefegt. Es schien als wären wir die letzten, die es bis hierher geschafft hatten. Tage und Wochen der Flucht lagen hinter uns. Wir gehörten zu einer Nachrichten-Einheit der Heeresgruppe Mitte und waren dem Kessel im ostpreußischen Heiligenbeil nur knapp entkommen. "Rette sich wer kann" lautete unsere Devise und so hatten wir uns - rund 60 Mann - wie so viele andere bis nach Hela durchgeschlagen. Sollte alles umsonst gewesen sein? Fuhren keine Schiffe mehr?

Flucht in letzter Minute

Im Hafen trafen wir auf einen Marine-Offizier, der ein herrenloses Küsten-Tankschiff entdeckt und gekapert hatte. Er bot sich an, uns und einige Zivilisten, die noch in Hela herumirrten, nach Kiel zu bringen. In letzter Minute und mit dem wohl letzten Schiff verließen wir in den Morgenstunden den Hafen von Hela. Wie viel Glück wir gehabt hatten, wurde uns erst bewusst, als wir auf offener See über Funk erfuhren, dass die Deutsche Wehrmacht bedingungslos kapituliert hatte. Ich werde diesen Tag niemals vergessen.

Es kam fast einem Wunder gleich, dass wir noch lebten, doch keiner jubelte. Zu viele unserer Kameraden waren bereits gestorben. Andere mussten wir aus Platzmangel an Land zurücklassen - wissend, dass sie in die Hände der Sowjets fallen würden. Hinzu kam die Angst vor den Fliegerangriffen der Alliierten. Etliche Flüchtlingsschiffe waren in den vergangenen Monaten beschossen und versenkt worden, tausende Menschen waren ertrunken. Wir fürchteten, uns könne dasselbe Schicksal blühen.

Angestrengt hielten wir Ausschau nach russischen Schiffen oder Flugzeugen. Doch am Himmel tat sich nichts, und auf dem Wasser waren wir weit und breit allein. Unser Kapitän, der selbstbewusste Marineoffizier, nahm aus Angst vor möglichen Angriffen erst einmal Kurs nach Nordwesten, um uns so weit wie möglich von der allgemeinen Schifffahrtsroute wegzubringen. Erst auf hoher See drehte er nach Westen ab. Wir hatten anfangs das Gefühl, Kurs ins Ungewisse zu nehmen ? zumal unser Schiff gar nicht hochseetauglich war. Doch die Angst vor den Bomberattacken hielt uns davon ab, auf der navigatorisch sicheren Route entlang der Küste zu bestehen.

Beten für die Heimkehr

Dieser gewollte Umweg kostete uns viel Zeit. Statt einen Tag waren wir fünf Tage unterwegs. Die Bedingungen an Bord waren extrem: Tag und Nacht waren wir Wind und Wetter ausgesetzt. Wir lagerten entweder im eisernen Umlauf oder auf den etwas erhöhten Holzplanken in der Mitte des Schiffs. Mein Freund Hans und ich hatten uns im Umlauf niedergelassen, wo wir gerade eben nebeneinander liegen konnten. Die nächtliche Maikälte ließ uns mehr bibbern als schlafen. Decken waren absolute Mangelware - genauso wie das Essen. Kaum jemand hatte für mehr als einen Tag Verpflegung bei sich. An Bord gab es lediglich Trinkwasser, das aber streng rationiert war. Mit einem Viertelliter täglich mussten wir auskommen.

Trotzdem blieb dieser alte Kahn das Schiff unserer Hoffnung. Unsere Zuversicht stieg von Tag zu Tag. Irgendwann musste ja Land auftauchen. Ich wurde immer glücklicher. Abends schaute ich dankbar in den Sternenhimmel. Seit Monaten ließ meine Seele erstmals wieder Gefühle zu. Nie zuvor erlebte ich die Morgendämmerung, den Sonnenuntergang und die Sterne, so intensiv wie hier unter freiem Himmel. In diesen Tagen wurde ich süchtig nach dem immer wiederkehrenden Naturschauspiel. Und ich lernte, wie viel intensiver man solche Sinnesreize mit leerem Magen wahrnahm.

Jeden Abend, wenn die Dämmerung sich aufs Wasser legte, vernahmen Hans und ich in unserem Umlauf liegend ein leises Gemurmel. Erst am dritten Tag konnten wir es als das einordnen was es war: Ein älteres Ehepaar, das neben uns lag, betete. Die meisten von uns schöpften in diesen Nächten Hoffnung aus ihrem Glauben. Die Stimmung an Bord war entsprechend ruhig, ja fast besinnlich.

Kiel in Sicht!

Am fünften Tag unserer Reise tuckerten wir endlich auf die Kieler Förde zu. Eine verheißungsvolle Spannung lag in der Luft. Als wir dann nach Tagen erstmals wieder Land sichteten, hielt es keinen von uns mehr am Boden. Gebannt starrten wir auf die Küste, die unaufhaltsam näher kam. Wer sich abwandte, wollte nur seine Tränen verbergen. Als dann die markante Silhouette des Marine-Ehrenmals Laboe erkennbar wurde, löste sich unsere Anspannung. Wir winkten dem Kapitän zu, dann setzte ein stürmischer Applaus ein. "Hier ist doch mein Zuhause", sagte er lakonisch zu den Umstehenden und fügte hinzu: "Es wäre doch traurig, wenn ein Seemann seinen Heimathafen nicht finden würde."

Von einem englischen Boot aus wurden wir angewiesen, mitten in der Förde zu ankern. Um uns herum lagen unzählige andere Flüchtlingsschiffe. Jedes durfte zwei Mann mit einem Beiboot an Land schicken, um Wasser zu holen. Ich war einer davon. An Land trafen wir erstmals auf englische Soldaten, die uns lässig - mit Gewehr bei Fuß - musterten, aber nicht unfreundlich und vor allem nicht wie Sieger.

Obwohl wir wussten, dass uns Soldaten nun die englische Kriegsgefangenschaft bevorstand, fühlten wir uns befreit. Im Vergleich zu dem, was uns in Russland erwartet hätte, war dies hier ein Glücksfall. Im Kessel von Ostpreußen hatte ein einziger Gedanke mein gesamtes Bewusstsein dominiert: Überleben. Nun erinnerte ich mich zum ersten Mal wieder an mein Leben. Ich dachte an mein Zuhause in Dortmund, meine Eltern, meine Freundin. Plötzlich hatte ich wieder Zukunftsträume. Mir wurde plötzlich klar: Ich habe überlebt! Ich bin 22 Jahre alt und habe mein Leben noch vor mir!

Als wir Soldaten am nächsten Morgen mit unseren letzten Kräften über eine wacklige Strickleiter auf ein riesiges englisches Schiff umsteigen mussten, fehlte unser Kapitän. Er, der wagemutige Marineoffizier, hatte sich über Nacht abgesetzt. Wir ahnten, was er vorhatte. Wie er aber an Land gelangte und ob er jemals sein Zuhause erreicht, haben wir nie erfahren.

Und nun noch ein Zitat:

APRIL 1945

Nachdem Danzig und Gotenhafen von der Roten Armee besetzt sind, ist die kleine Halbinsel Hela der letzte Absprungpunkt für die Bevölkerung und die Flüchtlinge in Pommern. Zwei Häfen stehen zur Verfügung, der Fischereihafen für die Zivilbevölkerung und der Kriegshafen für die Truppen und die Verwundeten. Die größeren Schiffe müssen auf der Reede von Hela außerhalb des Hafen ankern, der Wassertiefe wegen und um den sowjet. Luftangriffen besser ausweichen zu können. Die meisten Transporte mit Flüchtlingen aus dem Baltikum und Ostpreußen treffen in der Nacht und den frühen Morgenstunden in Hela ein. Es gibt Tage, an denen 60.000 Menschen gelandet werden. Die Unterbringung ist nur provisorisch zu regeln.

Die Lazarette, Schulen, Kasernen, Baracken und größeren Gebäude bleiben den Ärzten und Schwerverwundeten überlassen. Sie haben Vorrang auf den Transportschiffen, auch um rasch wieder Platz zu schaffen. Kleinere Gebäude werden zur ambulanten Versorgung kleiner Kinder und für Greise freigehalten.

Allen anderen Flüchtlingen wird Quartier in den mit Kusseln bestandenen Dünen angewiesen, militärisches Personal und Volkssturmbataillone werden im Waldgelände untergebracht, wo sie vor den sowjetischen Luftangriffen am besten Sichtschutz finden.

Zur Verpflegung werden allerorts Küchen und Waschkessel beschlagnahmt, in denen morgens, mittags und abends Suppe gekocht wird. Die Verpflegungsämter des Heeres sorgen für die Lieferung von Bohnen, Erbsen und Kohl und Fleisch, das aus den Schlachthöfen der Danziger Niederung nächtlich herbeigeschafft wird. Dort werden tagtäglich Flüchtlingstrecks aufgelöst und daraus Pferde und Zuchtvieh in großen Mengen zum Schlachten freigegeben. Um auffällige Menschenansammlungen zu vermeiden, werden zahlreiche Essenausgabestellen geschaffen, indem Badewannen aus Privatwohnungen beschlagnahmt und an geschützten Stellen im Wald aufgestellt werden. Sie werden dort eingemauert und befeuert, um in ihnen das Essen über längere Zeit warm zu halten.

Die schwierigste Aufgabe aber ist der Abtransport der sich auf Hela stauenden Massen. Die Bewegung der Dampfer muss den Russen möglichst verborgen bleiben. Anderweitig setzen sofort Fliegerangriffe ein, die die Passagiere auseinander treibt und alle zuvor getroffenen Vorbereitungen und Anweisungen zunichte machen. Im April gehen  vor Hela drei Dampfer mit 1800 Menschen durch Bombenangriffe verloren. Ende April warten auf Hela noch 200.000 Menschen auf ihre Weiterfahrt. Doch bis zur Kapitulation bleiben nur noch wenige Tage.

Insgesamt transportiert die Kriegsmarine im April mehr als 600.000 Menschen über die Ostsee. Dabei verliert sie 51 Schiffe mit 160.000 BRT. Insgesamt fallen mehr als 10.500 Menschen Angriffen auf deutsche Schiffe zum Opfer.  Das größte Unglück im April trifft den Transporter GOYA, der am 16.4. mit 6600 Menschen durch einem U-Bootangriff vor Stolpmünde versenkt wird.

Wie schwer es ist, Hela zu erobern, hat sich schon einmal gezeigt. Hela war ja nur 6 Jahre in deutscher Hand, von 1939 bis 1945. Als die Deutschen es 1939 eroberten, sah das so aus:

"Die Belagerung der Halbinsel Hel war eine der längsten Schlachten des Überfalls auf Polen bzw. Polenfeldzuges zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Auf der Halbinsel Hel und der Stadt Hel (deutsch: Hela), hielt sich der längste polnische Widerstand während des Polenfeldzuges."

Hela ist auf diesen Karten zu sehen:
Ostsee-Küste Kolberg - Danzig, dort sieht man verschiedene Orte auf der Halbinsel angegeben,
Karte Ostpreußen, dort sieht man die Eisenbahnlinie,
Gesamtfluchtweg, dort findet man polnische Namen.

Weiter oben heißt es: "Nachdem Danzig und Gotenhafen von der Roten Armee besetzt sind, ist die kleine Halbinsel Hela der letzte Absprungpunkt für die Bevölkerung und die Flüchtlinge in Pommern. Zwei Häfen stehen zur Verfügung, der Fischereihafen für die Zivilbevölkerung und der Kriegshafen für die Truppen und die Verwundeten." Hierzu nun vier Bilder von Hela:

Hela2

Hela4

Hela5

Hela1

 

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Anmerkung 5:

Oxhöfter Kempe

Die Oxhöfter Kempe ist auf der Karte Ostpreußen zufinden. Es scheint ein höher gelegenes Gebiet zu sein, das auf dem Westufer der Puziger Wiek liegt, also direkt am Meer. Und ihm gegenüber, auf der Ostseite der Putziger Wiek, liegt Hela. Beide Orte sind nördlich von Danzig. Die Oxhöfter Kempe ist gleich nördlich von Gdingen, oder Gotenhafen, und von dort wurde Hela wohl von den Sowjets angegriffen. "Sowjetische Artillerie schoß von der Oxhöfter Kempe herüber."

Oxhöft und Hela sind auch auf Georg Neumanns Karte zu sehen, ganz oben links. Die Entfernung der beiden Ort ist etwas weniger als 20 km.

Das war am 24. April 1945 und damit war wohl außer der Halbinsel Hela das restliche Gebiet westlich des Weichseldeltas nicht mehr in deutscher Hand.

 

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Anmerkung 4:

Ostsee

Andere Ortsnamen an der Ostsee können auf der Karte Gesamtfluchtweg gefunden werden.

 

 

 

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