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Auf dieser Webpage bringe ich meine Anmerkungen zu der vorigen Webpage
Luise Kalffs Flucht-Geschichte.

 

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Anmerkungen zu Luise Kalffs Flucht-Geschichte

Inhalt

1 Flucht-Geschichte
1 Mittwoch, den 17. Januar
1 ich
1 Vogtland
1 Schule
1 Sonnabend
1 Dorf
1 vorwurfsvoll
1 Schikowskis
1 Mohrungen
1 Schimachers

2 Kurt
2 morgens um 5 Uhr
2 Frieder

3 Weichselbrücken
3 Die ganze Nacht
3 Schneidemuhl

4 Nacht
4 Guben
4 Kottbus

5 Am anderen Vormittag
5 Halle
5 Leipzig
5 Plauen
5 Olsnitz
5 am selben Tag
5 Brotenfeld

6 morgens um 7 Uhr
6 im Sommer
6 inzwischen war ganz Sudostpreußen von Russen überflutet


7 Falkenstein
7 Auerbach

10 Waffenstillstand

11 meinem Geburtstag
11 über die Grenze zu gehen
11 Altmark

13 Salzwedel
15 Weferlingen
16 4. Okt.
18 russ. Offizieren
23 Mettingen

25 2. Grenzübergang
25 Gepäck

27 die Grenze 6 km. ab
28 ins engl. Auffanglager
29 großen Kisten von 3 Ztr.

 

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Anmerkung zu 1: Flucht-Geschichte

Ich bringe erst einmal ein Dokument.

UnsereFlucht

Am 17.07.2019 schickte mir Mark Schmidt eine Email, die so anfing: "Mark Schmidt aus USA hier. Wir haben ganz zufällig Ihr Bild von 'Linie Mattern' auf dem Internet gefunden."

Und dann heißt es dort: "Mein Vater ist Kurt Schmidt, Sohn von Louise Wasgindt and Pastor Kalff. Er ist ubrigens N. 22 (kneeeling front left), und lebt noch. Er erinnert sich ganz klar dass dieses Bild an dem Pfarer Haus genommen wurde, und das es die letzte Familien Feier gewesen war."

Und dann heißt es dort noch: "Beigefugt sind ein Paar Beispiele von Kurt's (Louise Wasgindt und Familie) Flucht Geschichte. Die Bilder sind Alle von Kurt gemalt, und das schreiben is Lousie)."

Und das obige Dokument ist eins der Beispiele.

Am 16.11.2019 schickte mir Mark Schmidt eine Email, die so anfing: "Wir haben jemanden gefunden, die das Schreiben von unsere Oma Kalff ubersetzten konnte. Es ist fur Sie hier beigefugt."

Und das beigefügte Dokument enthielt dann eine Abschrift der handschriftlichen Flucht-Geschichte. Und das war in Maschinenschrift, mit einem Computer geschrieben, und zusätzlich auch gleich eine Übersetzung ins Englische.

Ein Grund, warum ich mich mit diesem Dokument beschäftige, ist, daß auch dieses Dokument Einsicht in Schicksale gibt, die Menschen damals erlebten, und die Schicksale sind, die sich recht ähnlich in der Zeit des Endes abspielen werden. Je mehr sich damals die Menschen dem damaligen Tyrannen angeschlossen hatten, je grausamer war ihr Schicksal, und so wird es zur Zeit des Antichristen sein, je weiter sich die Menschen von Gott entfernen, je mehr werden sie das Schicksal haben, dem Antichristen in den Abgrund zu folgen.

Da gibt es Abstufungen, wie das Verhältnis zum Diktator ist. Da gab es Juden in Mohrungen, die setzten sich sehr bald nach der Machtübernahme ab. Sie sahen die Zeichen der Zeit und erkannten sie als solche, und verließen das Herrschaftsgebiet des Führers. Und das ist genau das, was wir tun müssen, ganz klar uns vom Gott dieser Welt trennen und uns ganz klar auf die Seite des Gottes uns begeben, der der Sieger sein wird.

Dann gab es Menschen, die sich dem System nicht anschlossen und sich ihm widersetzten. Sie erlitten Verluste, besonders materieller Art.

Dann gab es Menschen, die bei den Herrschern mitmachten und sie unterstützen, und ihre Verluste und Leiden waren recht klar erkennbar.

Und dann gab es diejenigen, die dieses System des Terrors betrieben. Und sie wurden zu Tode gefoltert und das konnte sich über Wochen hinziehen. Ich habe solche Berichte nach dem Ende des Krieges gehört und das waren Berichte, die sich auf Personen bezogen, die im direkten Umfeld meiner damaligen Welt gelebt hatten.

Man kann diese Abstufung auch so darstellen: Da gibt es Leute, die sich zur richtigen Zeit von den Bösen trennen. Dann gibt es Leute, die bis zum letzten Augenblick warten, und dann flüchten, die Flüchtlinge. Dann solche, die nicht flüchten, und da bleiben, in die Sklaverei geraten und dann weggejagt werden, die Vertriebenen. Und dann diejenigen, die nicht vertrieben werden können, da sie auf unmenschliche Art umgebracht wurden.

 

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Anmerkung zu 1: Mittwoch, den 17. Januar

Das war 1945.

Der Mittwoch, den 17. Januar, war der Mittwoch, am 17. Januar des Jahres 1945.

Dieser Mittwoch war in der Woche, an dessen Sonntag ich mich genau erinnern kann. Am Sonntag, den 21. Januar 1945, so um 10 Uhr, saß ich auf einem unserer Arbeitswagen. Er hatte ein Dach aus Planen und war beladen, und die Flucht sollte beginnen. Da sagte meine Mutter, sie müsse noch einmal ins Haus gehen, um noch etwas zu holen, und ich saß da, und dachte, jede Verzögerung sollte vermieden werden, behielt aber diese meine Meinung für mich.

Und der Ort des Geschehens war unser Hof bei Kranthau, nur wenige Kilometer nördlich von dem Ort, wo Luise Kalff ihre Flucht begann.

 

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Anmerkung zu 1: ich

Die Person, die sich hier mit "ich" bezeichnet ist Luise Kalff. Sie war einmal eine Bekannte meiner Mutter, dann war sie die Schwester meines Onkels Karl Wasgindt und dann war sie die Ehefrau von Pastor Kalff, der Pastor in Eckersdorf war. Und Eckersdorf war das Kirchspiel, zu dem Kranthau gehörte, wo ich wohnte, 5 km nördlich von Eckersdorf.

Jetzt kommt ein Bild "Kurt's Mutter Louise Wasgindt als Junge Frau" das mir Mark Schmidt am 01.09.2019 schickte:

LuiseWasgindtJungeFau

Jetzt kommt eine Information, die mir meine Cousine Helga Wasgindt am 11.03.2019 schickte:

Übrigens hatten sich Tante Luise und Deine Mutter den „Kuppelpelz“ verdient, denn die beiden haben die Ehe von Edith und Karl „eingefädelt“.

Von meiner Mutter habe ich manchmal gehört, daß sie immer versuche Leute zu verkuppeln, aber ohne Erfolg. Was Helga hier nun schreibt, scheint sich dem zu widersprechen. Aber diese Aussage von Helga zeigt, daß diese beiden Frauen in einem bekanntschaftlichen Verhältnis standen, und das schon bevor es ein verwandtschaftliches Verhältnis wurde.

Hier nun eine Aussage vom Tagebuch meiner Mutter am 25.01.1945:

Auch auf dieser Brücke war's: Ich konnte und konnte mich nicht mehr wach halten, rauchte die zweite Zigarette meines Lebens — die erste im Pfarrhaus Kalff, als Johannes Kalff, unser damaliger Pfarrer, wohl das letzte Mal auf Urlaub war — Dorothee dreht sich um und ruft ganz laut: Mutti, Mutti, Tante Lina raucht!

Und noch eine andere vom 09.10.1945:

Onkel Karl Wasgindt hat seine Frau Edith auf Luise Kalff's Karte hin gefunden. Karl kam nach Bad Salzdetfurth und nahm Edith und Tochter Helga auf einen Bauernhof von 60 Morgen bei Göttingen mit.

Ich habe den Namen Kalff recht oft gehört.

Von meiner Mutter erhielt ich einmal folgende Information: Kalff, Johannes, Siegen, Westf., Tillm. Stolz Str. 32.

Jetzt folgt ein Auszug aus der Dokumentation über Kranthau, die meine Schwester Ellinor 1985 herausgegeben hat, und dort von Seite 223. Es ist ein Bericht, den Ellinor selbst geschrieben hat:

Aber früher wurde fast regelmäßig am Sonntag gemeinsam zur Kirche nach Eckersdorf gefahren. Hier hielt zu meiner Kinderzeit Pfarrer Johannes Kalff den Gottesdienst (später kam er nur zu besonderen Anlässen 'aus dem Feld' zurück). Anschließend hielt er den Kindergottesdienst - die Eltern waren dabei. Und ich kann mich an wunderbare Stunden, die wir danach im Pfarrhaus noch verbrachten, erinnern. Frau Luise Kalff - eine verw. Schmidt, geb. Wasgindt - war eine elegante Frau. Ich erinnere mich auch an ihre weißes Cabriolet, das innen weinrot ausgeschlagen war. Auch dieses Auto wurde eingezogen.

 

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Anmerkung zu 1: Vogtland

Vogtland ist ein Gebiet, das in Sachsen und Thüringen ist. Nach dem Krieg gehörte dieses Gebiet in den Machtbereich der Sowjet-Union, lag also hinter dem Eisernen Vorhang, also östlich von ihm.

Vogtland, Bergland in Sachsen und Thüringen, zwischen Frankenwald im Westen, Fichtelgebirge im Süden und Erzgebirge im Südosten. Es ist eine von Norden nach Süden allmählich ansteigende, schwach hügelige Landschaft von 400 bis 600 Meter Höhe, die im Übergang zum Erzgebirge Höhen bis über 700 Meter aufweist. Den südlichen Teil bildet das Elstergebirge, das zur Tschechischen Republik hin steil abfällt. Saale, Weiße Elster und deren Nebenflüsse haben in die Hochfläche steilwandige, tiefe, bewaldete Täler eingeschnitten, die im Wechsel mit zerklüfteten Anhöhen und einer grünen, waldreichen Kuppenlandschaft das Bild des Vogtlandes prägen. In diesem von alters her als Durchgangsgebiet genutzten Raum mit Plauen als Zentrum haben Textilgewerbe und Instrumentenbau eine ausgeprägte Tradition.

 

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Anmerkung zu 1: Schule

Das war die Herderschule in Mohrungen. Das hat mir Mark Schmidt am 29.08.2019 geschrieben. Auf meine Frage: Hat Kurt Schmidt noch Erinnerungen an Mohrungen? war die Antwort: Viele - er sit dort fur 4 Jahre auf die Schule gegangen.

 

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Anmerkung zu 1: Sonnabend

Dieser Sonnabend war also der 20. Januar 1945. Die Familie Kalff ist also noch einen Tag früher geflüchtet, als wir. Und an dem Tag funktionierte der Eisenbahnverkehr noch fast ganz normal. Die Probleme fingen erst am nächsten Tag an, am Sonntag, den 21. Januar 1945.

 

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Anmerkung zu 1: Dorf

Das Dorf war Eckersdorf. Das Dorf ist auf der Karte Kranthau zu sehen. Dort kann man auch die Kirche eingetragen sehen. Mark Schmidt hat mir am am 28.07.2019 geschrieben, daß das Pfarrhaus 50 Meter südwestlich von der Kirche entfernt war und daß das Bild von Linie Mattern am Pfarrhaus aufgenommen wurde.

Um nun eine Idee zu haben wo das Dorf ist und wo die Reise hinging, hier eine Karte von Deutschland, wo die Route aufgezeigt ist.

EckersdorfMettingen

Eckersdorf, wo die Flucht begann, ist etwa dort wo das O von OSTPREUSSEN ist, ganz rechts, und der Ort des Endes der Flucht ist Mettingen, ganz im Westen, ganz links.

 

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Anmerkung zu 1: vorwurfsvoll

Hier haben Sie eine schöne Beschreibung, wie es an einer Schule in Deutschland zur Zeit der Nazis zugegangen ist. Und die Herder-Schule in Mohrungen ist nur ein Beispiel. Wenn die Eltern nicht völlig auf die Linie des Diktators eingeschwenkt sind, dann werden sie von ihren Kindern vorwurfsvoll behandelt. Das wird zur Zeit Endes noch viel stärker der Fall sein. Für die Erwachsenen wird es schon schlimm genug sein, irgendeine Form des Widerstandes aufrechterhalten zu wollen.

Ich bin nie zu einer Schule gegangen, die von den Hitleristen oder den Stalinisten kontrolliert wurde, aber allein zu einer normalen Schule zu gehen, die ja alle in einem Ausbildungssystem sich befinden, das komplett von Atheisten beherrscht wird, ist schon schlimm genug und hat mich Jahrzehnte gekostet, mich davon zu befreien.

Ich kenne nun Menschen, die im dritten Reich, und/oder in der Sowjet-Zone zur Schule gegangen sind, und sich dem Einfluß, dem sie dort ausgesetzt waren, wieder zu entziehen, ist fast unmöglich, und wird sogar meistens überhaupt nicht erkannt.

Ich kenne einen Mann, der zur Herder-Schule in Mohrungen gegangen ist, und er war ein typisches Beispiel, von dieser Gott-widersetzlichen, materialistischen Gesinnung.

 

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Anmerkung zu 1: Schikowskis

Mark Schmidt schreibt am 28.07.2019:

Der Schikowski war Burgermeister von Eckersdorf, und 'die Rechte Hand' von Louise Kalff warend den Krieg (vor der Flucht, naturlich, and warend Pastor Kalff weg war). Er hatte auch einen grossen Bauernhof. Er hat sogar vom Pfarrhause Eine Scheune dafur gemietet. Maschitzke war auch Bauer in Eckersdorf. Teichen hatte auch ein Hof auf der selben Seite wir das PfarrHaus

Mein Onkel Gustav Gehrmann war Bürgermeister von Mohrungen. Und wenn man dann etwas nachforscht, stellt sich heraus, daß er ein Pg. war und das bedeutet, daß er Parteigenosse war, und das bedeutet, daß er Parteigenosse der NSDAP war und daß er auch Ortsgruppenleiter war, und das bedeutet, daß er der oberste Nazi des Ortes war. Und der ganze Terror, der von diesem Ortsgruppenleiter ausging, wird deutlich, daß er seinem Vorgesetzten, dem Gauleiter Koch, meldete: "Mohrungen ist Judenfrei."

Ein Ortsgruppenleiter war also der örtliche Repräsentant des obersten Anführers dieses Terrorregimes, dem Führer.

Nun war und ist es so, daß in der Familie und auch sonst immer vom Bürgermeister geredet wird. Das hört sich gut an. Wenn man Ortsgruppenleiter sagen würde, dann würden alle gleich zurückschrecken.

Und wenn man nun die Frage stellt, wer denn der Ortsgruppenleiter von Eckersdorf gewesen ist, dann gibt es da keine Antwort, da gibt es dann nur Schweigen, und das Thema wird gewechselt, man spricht von etwas anderem.

Und wenn man dann die Frage stellt, wer denn der Ortsbauernführer von Preußisch Eylau war, dann gibt es da keine Antwort, da gibt es dann nur Schweigen, und das Thema wird gewechselt, man spricht von etwas anderem.

Auf meine Frage, "Ist Kurt Schmidt einmal auf dem Hof von Karl Wasgindt gewesen?" gab mir Mark Schmidt am 28.07.2019 folgende Antwort:

Ja - ein ganzes Jahr.Seine Mutter, Louise Kalff, hat Ihn dort hingeschickt um in Preussich Eylau auf die Horst Wessel Schule zu gehen. Sie dachte, diese Schule wurde Ihn helfen, die Aufnahme Prufung fur die Ober Schule in Mohrungen zu bestehen. Diese Ober Schule Hiess ubrigens die Herder Schule, nach dem Deutschen Dichter Hereder, der ein freund von Schiller und Goethe war.

Der Kurt Schmidt wird vielleicht recht gut wissen, wer der Ortsbauernführer in Preußisch Eylau war. Aber da kommt keine Antwort.

Nun noch Information vom Tagebuch meiner Mutter, vom 01.02.1946:

Edith erzählt, daß Schikowski, Eckersdorf, verschleppt worden ist und daß Lothar Schirrmacher lebt und er sich aus englischer Gefangenschaft gemeldet hat.

Das war also das Schicksal von Schikowski. Schikowski wurde also verschleppt. Und er war nicht nur von Eckersdorf, sondern Bürgermeister dort. Und das bedeutet höchstwahrscheinlich auch Obernazi des Ortes.

Diese Information von Mark Schmidt, daß Schikowski Bürgermeister war, wirft natürlich ein ganz anderes Licht auf die Information vom Tagebuch, daß er verschleppt wurde.

Wenn man Luise Kalffs Bericht liest, dann wird da von Schikowski geredet. Da ich nun diesen Namen im Tagebuch meiner Mutter im Zusammenhang mit Eckerdorf fand, fragte ich bei Mark Schmidt nach, und da kam dann die Information, daß er Bürgermeister war. Und dazu kommt dann die Information, daß er verschleppt wurde. Das sind zwei Einzelheiten, die ein Licht darauf werfen, was dann Luise Kalff danach über diesen Mann schreibt:

Der Abschied von Schikowskis war Herzergreifend, auf mein Bitten, mir ihr kleines Mädchen mitzugeben sagte er „wir sterben dann alle zusammen. Gott beschütze euch, wir sehen uns nie wieder."

Der Mann war also höchstwahrscheinlich der Obernazi im Dorf, war ein getreuer Anhänger des damaligen Antichristen, des Führers, für ihn war es Verrat, auch nur einen Quadratmeter seines großen Besitzes aufzugeben, der Fluchtbefehl kam erst einen Tag später, und so ging er in diesem vollen Bewußtsein auf den Abgrund zu.

Ich will nun einmal das Wort "verschleppt" erklären, wie es meine Mutter gebraucht. Sie sagt, es bedeutet, daß die Russen einen im Auto abholen, dann gegen ein Haus oder Baum fahren, und dann bleibt man mit mehrmals gebrochenen Knochen liegen.

Sie hat diese Beschreibung von einem Bericht, den sie gehört hat. Ich war nun dabei, als sie diesen Bericht gehört hat. Und was sie da berichtet, entspricht nicht dem, was ich gehört habe. Was ich gehört habe, war, daß der Mann über eine Zeit von zwei Wochen zu Tode gefoltert wurde, in dem man jeden Tag ein Teil seines Körpers brach oder herausschnitt.

Mein Vater hat einmal uns Kindern von seinen Erlebnissen im Grabenkrieg an der westlichen Front im ersten Weltkrieg erzählt und eine Geschichte war ziemlich grausam. Meine Mutter hat ihn unterbochen und ihm gesagt, er soll so etwas nicht den Kindern erzählen.

Wenn man nun die Bibel liest, dann gibt es dort jede Menge grausame Berichte, angefangen vom ersten Buch der Bibel, bis hin zum letzten Buch der Bibel.

Was man den Kindern nicht erzählen sollte, sind Märchen und Lügen und Unwahrheiten und falsche Darstellungen. Und dazu gehören Dinge, wie der Weihnachtsmann, der Osterhase und der Klapperstorch. Und das ist nur der Anfang, dann kommt so etwas wie Evolution und der ganze Rest der sogenannten wissenschaftlichen Erkenntnisse hinzu, was alles nur atheistische Propaganda ist. Man hat mich mein ganzes Leben lang versucht, mit solchem Zeug vollzupumpen.

Wenn man nicht ganz klar zu einem Punkt im Leben kommt, wo man sich dieses Vollpumpensbemühens bewußt wird, es als solches erkennt, und sich ihm widersetzt, dann wird es einem fast unmöglich sein, den Antichristen zu erkennen, und nicht mit ihm auf den Abgrund zuzusteuern.

Damals bei den Nazis war es genau so. Ich habe, außer meinen Eltern, keine Leute kennengelernt, die sich bewußt den Bemühungen der Nazis widersetzten.

Luise Kalff scheint Schikowski gebeten zu haben, mitzukommen, oder wenigstens das kleine Mädchen mitzugeben. Die ganze jenseitige Welt des Lichtes ist bemüht, die erdgebundenen verstorbenen Geister der Hölle zu entwinden. Unsere Aufgabe hier auf der Erde ist es, die Menschen von einem höllische Leben hier auf der Erde und danach im geistigen Reich abzuhalten. Aber es ist ein schwieriges Unterfangen. Einen Menschen, oder einen Geist, also einen verstorbenen Menschen, davon wegzubringen, ein höllisches Leben zu leben, ist eins der schwersten Dinge der Welt.

Es ist nicht Gott, der Menschen zur Hölle verdammt. Sie sind es selbst, die unbedingt ein teuflisches Dasein führen wollen.

 

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Anmerkung zu 1: Mohrungen

Kalffs waren am 20. Januar 1945 in Mohrungen. Ich war am 21. Januar 1945 in Mohrungen. Mohrungen war die Kreisstadt. Ich bin dort geboren. Für mich war es das letzte mal, daß ich dort gewesen bin. Ich bin niemals nach dort oder nach Ostpreußen zurückgekehrt.

 

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Anmerkung zu 1: Schimachers

Der Lothar Schirrmacher wurde gerade erwähnt. Ich hatte Mark Schmidt gefragt: Wer war der Standesbeamte in Eckersdorf und wo wurden die Unterlagen aufbewahrt?

Die Antwort war:

Herr Schirmer. Er war auch Hauptlehrer. Sein Sohn, Lothar, war Kurt's bester Freund (obwohl 5 Jahre alter als Kurt). Lothar ist im Krieg gefallen, und wir haben seine Grab Stelle in der nahe von Normandie gefunden. Zuruck mal zum Herr Schirmer. Er has es durch Louise Kalff nach dem Krieg nach Siegen geschafft, wo er seine letzte Jahre als Leherer fertig gemacht hat und wurde dort pensioniert. Wo doe Unterlagen waren wissen wir nicht. Hochstwarscheinlich in seinem Haus.

Und auf meine Frage: Wer führte die Kirchenbücher in Eckersdorf und wo wurden sie aufbewahrt? bekam ich folgende Antwort:

Pastor Johannes Kalff, und im Pfarrer Haus. Nachdem PAstor Kalf im Krieg eingestiegen ist, war Louise Kalff fur die Kirchenbucher verantworlich. Wo sie gebleiben sind Weiss jetzt keiner.

Das mit dem "Weiss jetzt keiner" ist also so, daß man Unterlagen von diesen Kirchenbüchern im Internet finden kann.

Im Tagebuch meiner Mutter steht am 15.03.1954: Frau Hopp erzählte, daß sie vor Gollnow die Eltern von Frau Schirrmacher aus Eckersdorf, Frau und Herrn Ziemer und Frau Zwillus getroffen haben — sie treckten vom selben Gut auf kleinem Bullerwagchen mit.

Im Tagebuch steht, daß Lothar Schirrmacher lebt und er sich aus englischer Gefangenschaft gemeldet hat. Und Mark Schmidt sagt, daß Lothar im Krieg gefallen sei. Diese beiden Informationen scheinen sich zu widersprechen.

Von meiner Mutter erhielt ich einmal diese Information: Schirrmacher, Heinrich, Siegen, Westf., Adolf-Wagner-Str. 3, Rosterberg.

 

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Anmerkung zu 2: Kurt

Jetzt kommt ein Bild "Onkel Karl mit Baby Kurt" das mir Mark Schmidt schickte:

OnkelKarlMitBabyKurt

Vor langer Zeit erhielt ich von meiner Mutter folgende Information: Schmidt, Kurt, Dr. med., Good Samaritan Hospital, Cincinnati 20, Ohio, USA.

Kurt is 4 Jahre in Mohrungen zur Schule gegangen.

Hier Information, die ich von Mark Schmidt am 22.07.2019 erhielt:

wir haben Onkel Karl's Hof auf der Landkarte gefunden (es liegt in was heute Rusland ist). Kurt hat ein Jahr auf seinem Hof gelebt um dort auf die Schule zu gehen. Er ist im Pfarer Haus in Eckersdorf aufgewachsen.

Kurt lebt in einem 'assisted living facility' in North Carolina. Seine 3 Kinder besuchen Ihn so oft, wie es geht (ich bin in Seattle, Eine andere Schwester lebt in New York, und Eine ist in NC).

 

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Anmerkung zu 2: morgens um 5 Uhr

Das war dann wohl der Sonntag, der 21. Januar 1945.

 

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Anmerkung zu 2: Frieder

Jetzt kommt ein Bild "1943 Photo of Oma Kalff with Kurt & Frieder" das mir Mark Schmidt am 16.11.2019 schickte:

1943LuiseKalffUndSoehne

Auf dem Hochzeitsfoto von Karl und Edith Wasgindt, Verwandte - Linie Mattern, sind zehn Mitglieder der Familie Wasgindt zu sehen. Hier eine Zusammenstellung.

 

Familie Wasgindt
Nr. Name Geburts- datum Sterbe- datum Jah- re alt Einzelheiten
1 Grete Müller geb. Wasgindt 08.06.1909 07.10.1977 68 Schwester von Luise Kalff
2 Gerhard Müller 07.11.1907 06.03.1991 84 Schwager von Luise Kalff, Pfarrer in Albrechtsdorf, Kreis Preußisch Eylau
10 Maria Auguste Wasgindt geb. Goerke 19.09.1877 26.02.1945 68 Mutter von Luise Kalff, beerdigt in Berlin-Reinickendorf
11 Luise Kalff, geb. Wasgindt, verw. Schmidt 05.06.1907 28.08.1973 66 ihr erster Mann war Lehrer
12 Edith Julie Hanna Wasgindt, geb. Mattern 09.07.1918 10.04.1996 78 Schwägerin von Luise Kalff
13 Johannes Kalff 26.06.1904 12.01.1993 89 Ehemann von Luise Kalff, Pfarrer in Eckersdorf
15 Karl Wilhelm Heinrich Wasgindt 24.08.1905 16.02.1976 71 Bruder von Luise Kalff, Bauer in Preußisch Eylau
22 Kurt Schmidt 04.04.1929 Sohn von Luise Kalff, Dr. med., USA, Kurts Vater ist noch vor Kurts Geburt verstorben
26 Friedrich Kalff 11.06.1933 09.11.1997 64 Sohn von Luise Kalff
27 Annelies Müller 21.04.1935 01.10.2018 83 Nichte von Luise Kalff

Der Vater von Luise Kalff war Karl Wasgindt.

Jetzt kommt ein Bild "Oma Wasgindt mit Kurt als Baby" das mir Mark Schmidt schickte:

OmaWasgindtMitKurtAlsBaby

Und dann noch ein Bild "Opa Wasgindt":

OpaWasgindt

 

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Anmerkung zu 3: Weichselbrücken

Das dürfte einmal die Brücke über die Nogat zwischen Marienburg und Kalthof, und dann die Brücke vor Dirschau über die eigentliche Weichsel gewesen sein.

 

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Anmerkung zu 3: Die ganze Nacht

Dies könnte die Nacht vom Sonntag, den 21. Januar 1945 zum Montag, den 22. Januar 1945 gewesen sein, oder vielleicht sogar die Nacht davor.

 

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Anmerkung zu 3: Schneidemuhl

Schneidemühl ist auf der Karte Ostbahn, de203, zu sehen. Es ist auf der Grenze zwischen West-Preußen und Posen, so auf der halben Strecke von Elbing nach Berlin.

 

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Anmerkung zu 4: Nacht

Dies könnte immer noch die Nacht vom Sonntag, den 21. Januar 1945 zum Montag, den 22. Januar 1945 gewesen sein, oder vielleicht sogar die Nacht davor.

 

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Anmerkung zu 4: Guben

Guben liegt südlich von Frankfurt an der Oder. Frankfurt an der Oder ist eine Stadt die westlich der Oder liegt. Guben liegt an der Neiße, einem Nebenfluß der Oder. Guben liegt auf beiden Seiten der Neiße. Diese beiden Flüsse, die Oder und die Neiße, bildeten damals, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, die Oder-Neiße-Linie, und diese Oder-Neiße-Linie wurde dann die Grenze, die bis heute die östliche Grenze Deutschlands ist. Alles was östlich dieser Oder-Neiße-Linie liegt, wurde Deutschland weggenommen und Polen gegeben, außer dem nördlichen Teil von Ostpreußen, der an Rußland fiel. Diese Grenze zwischen Rußland und Polen geht also von West nach Ost mitten durch Ostpreußen, und mitten durch den Kreis Preußisch Eylau und der Hof der Wasgindts liegt ganz dicht an dieser Grenze, gleich nördlich der Grenze, also jetzt in Rußland.

Luise Kalff, und Kurt und Frieder, hatten also damit, daß sie nun in Guben waren, ihre Flucht somit insofern abgeschlossen, daß sie jetzt in einem Gebiet waren, das Deutschland blieb, also aus dem Gebiet heraus waren, das dann nicht mehr zu Deutschland gehörte. Der Bahnhof von Guben liegt westlich der Neiße. Sie waren also damit nun in einem Gebiet, das deutsch blieb, nur war dieses Gebiet ein Gebiet, das dann zur russischen Zone gehörte, und somit ein Gebiet wurde, das von der sowjetischen Diktatur beherrschte wurde. Und dieser sowjetischen Diktatur wollten sie ja gerade entfliehen, das war ja der Zweck und das Ziel ihrer Flucht.

Nur war es so, daß es da einen Unterschied gab in der Schreckensherrschaft, die die Sowjets in den deutschen Gebieten ausübten, die sie von Deutschland eroberten. In den Gebieten, die östlich der Oder-Neiße-Grenze lagen, entlud sich die ganze Wut der Russen gegen die Deutschen, die Wut gegen die Deutschen, die sich aufgebaut hatte während der Zeit, als die Deutschen Rußland erobert und unterjocht hatten. Nachdem die Russen dann die Oder und die Neiße überschritten hatten, war die Wut schon etwas abgeflaut, und entlud sich hauptsächlich gegen die Repräsentanten des Nazi-Regimes. Und dann kam noch hinzu, daß dieses Gebiet, also das Gebiet westlich von Oder und Neiße, und östlich vom Eisernen Vorhang dann ein Gebiet wurde, das dann zum Warschauer Pakt gehörte, und somit ein anscheinend selbstständiges Land wurde, das ein verbündetes Land war, aber natürlich von der Sowjet-Union beherrscht war. Und da dieses Land dann Teil ihres Systems wurde, und man die Menschen dort als Verbündete brauchte, übten die Russen dort nicht Greueltaten in dem Ausmaß aus, wie sie es in Ostpreußen zum Beispiel getan hatten.

Luise Kalff und Kurt und Frieder hatten also eigentlich ihre Flucht nicht damit beendet, daß sie die Oder-Neiße-Linie überschritten hatten, für ihre Zukunft, in Freiheit in Deutschland oder in Freiheit in den USA leben zu können, war es nötig auch die Linie zu überschreiten, die dann der Eiserne Vorhang wurde. Und das taten sie dann auch.

 

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Anmerkung zu 4: Kottbus

Kottbus ist nicht weit von Guben, südwestlich von Guben, westlich von der Neiße.

 

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Anmerkung zu 5: Am anderen Vormittag

Dies könnte Montag, der 22. Januar 1945 gewesen sein.

 

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Anmerkung zu 5: Halle

Halle ist westlich von Kottbus, so zwischen Kottbus und Göttingen.

 

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Anmerkung zu 5: Leipzig

Liepzig ist dicht bei Halle, östlich von Halle.

 

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Anmerkung zu 5: Plauen

Plauen ist nun so das Zentrum vom Vogtland, in Sachsen. Und das Vogtland war das Ziel von Luise Kalff. Nur hat sie dann, Gott sei Dank, dieses Ziel später nach Westen verschoben. Denn das Vogtland wurde dann Teil des Sowjet-Imperiums. Und das war nicht nur eine Diktatur, sondern ein System, das seine grausame Macht versuchte, auf die ganze Welt auszubreiten. Und wenn ihre beiden Söhne in diesem System aufgewachsen wären und ausgebildet worden wären, dann wären echte Sklaven aus ihnen geworden, mit einer echten Sklavenmentalität.

Ihr Sohn Kurt hat sich also anscheinend auch von Deutschland abgesetzt und ist in die USA gegangen, und dadurch hat er sich der Ausweitung der Sklavenmentaltiät in Deutschland, auch in West-Deutschland, entzogen. Heute ist das ganze Land Deutschland von einer Sklavenmentalität überzogen. Die West-Deutschen, anstatt die östliche Diktatur in ihrem eigenen Land zu bekämpfen, wie es die Franzosen taten, haben sich gehorsam der Propaganda aus dem östlichen Teil ihres Landes unterworfen, und das politische Konzept war, und ist es auch heute noch, gegen den Antikommunismus zu sein. Und als sich das Zentrum des ganzen kommunistischen Denkens von Moskau nach Washington verlagerte, unter Obama, dann wurde dieser Mann angebetet und Deutschland wurde das Land, in dem die Zustimmungsquote für Obama am höchsten wurde. Und mit dieser positiven Einstellung zu solchen Antichristen wie Hitler, Stalin und Obama, werden sie dann, wenn der richtige Antichrist erschient, auch ihm zujubeln.

Das Ziel meiner Mutter war anfänglich nur das Gebiet westlich der Weichsel zu erreichen, da man ja auch damit rechnen mußte, daß der russische Vormarsch aufgehalten wird, wie im ersten Weltkrieg. Nur langfristig gesehen wurde die politische Entwicklung dahin ausgelegt, daß es so kam, wie es dann auch kam. Die Fluchtplanung begann also eigentlich lange vor dem eigentlichen Fluchtbeginn. Und dazu gehörte die Planung des Fluchtzieles. Und das war Bad Salzdetfurth, in der damaligen preußischen Provinz Hannover. Und dieses Fluchtziel war nicht nur das Fluchtziel meiner Mutter, sondern das aller sechs Töchter meiner Großmutter. Und somit hatten es auch ihre Männer, die dann Soldaten wurden, und somit kamen dann nach dem Krieg alle in Bad Salzdetfurth zusammen.

Die folgende Karte zeigt Plauen in der Mitte des Vogtlands. Die erwähnten Orte Olsnitz, Falkenstein, Auerbach und auch Arnoldsdgrün und Zaulsdorf sind dort auch zu sehen. Das Wort Vogtland ist groß querüber geschrieben.

Vogtland

Die Grenze, die nördlich von Hof so etwa in West-Ost-Richtung verläuft ist der Eiserne Vorhang. Hof ist in West-Deutschland und Thüringen und Sachsen sind in Ost-Deutschland, oder besser in Mittel-Deutschland. Die Grenze, die nördlich von Hof so in etwa Richtung Norden läuft, ist die Grenze zwischen Thüringen, links, und Sachsen, rechts. Rechts von Hof ist die Grenze zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Hof selbst ist in Bayern.

Die Karte selbst ist von 1998 und was damals der Eiserne Vorhang war, ist also nun die Grenze zwischen Bayern im Süden, und Thüringen im Nord-Westen, und Sachsen im Nord-Osten. Was damals die Tschechoslowakei war, ist heute Tschechische Republik, im Osten von Hof.

In der linken oberen Ecke ist also Thüringen; in der rechten oberen Ecke ist Sachsen; in der linken unteren Ecke ist Bayern, und in der rechten unteren Ecke ist die Tschechische Republik.

Das Gebiet um Plauen, wo Kalffs waren, ist also in Sachsen. Als sie dort ankamen, war Sachsen ein Land Deutschlands, so wie Preußen, wo sie herkamen, auch ein Land Deutschlands war. Als sie dort waren, erlebten sie das Ende des Krieges, und danach wurde Sachsen ein Teil von Sowjet-Deutschland. Sie wurden also von den Russen eingeholt und ihre Flucht war also, zu dem Zeitpunkt, nicht erfolgreich.

Als sie im Vogtland ankamen, war die Grenze zwischen Sachsen und Bayern nur eine Linie auf der Karte; da gab es keine physische Grenze dort. Sie hätten also einfach rübergehen oder rüberfahren können, von Sachsen nach Bayern. Als die Amerikaner sich aus Sachsen zurückzogen und die Russen einzogen, errichteten die Russen sofort eine Grenze und versuchten die Menschen daran zu hindern, aus ihrem Gebiet herauszukommen, und als Kalffs dort hingingen, konnten sie nicht herauskommen. Sie waren ziemlich niedergedrückt. Sie waren in einer Falle gefangen. Sie hatten es versäumt, zum richtigen Zeitpunkt zu gehen.

Als sie von den Amerikanern erobert wurden, war die Diktatur der Nazis für sie zu einem Ende gekommen, und da sie sich der Diktatur der Nazis nicht wirklich bewußt waren und ihr nicht wirklich Widerstand geleistet hatten, waren sie sich dieser Veränderung ihrer politischen Situation auch nicht wirklich bewußt und würdigten sie auch nicht wirklich, und als sie dann von der Diktatur von Stalin eingeholt wurden, gab es auch da wieder so gut wie keinen Widerstand und so saßen sie plötzlich in der Falle.

Das Sachsen, von dem hier die Rede ist, ist das deutsche Land Sachsen, und nicht die preußische Provinz Sachsen, die weiter nördlich ist. Die preußische Provinz Sachsen gehörte bis zu Napoleon auch zum deutschen Land Sachsen, da aber Napoleon den Krieg gegen Preußen verlor, und das Land Sachsen Napoleon unterstützt hatte, verlor das Land Sachsen den nördlichen Teil an Preußen.

Im Abschnitt 11 schreibt Luise Kalff: "Einmal versuchten wir mit einer dann zusammen über die Grenze zu gehen, es gelang uns nicht und wir kamen ziemlich niedergedruckt nach Hause."

Dies wird also wahrscheinlich die Grenze von der russischen Zone zu der amerikanischen Zone gewesen sein, also in Richtung Hof.

Luise Kalff hatte also anscheinend den Wunsch, aus der russischen Zone heraus in die Freiheit zu kommen, aber erst der Brief aus Mettingen, in West-Deutschland, wurde dann der wirkliche Anlaß, es wirklich zu tun.

Meine Mutter sagte, als wir die Elbe überquerten, "Jetzt sind wir in England." Unser Fluchtziel war Bad Salzdetfurth, das dann wirklich englisch wurde, als englische Zone. Kalffs hatten als Fluchtziel Brotenfeld. Meine Mutter hatte wohl das Gefühl, daß Bad Salzdetfurth nach dem Ende des Krieges nicht im Einflußgebiet der Sowjetunion sein würde, bei Luise Kalff war dieser Gesichtspunkt wahrscheinlich weniger bedeutsam, zwar wollte sie auch zu einem Ort weit im Westen, aber hauptsächlich ging es ihr darum, sich aus dem Kriegsgeschehen raus zu halten. In beiden Fällen wurde aber ein Ort ausgewählt, an dem man Leute hatte, die man kannte.

Bei Kalffs war es dann auch so, daß ihr Gebiet von den Amerikanern erobert wurde, und die Russen dann erst später dort hin kamen. Und von dem russischen Einfluß dort im Vogtland spürt man kaum etwas in dem Bericht von Luise Kalff. Auch als sie dann in der Altmark waren, war es eigentlich nicht anders. Erst der Brief von Mettingen änderte das. Bis dahin ging es mehr um die Schulbildung von Kurt. Und ob diese Schulbildung nun eine ganz offensichtlich atheistische sein würde á la Stalin, das wahr wohl kaum ein Gesichtspunkt.

Auf dieser Website gibt es auf der Webpage de107 ein Dokument, das der Ehemann von Luise Kalff, Johannes Kalff, geschrieben hat. Dort schreibt er am 18.11.1948, daß er von 1931 bis 1945 Pfarrer in der Kirchengemeinde Eckersdorf gewesen ist.

PfarrerJohannesKalff1933 Pfarrer Johannes Kalff 1933

PfarrerJohannesKalff1946 Pfarrer Johannes Kalff 1946

Dann steht da folgender Satz: "P. war ein treues Glied unserer Kirchengemeinde und von Beginn der Bekennenden Kirche an deren eifriges Mitglied." Und das bedeutet wahrscheinlich, daß auch der Pfarrer Kalff der Bekennenden Kirche nahestand, und nicht der Reichskirche, die Nazi-freundlich war. Er wahr also wahrscheinlich irgendwie dem Widerstand verbunden. Wie weit dies nun aber für seine Frau und den Rest der Familie gilt, ist eine andere Frage. Die beiden Söhne waren "vorwurfsvoll" gegenüber dem Ziel der Mutter, nicht das zu tun, was das Regime wollte. Und wenn man die Worte "Horst Wessel" liest, dann ahnt man Schlimmes. Und die Mutter arbeitete eng mit dem Bürgermeister zusammen, der höchstwahrscheinlich der Top-Nazi des Ortes war.

Gemäß dem Enkelsohn von Luise Kalff, Mark Schmidt, war Schikowski "Burgermeister von Eckersdorf, und 'die Rechte Hand' von Louise Kalff".

Dies brachte es wohl mit sich, daß auch der Widerstand gegen eine andere atheistisches Diktatur nicht gerade übergroß war, nicht im Vordergrund stand, sondern einfach nur die Schulbildung des Sohnes, ganz egal wie.

So war das auch bei meinen Verwandten, die wohl flüchteten, dann aber nur bis zur späteren russischen Zone kamen. Je mehr sie der ersten deutschen Diktatur naher standen, je mehr Probleme hatten sie, sich von der zweiten deutschen Diktatur fern zu halten. Einige schwangen sich dann auf, und überquerten dann die Grenze nach Westen wie Kalffs, andere aber brachten es nicht so weit, und verblieben Jahrzehnte lang in der Sklaverei.

Vergangenheitsbewältigung hat man in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg betrieben, aber nicht nach der Wiedervereinigung. Und so sind heute die Nazis das Feindbild und die Stalinisten das Vorbild. Man ist gegen die Rechtsextremen, und das, um vom eigenen atheistischen Weltbild und Weltziel abzulenken. Der Antifaschismus wird benutzt, um den eigenen Faschismus zu überdecken.

 

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Anmerkung zu 5: am selben Tag

Dies könnte also auch Montag, der 22. Januar 1945 gewesen sein.

 

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Anmerkung zu 5: Brotenfeld

Botenfeld wurde ausgesucht, wohin Kalffs gehen wollten, weil es ein kleines Dorf war, wo wohl das Kriegsgeschehen kaum dahin kommen würde. Hätten sie sich Mettingen ausgesucht, dann hätten sie sich viel Arbeit mit dem Gepäck erspart, aber Mettingen war kein kleines Dorf, und besonders auch potentiellen Luftangriffen ausgesetzt und das Überleben war damals wichtig, nicht die Vorteile einer Stadt.

Auf dem folgenden Kartenausschnitt ist Brotenfeld gezeigt und auch die erwähnten Orte Zaulsdorf und Arnoldsgrün.

Brotenfeld

 

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Anmerkung zu 6: morgens um 7 Uhr

Dies könnte also Dienstag, der 23. Januar 1945 gewesen sein, oder vielleicht ein Tag später. Das war also die Ankunft in Brotenfeld, im Vogtland. Am 27.08.1945 fuhren Kalffs dann vom Vogtland in die Altmark. Sie waren also von Januar bis August im Vogtland, also 7 Monate. In der Altmark waren sie dann vom Ende August bis zum 4. Okt., also etwas mehr als einen Monat.

 

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Anmerkung zu 6: im Sommer

Im Sommer, das war also der Sommer 1944, schickten Kalffs schon Dinge ins Vogtland. Das war also lange vor dem eigentlichen Fluchtbeginn im Winter danach. Die Planung der Flucht geschah also entsprechend der politischen Entwicklung und zeigt eine gewisse Unabhängigkeit von dem, was die Politker wollten, das es die Menschen dachten und taten.

 

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Anmerkung zu 6: inzwischen war ganz Sudostpreußen von Russen überflutet

Das war also so um den 23. oder 24. Januar 1945.

Meine Cousine Helga Wasgindt hat mir am 04.04.2019 geschrieben, daß sie am 1. Februar 1945 von Preußisch Eylau geflüchtet sei, in Richtung zugefrorenes Frisches Haff. Und Preußisch Eylau ist nördliches Ostpreußen. Am 01.02.1945 war der Russe also noch nicht in Preußisch Eylau.

 

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Anmerkung zu 10: Arnoldsgrün

Arnoldsgrün ist südöstlich von Plauen und auch südöstlich von Brotenfeld.

 

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Anmerkung zu 10: Zaulsdorf

Zaulsdorf ist südöstlich von Plauen und südwestlich von Brotenfeld.

 

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Anmerkung zu 10: Waffenstillstand

Das könnte ein örtlich begrenzter Waffenstillstand gewesen sein, aber wenn es auch nicht der allgemeine war, wird es wohl so am oder vor dem 7. May 1945 gewesen sein. Die Amerikaner sind eingerückt. Das war in Brotenfeld im Vogtland, das war in einem Gebiet, das später östlich vom Eisernen Vorhang war, also müssen sich die Amerikaner dann später zurückgezogen haben und die Russen sind dann eingezogen. Die Russen werden in Luise Kalffs Geschichte erst wieder im Oktober erwähnt, beim Grenzübergang bei Weferlingen.

 

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Anmerkung zu 11: meinem Geburtstag

Luise Kalff wurde am 05.06.1907 geboren. Ihr Geburtstag wurde also am 5. Juni 1945 gefeiert. Der Waffenstillstand mußte demnach also davor gewesen sein.

 

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Anmerkung zu 11: über die Grenze zu gehen

Das wird wohl die Grenze westlich von Brotenfeld gewesen sein, so etwa 20 km westlich von Brotenfeld. Auf der östlichen Seite der Grenze war die russische Zone, da wo Kalffs waren, und auf der westlichen Seite war die amerikanische Zone. Gleich hinter der Grenze war die Stadt Hof. Die amerikanische Zone war dort Bayern.

Auf der Karte 10 Besatzungszonen u. Postleitgebiete ist es die Stelle, wo sich drei Gebiete treffen: oben ist rot, die russische Zone, links ist grün, die amerikanische Zone, und rechts ist weiß, die Tschechoslowakei.

Kalffs waren also zu der Zeit ganz dicht am Westen dran, der Westen war nur wenige km weit weg.

Die Karte zeigt auch die Grenze zwischen "15 Thüringen" und "10 Sachsen (Bundesland)". Und auch den Unterschied von von "10 Sachsen (Bundesland)" und "19 Provinz Sachsen".

Als Kalffs danach dann vom Vogtland wegzogen und in die Altmark zogen, zogen sie vom "10 Sachsen (Bundesland)" in die "19 Provinz Sachsen". Oder von dem deutschen Land Sachsen in die Provinz Sachsen des deutschen Landes Preußen. Preußen bestand noch bis 1947.

Luise Kalff hat also ein zweites mal in ihrem Leben an einem Ort gelebt, der, als sie dort lebte, zur Falle wurde. Und sie hat es nicht bemerkt. Die erste Falle hat ihr Hitler gestellt. 1933. Bis zum Anfang des Krieges war es noch leicht möglich, dort rauszukommen, danach auch noch, aber wie hypnotisiert hat sie sich fangen lassen. Sie hat den Antichristen nicht erkannt. Und 1945 war es dann Stalin. Die Amerikaner zogen ab und die Russen zogen ein, und erst als die Russen die Grenze dicht gemacht hatten, merkte sie, was los war. Sie hat den Antichristen wieder nicht erkannt. Und so wird es am Ende sein, erst wenn sich die Erde öffnet und die Flammen herausschlagen werden die Menschen wach werden, und merken, daß sie in der Falle sitzen.

 

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Anmerkung zu 11: Altmark

Altmark, Flachland westlich der mittleren Elbe in Sachsen-Anhalt. Im Norden geht das Gebiet in das Hannoversche Wendland, im Westen in die Lüneburger Heide über. Die Landschaft zeigt ein teils ebenes, teils flachwelliges Bild mit Endmoränen und ausgedehnten Niederungen. Die Endmoränenzüge im Süden erreichen in den Hellbergen Höhen bis zu 160 Metern. Die leicht sandigen Böden werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Es werden Roggen und Kartoffeln angebaut, während in den Niederungen der Flussläufe vorwiegend Viehhaltung und Milchwirtschaft betrieben werden. In der Letzlinger und der Klötzer Heide finden sich große geschlossene Waldgebiete. Am südwestlichen Rand der Altmark liegt der 1990 gegründete, 257 Quadratkilometer umfassende Naturpark Drömling. Diese von Kanälen durchzogene Weidelandschaft ist ein ehemaliges, im 18. Jahrhundert entwässertes Niederungsmoor. Zu den wichtigen Städten der Altmark gehören Stendal, Salzwedel und Tangermünde.

 

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Anmerkung zu 13: Salzwedel

Salzwedel kann auf der Karte de406.html#2 gesehen werden. In Salzwedel hat sich also der Fluchtweg von Kalffs mit unserem Fluchtweg berührt. Wir waren am 23.03.1945 in Salzwedel.

Ein anderer Ort, durch den wir gemeinsam kamen, war Mohrungen. Und eine gemeinsame Strecke war die von Marienburg bis Dirschau, also der Weichselübergang.

 

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Anmerkung zu 15: Weferlingen

Auf der Karte de406.html#3 ist Helmstedt östlich von Braunschweig.

10 km nördlich von Helmstedt kann man Weferlingen sehen, direkt östlich der Grenze, also auf der kommunistischen Seite. Gegenüber, auf der westdeutschen Seite ist Grasleben. Die Karte ist aus dem Jahr 1998, und zeigt rechts der Grenze Sachsen-Anhalt und links der Grenze Niedersachsen. Die Bahnlinie zwischen den beiden Orten ist nicht eingezeichnet, wurde wahrscheinlich nach dem Krieg abgebaut und nach der Wiedervereinigung nicht wieder aufgebaut, vielleicht gab es keinen Bedarf. Weiter nördlich ist auch Oebisfelde zu sehen. Helmstedt war nach dem Krieg der bekannteste Ort, wo Menschen eintrafen, die vom Osten kamen, um in den West zu gelangen.

 

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Anmerkung zu 16: 4. Okt.

Hier haben wir eine Information, wann etwas geschah - der Grenzübergang bei Weferlingen. Dies ist eine der seltenen Stellen, wo ein Datum und ein Monat angegeben werden.

 

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Anmerkung zu 18: russ. Offizieren

Dies ist die erste Stelle im Bericht von Luise Kalff, wo sie davon berichtet, mit Russen in Kontakt gekommen zu sein. Dies ist eigentlich erstaunlich, denn im Vogtland und auch in der Altmark berichtet sie so etwas nicht. Das Vogtland und auch die Altmark wurden zwar von den Amerikanern erobert, aber irgendwann sind ja dann die Russen gekommen und die Amerikaner haben sich zurückgezogen.

 

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Anmerkung zu 23: Mettingen

Mettingen war das Ende der Flucht von Luise Kalff und ihrer beiden Söhne. Sie wohnten wieder in Preußen, in der Provinz Westfalen. Ihre Flucht fing also in Preußen an, in der Provinz Ostpreußen, und endete auch wieder in diesem deutschen Land.

Die Flucht fing in Eckersdorf an und endete in Mettingen. Hier ein Bild der Route. Auf dieser Karte gibt es die rot-punktierte Linie "Innerdeutsche Grenze 1945 bis 1990". Das war also der Eiserne Vorhang, der von 1945 bis 1961 noch durchläßig war, aber dann am 13. August 1961 zum Todesstreifen wurde, und der den Tod bedeutete für jeden, der ihn überqueren wollte. Er ist das Symbol des Terrors des Stalinismus und das Symbol der Gesinnung derjenigen Leute von heute, die dieses System unterstützen und das sich immer mehr ausbreitet und am Ende von fast allen Menschen unterstützt werden wird in ihrem Kampf gegen Gott. Ihr Gott-widersetzlicher Lebenswandel läßt sie gegen Gott wüten.

EckersdorfMettingen

Kalffs überquerten diese Grenze am 05.10.1945 und waren dann wohl am 06.10.1945 in Mettingen.

Eine Rückschau ergibt folgende Stationen. An einigen Stellen gibt es auch Tage und Monate. Die fett dargestellten Orte sind in der obigen Karte als Kreise dargestellt.


1 Eckersdorf, Mittwoch 17. Januar
1 Eckersdorf, Sonnabend
1 Mohrungen
3 Elbing
3 Weichselbrücken
3 Schneidemuhl
4 Kustein
4 Guben
4 Kottbus
5 Halle
5 Leipzig
5 Plauen
5 Olsnitz
5 Brotenfeld
6 Brotenfeld
7 April rückte die Front in unsere Nähe
10 Waffenstillstand
11 Altmark
12 Melmeke
14 Salzwedel, 2. Okt.
15 Brief aus Mettingen, 3. Okt.
15 Haldensleben
15 Grenzstadt Weferlingen
15 Weferlingen
15 Melmeke, 4. Okt.
16 4. Okt. Beckendorf-Öbisfelde-NeuHaldensleben
16 Öbisfelde
16 Haldensleben
16 Weferlingen
18 200 mtr. von Schlagbaum zu Schlagbaum
21 wenn wir sicher auf engl. Gebiet sind
21 der erste Grenzbaum
21 Schlagbaum
21 zum engl. Camp
22 In engl. Camp
22 Graßleben
22 Helmstedt
22 Helmstedt
22 Helmstedt
23 Osnabrück
23 Mettingen
23 Mettingen
24 Mettingen

 

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Anmerkung zu 25: 2. Grenzübergang

Hier haben also Luise Kalff und Kurt Kalff eine Reise aus dem freien Teil Deutschlands in den unfreien Teil Deutschlands, in den sowjetischen Teil Deutschlands, und dann auch wieder zurück gemacht. Das war recht dramatisch und es wird von erschossenen Menschen berichtet. Und es ging um persönlichen Besitz. Der war also wichtiger als persönliche Freiheit. Nur war das so damals, daß es nichts gab, und um an Sachen heranzukommen, wurde oft großer Aufwand betrieben.

Diese Situation der Grenzüberschreitung hielt nach dem Ende des Krieges 1945 für 16 Jahre an. Dann am 13. August 1961 wurde die Mauer gebaut, und das war in Berlin. West-Berlin, das nicht zum sowjetischen Herrschaftsbereich gehörte, wurde eingemauert. Und das war nicht, um die West-Berliner in einem Gefängnis zu haben, sondern um die Menschen in sowjetischen Teil Deutschlands in einem Gefängnis gefangen zu halten, damit sie dort nicht rauskonnten und in die Freiheit gelangen konnten. Und die Grenze des Sowjet-Imperiums nach Westen hin wurde in eine fast unüberwindlich, technisch hochentwickelte Anlage verwandelt, die es den Menschen fast unmöglich machte, sie zu überschreiten. Zur Zeit von Kalffs kam es zu Toten, nach 1961 aber hatte derjenige, der diese Grenze überschreiten wollte, eine fast hundertprozentige Gewißheit, daß er erschossen wurde.

Aber da gab es, zur Zeit von Kalffs, auch Menschen, die diese Grenze überschritten, auch von Westen nach Osten, die aber dann nicht die Absicht hatten, wieder zurückzukehren. Da gab es den Pfarrer Kasner, der zog mit seiner Familie von Hamburg, im freien Deutschland, ins Sowjet-Imperium, da er ein fanatischer Stalinist war, und das dortige Herrschaftssystem verherrlichte. Er nahm also auch seine junge Tochter mit, die später als Angela Merkel weltberühmt wurde. Er war also nicht ein Mann, der sich den politischen Umständen entsprechend in einer Diktatur wiederfand, sonder ein Mann, der ganz bewußt dort leben wollte und aus seiner Tochter eine wahre Stalinisten machte, die mit allen üblen Methoden des dialektischen Materialismus bestens vertraut ist und ausgezeichnet damit umgehen kann. Dies führte dann dazu, daß sie für Agitation und Propaganda als Führungskraft eingesetzt wurde und nun ein Geschick dafür der Welt zeigt, dagegen Joseph Göbbels ein Stümper ist.

Heute stehen Merkel und Obama als die zwei ersten Kandidaten für das Amt des Antichristen in Bereitschaft.

Es wird ein Zustand sein, wie zur Zeit der Sündflut.

Dabei werden ihnen die Mahnungen ihrer gläubigen Brüder unbequem und hinderlich sein, und darum werden letztere angefeindet werden in solchen Maßen, daß für die Gläubigen eine Notzeit anbricht um des Namens Jesu willen, weil Dessen Lehre die sündhaften Menschen zum Ziel ihrer Angriffe machen und weil jeder, der sich zu Jesus und Seiner Lehre bekennt, alles dessen beraubt wird, was ihm für sein Leben nötig ist.
B.D. NR. 5589

Die sündhaften Menschen werden die Lehren von Jesus Christus zum Ziel ihrer Angriffe machen, weil ihnen diese unbequem und hinderlich sind, und ihr perverses Leben stört.

Sie werden hetzen und aufreizende Reden führen, denn sie stehen unter dem Einfluß des Satans, der in der letzten Zeit überaus regsam sein wird.
B.D. NR. 5590

Die ganze Tendenz der veröffentlichten Meinungen geht in diese Richtung. Wenn heute jemand sich nicht diesem Diktat beugt und Leute wie Obama und Merkel anbetet, den trifft die ganze Macht der Medien. In Deutschland ist dies wohl am stärksten ausgeprägt. Die zwei atheistischen Diktaturen der Vergangenheit, haben ein Volk hinterlassen, das dem Einfluß der Atheisten nun vollkommen unterworfen ist. Das politische Konzept ist, gegen jede Form von Anti-Atheismus zu sein. Daß heute ein Politiker in Deutschland aufsteht, der einen irgendwie anti-perversen Kurs vertritt, ist fast undenkbar.

 

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Anmerkung zu 25: Gepäck

"Als wir uns ein paar Wochen ausgeruht hatten, wollten wir unser großes Gepäck — 3 gr. Kisten u 3 schweren Bücherkartons, dazu Handgepäck — holen fahren."

Gepäck wird oft erwähnt:

1 Wir ließen alle fertig gepackten Kisten und Truhen stehen und nahmen uns Koffer, Rucksäcke und eine kleine Kiste voll Lebensmittel mit.

2 Wir setzten unser Gepäck zusammen

2 Da setzten wir uns mit dem Gepäck auf den Bahnsteig, um sofort einsteigen zu können, wenn ein Transportzug durchkommen würde.

3 Endlich, endlich konnten wir einsteigen, mit dem schweren Gepäck war es sehr schwerig, aber Gottlob, wir konnten beisammen bleiben, wir drei wenigstens.

3 Die Züge, die von Königsberg her einliefen, waren schon überfüllt, aber Helfer der Bahn sorgten dann dafür, daß wir alle zusammen in einem Flüchtlingszug Platz fanden mit allen Gepäck.

3 Schnell halte ich die Jungens aus dem Wartesaal, wohin ich sie der Kältewegen geschickt hatte, und als wir gerade das letzte Gepäckstuck in Wagen hatten, und wieder alle beieinander waren, setzte sich der Zug in Bewegung.

3 Ja, da lebten die Jungens schnell wieder auf, auf den Kisten sitzend, wurde gegessen.

4 Alle Bemühungen, noch einzusteigen waren vergeblich, bis sich drei Soldaten mit unseren Gepäck beluden und uns in ein Abteil stopften.

5 Am anderen Vormittag wurden wir in Halle auf dem großen Gubenbahnhof abgesetzt, da sorgte der Spiess sehr freundlich dafür, daß sich die Soldaten mit unserem schweren Gepäcke beluden, wir trugen dafür ihr leichten Koffer.

6 Er half uns einen Schlitten für unser Gepäck besorgen und so standen wir morgens um 7 Uhr vor der Tür des Schulhauses, das nun unsere Heimat werden sollte.

6 Wir schickten im Sommer Dinge, die uns lieb und teuer waren dahin, auch Wäsche usw. So fanden wir doch schon etwas vor, als wir nach unserer beschwerlichen Flucht in Brotenfeld ankommen.

15 Zu Hause angelangt, wurde sofort der Wichtigsten gepackt, es wurde ca. 3 Uhr, Ein jeder ein paar schwere Brocken. Dann Rast, ca. 12 Uhr in Kiste u. Säcken verpackt, ließen wir in der Molkerei stehen, es sollte von Frau Wiltlanz Horn mit einem Lastauto nach Weferlingen gebracht werden, von da wollten wir ihn uns holen.

16 Am 4. Okt. früh fuhren wir mit unseren schweren Gepäck über Beckendorf-Öbisfelde-NeuHaldensleben nach Weferlingen.

16 In Öbisfelde fanden wir ein junges Ehepaar, das mit sehr viel Gepäck sich abquälten, der Mann kriegsbeschädigt. Da haben wir ein bißchen mitgeholfen beim Umsteigen u. Aufpassen aufs Gepäck, es ergab sich, daß das sehr praktisch war, da dadurch schon wieder Plätze im Zug gesichert wurden u. es sich auch besser in Gesellschaft fuhr als allein.

17 Allerdings riet unsere Gastgeber beim Blick auf unser Gepäck, wir sollten über die Hälfte dalassen u. wiederkommen, sonst würden wir bestimmt nicht überkommen. Morgens um 6 machten wir uns auf den schweren Weg, wir hatten doch alles Gepäck mitgenommen und wollten es erst mal selbst ersuchen.

18 Gott hat uns wunderbar beschützt, trotz des furchtbar schweren Gepäcks, das wir uns für 200 mtr. von Schlagbaum zu Schlagbaum tragen wollten, kamen wir ungesehen in den Wald. Hier ließen wir uns ein bißchen Zeit, um nicht außer Atem zu kommen, u. setzte öfters das Gepäck ab.

18 Und zwar bei Kurt, der in seinem Mantel so gepflegt aussah, während wir schon richtig wie Stromer aussahen. Er fand einen Kompaß, werf ihn auf die Erde u. stampfte ihn ein, dann befahl er, Koffer aufmachen, ich hatte alles Silber in kl. Handkoffer [unverschämt]. In den Augenblick kam ein Wagen mit russ. Offizieren, der Posten schrie uns an, zurück, stieß Frau Esser den Kolben in den Rücken u. wir eilten mit unserem Gepäck zurück.

19 Nachdem wir eine Weile ausgeruht hatten, beschlossen wir, weiter zu kriechen, erstmal auf allen Vieren das Gepäck rauszuschaffen u. weiter zu sehen. Ich mußte ein paar Mal hin u. her, weil es anders nicht zu schaffen war. Tapfer hielt beide Jungens mit, ohne zu jammern oder umkehren zu wollen. Als wir das letzte Mal etwas unvorsichtig waren und uns aufrichteten sahen uns die Russen und schossen hinter uns her; der Schuß ging Gottlob viel höher u. weiter ab, wir warfen uns aber sofort wieder hinter Farrenkraut in Deckung und suchten die anderen, die mit weniger Gepäck schneller voran kamen.

20 Unserer Bettensack zogen wir Bergab hinter uns her, dadurch wurde es noch schwerer, Kurt u. ich zwangen ihn kaum allein, dazu hatte jeder noch immer schweren Koffer, Kurt einen Rucksack wie von Eisen u. ich 2 Ledertaschen um den Hals gehängt. Frieder hatte den Silberkoffer u. einen bedenklich schweren Rucksack, den Kinder kamen fast die Träne vor Erschöpfung u. doch gabs keine Halt. Da haben wir das Gepäck vorgeschafft, mit Frieder stehen gelassen u. ich bin schnell nochmal zurück, um Kurt zu helfen. Immer wieder sagte ich nun betet nur, Gott kann uns die Kraft schenken, es zu schaffen.

21 Er brachte erst einen Teil der Sachen mit allen fort bis zur Hälfte des Weges, ich blieb bei dem restlichen Gepäck zurück, direkt unter mir war der erste Grenzbaum, die Russen eilten hin u. her — und haben mich nicht gesehen. Eine ganz große Ruhe u. Zuversicht war über mich gekommen, nun ich wußte, es wurde geschafft.

21 Die Frauen u. Frieder blieb dann zurück, während der Führer, die Männer u. Kurt mich holen kamen u. das restliche Gepäck.

21+22 Ich ging mit Frieder mit einem Koffer zum engl. Camp, dort bat ich mit meinem bißchen Schulenglisch 2 engl. Soldaten, uns helfen zu kommen. Schon nach ein paar Schritt stellten sie ab und waren müde, immer wieder sprachen sie mit Kurt, daß es doch nicht möglich war, allein die schwere Last zu tragen.

22 Dann kamen Ochsenwagen u. Kurt lud alles Gepäck mit den Männer auf u. fuhr damit nach Graßleben, den Berg herunter.

23 3 Handwagen voll Gepäck holten wir in 3 Etappen mit einem kl. Jungen des Probstes ab u. bekamen einen Raum in Kindergarten angewiesen. Auf 2 kl. Kinderliegestühlchen schliefen wir, nachdem wir uns gesäubert hatte u. mit heißen Kaffee, den Frau Padel selbst uns brachte, erfrischt hatten. Früh um 6 gings wieder los auf Erkundung, wir schafften das Gepäck um zu Güterbahnhof u. stellten uns dort in der ersten Reihe von 4000 Menschen auf, wir Frauen gingen Verpflegungsmarken fassen, das kostete Entlausung, dann aßen wir in einem [ill.] u. holten kalte Verpflegung ab, um 4 Uhr war alles wieder am Bahnhof zum Verladen. Das ging tadellos, Engländer gaben Order u. eine kleine [ill.] wurde verladen.

23 Der Zug nach Mettingen fuhr um 1/2 2 Uhr ab, wir fanden noch hilfreiche Hände, die uns mit tragen helfen, denn nun war es einfach nicht mehr zu schaffen.

25 Als wir uns ein paar Wochen ausgeruht hatten, wollten wir unser großes Gepäck — 3 gr. Kisten u 3 schweren Bücherkartons, dazu Handgepäck — holen fahren.

27 Da erlebt wir die 2. Enttäuschung, das Gepäck war nicht da. Wir mußten zur Altmark rauffahren, um es zu holen.

28 Der Posten an Grenzbaum wollte ein Schreiben des Kommandanten haben, aber ich hatte nicht mehr den Hut, noch einmal hinzugehen. So ging er selber, brachte der Kommandanten mit u. befahlt, alle Koffer u. Kisten aufzumachen. Kurt. u. Herr Haase mußten helfen aufzupassen, aber ehe ich es mich versah, stahlen mir der Kommandant einen Anzug u. draußen auf den Wagen stahl ein anderer Kurt den 2. Anzug. Ich kam gerade dazu, als ein anderer Russe die kostbare Geige nahmen wollte, nahm sie ihm aus der Hand u. sagte, alles kaputt, nicht Geige nehmen.

28 Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, ließen die Kisten offen u. fuhren los durch den Schlagbaum ins engl. Auffanglager.

28+29 Am selben Morgen fuhr ein Lastwagen nach Hannover, nach einem guten Trinkgeld holten die Soldaten uns die Sachen auf das Lastauto zu verstauen u. wir fuhren im ersten Schneetreiben auf den Kisten sitzend los.

29 Ein Gepäckträger half uns, die Sachen zur Gepäckannahmen zu schaffen, schnell wurde alles beschriftet u. als Begleitgut aufgegeben. Nur die großen Kisten von 3 Ztr. nahmen sie nicht an. Die mußten in einem Pfarrhaus übergestellt werden. Es war nicht einfach, in dem verschossenen Hannover eins zu finden. Die 2 Söhne des Pfarrers kamen mit u. helfen die Kisten aufladen u. nahmen sie mit nach Hause. Wir erreichten noch den Zug noch Bielefeld, übernachten dort in Wartesaal u. waren an anderen Mittag zu Hause. Nach einer Woche waren alle Kisten u. Säcke wohlbehalten angekommen. Und zu Advent fuhr Kurt allein nach Hannover, die großen Kisten umzupacken und zu holen. Er mußte sich dazu rechtschaffen durchschlagen, mit der Karre eines Eisenbahners holte er sich abends seine Kisten zur Bahn, schlief nachts in Wartesaal u. war anderen Abend wohlbehalten hier. Auch dieses Gepäckstück kamen pünktlich hier an, wann auch viel Geschirr, das in den Kisten verpackt war, kaputt war.

 

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Anmerkung zu 27: die Grenze 6 km. ab

In der Altmark werden zwei Orte genannt: Melmeke und Salzwedel. Wenn man sich die Karte ansieht, die Salzwedel zeigt: de406.html#2, dann kann man tatsächlich nördlich von Salzwedel im Abstand von fast genau 6 km die Grenze sehen. Wie also schon im Vogtland wohnten Kalffs wieder nahe der Zonengrenze, im Vogtland nahe der amerikanischen Zone und in der Altmark nahe der englischen Zone. Nördlich von der Altmark ist das Wendland und das gehörte zur preußischen Provinz Hannover, heute zum Land Niedersachsen. Das Wendland war die große Ausbuchtung Westdeutschlands hin zum Osten.

Zwei mal wohnten sie dicht an der Grenze zur Freiheit. Da hätten sie eigentlich die Möglichkeit gehabt, die Grenzsituation zu erforschen und dann eine relative einfache Art der Grenzüberschreitung wählen zu können.

 

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Anmerkung zu 28: ins engl. Auffanglager

"Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, ließen die Kisten offen u. fuhren los durch den Schlagbaum ins engl. Auffanglager."

Kalffs haben somit einen Teil von ihrem Hab und Gut von Eckersdorf in Ostpreußen nach Mettingen in Westfalen, also ins freie Deutschland, bringen können. Nicht die Möbel, aber vielleicht gehörten die sogar zum Pfarrhaus, und auch nicht das, was sie in Eckersdorf stehen ließen.

 

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Anmerkung zu 29: großen Kisten von 3 Ztr.

"Nur die großen Kisten von 3 Ztr. nahmen sie nicht an." Ein Ztr. ist ein Zentner und das sind 50 kg und das war damals und ist auch heute das gebräuchlichste Gewichtsmaß in der Größenordnung. Ein Sack von einem Zentner Gewicht ist etwas, was ein Mann handhaben kann, wenn es ein Doppelzentner ist, also 100 kg, dann ist das schon recht schwer.

Dieses Schleppen hat die Kalffs eine Menge Mühe gekostet, aber so ist das Leben, wenn man an der Materie hängt. Und ein weltliches Leben, und das schließt das Leben als Angehörige einer Sekte, einer Konfession, voll mit ein, ist eben ein Leben, das völlig der Materie gewidmet ist.

Und so ist das Leben in der Sklaverei, da muß man schleppen.

Ein Sklave betet zu Gott, daß er ihm beim Schleppen helfen möge, ein geistig Erweckter trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, d.h. nach Gottes Gerechtigkeit, und dann wird ihm alles zufallen.

Und wenn man erweckten Geistes ist, dann würde man auch danach trachten, daß die Kinder so wenig wie möglich dem atheistischen Ausbildungssystem ausgesetzt werden und daß sie in erster Linie Gott suchen, seine Gerechtigkeit.

 

 

 

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