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Den Antichristen erkennen

Wenn wir erfolgreich sein wollen, den Antichristen zu erkennen, dann werden wir uns schon bemühen müssen, schon jetzt nach ihm Ausschau zu halten, und dabei kein Gebiet unseres Lebens auszuschließen.

Wir werden also all Bereiche unseres Lebens dazu heranziehen müssen, die großen und die kleinen, und auch alle dazwischen.

Auf dieser Website haben ich diesen Gesichtspunkt des öfteren erwähnt, und bei der vorigen Webpage ging es auch wieder darum. Gerade in unserer engsten Familie, bei den Menschen, die uns so nahe stehen, haben wir eine ausgezeichnete Möglichkeit, das im Kleinen zu beobachten, was sich auch im Großen abspielt.

Bei meiner Großmutter war es das Verhalten einiger ihrer Söhne, die ihrer Mutter gegenüber den gottesfürchtigen Respekt vermissen ließen. Bei meinem Vater war es das Verhalten seines Schwagers, und somit auch das seiner Mutter und seiner Schwester, die bei ihm wohnten, und die sich dem atheistischen System der Nationalsozialisten verschrieben hatten, und wo dieser grundsätzliche Gegensatz zum völligen Bruch führte, und eben von meinem Vater richtig erkannt wurde und er also so reagierte, wie es auch in der Endzeit nötig sein wird.

Und ich selbst hatte also Gelegenheit, diese beiden Situation in meiner Familie zu beobachten, und auch die Konsequenzen, die sich einmal aus dem falschen, und zum anderen aus dem richtigen Verhalten ergaben.

Und dann hatte ich, in der Zeit meines Erwachsenenseins, die Erfahrung gemacht, die ich auf der vorigen Webpage beschrieben habe.

Es geht um Dinge wie Habgier, Disrespekt für Eltern, Manipuliersucht, schwarze Magie, und eine Menge anderer Dinge. Aber immer geht es um Verstöße gegen die ewige Ordnung. Es geht um Dinge, die nicht in Übereinstimmung mit den göttlichen Gesetzen stehen. Es ist immer diese atheistische Grundhaltung dahinter.

Als ich klein war, waren meine ersten Eindrücke recht stark von den politischen Geschehnissen um mich herum bestimmt. Das Wüten der beiden atheistischen Systeme von Stalin und von Hitler war genau da, wo auch ich war. Und so ergab es sich, daß die politische Sicht bei mir von Anfang an eine Rolle spielt.

Ich habe also immer einen Bezug gesehen, zwischen der politischen Einstellung der Menschen und der persönlichem Haltung. Wenn die persönlichen Taten von Menschen verkehrt waren, dann war damit auch immer eine verkehrte politische Haltung verbunden.

Ich kann nun auf etliche Jahrzehnte zurückblicken, und alles bestätigt immer wieder, daß die Lehren aus dem Buch der Väter sich immer wieder bewahrheiten.

Je mehr eine politische Richtung atheistisch ausgerichtet ist, je schlimmer sind die Ergebnisse einer solchen Politik, und dies ist ein Ansatz, der bei der Bewertung hilft, wo der Antichrist zu finden ist. Und der Antichrist ist immer eine solche Person, die im Gegensatz zu Gott steht.

Der ursprünglich Antichrist ist Diotrephes, aus 3. Johannes 1,9, der eine überlegene Stellung einnehmen wollte und einnahm. Und das ist auch die Einstellung aller solcher Antichristen, bis hin zum endgültigen.

Das Thema, das sich zu meiner Lebenszeit abspielte, war der Wechsel in der westlichen Welt, von dem Bestreben, atheistische Systeme zu bekämpfen und einzudämmen, hin zu dem genauen Gegenteil: wieder ein solches System zu fördern und ihm zum Sieg zu verhelfen.

Man kann es als den Kampf gegen den Antikommunismus bezeichnen.

Unsere Aufgabe ist, wenn es um die negativen Dinge des Lebens geht, solchen Dingen Widerstand zu leisten. Und solchen Widerstand zu schwächen, ist immer der erste Ansatz, dagegen vorzugehen.

Das Prinzip ist: Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er von euch fliehen. Jakobus 4,7.

Der Teufel wird immer bemüht sein, daß wir anfangen, dieses Gebot nicht voll auszuführen, es anzuknabbern.

Wenn wir anfangen, uns einem atheistisches System nicht völlig zu widersetzen, sondern Kompromisse schließen, dann hat er uns schon gewonnen.

Dies kommt klar zum Ausdruck, wenn man sich das Leben von Menschen ansieht, die gezwungen waren, sich dem politischen Einfluß auszusetzen, also dort Gefangene waren, zum Beispiel Kriegsgefangene.

John McCain ist da ein Beispiel. Der Vietkong brauchte ihn nur dazu zu bringen, die antikommunistische Haltung von John McCain etwas aufzuweichen, und Kommunismus als eine Möglichkeit in Betracht zu ziehen, und schon war der Widerstand gebrochen. Das Unterordnen unter Gott war besiegt worden.

Ich saß einmal in der Mensa in der Hardenbergstraße in Berlin und unterhielt mich mit einem Mann. Bei der Gelegenheit sagte ich zu ihm: Ich habe Sie seit einiger Zeit nicht gesehen. Wo waren Sie denn?

Er sagte mir, er sei nicht an der Uni gewesen. Ich fragte ihn dann, wo er denn gewesen sei. Er sagte mir daraufhin, er sei im Gefängnis gewesen.

Er hatte einige Jahre in Sowjetdeutschland im Gefängnis gesessen, weil er dabei geschnappt wurde, Menschen aus dieser deutschen Diktatur in die Freiheit nach Westberlin und damit nach Westdeutschland zu schmuggeln.

Am Ende seines Berichtes sagte er zu mir: Ich bin jetzt ein gebrochener Mann.

Das war in den sechziger Jahren gewesen. In den neunziger Jahren sprach mich ein Mann, auch in der Hardenbergstraße in Berlin, an und fragte mich, ob ich ihn kenne. Ich verneinte und er sagte mir, dann, wer er sei, und ich sagte ihm, daß ich mich gut an seine Geschichte erinnern kann.

Er gab mir seine Visitenkarte. Sein Name ist Hellmut Busch. Das Datum, das ich auf die Karte geschrieben habe ist 26.05.1995.

Er war ein gebrochener Mann. Die Kommunisten hatten ihn dazu gebracht, seinen Widerstand aufzugeben, nur ein bißchen, aber das genügte.

Ich sagte zu ihm, daß Menschen aus solchen Erfahrungen meistens nichts lernen und ihren Widerstand gegen totalitäre Systeme nicht aufrechterhalten. Er widersprach mir sofort und sagte mir, daß er mit solchen Menschen in Kontakt ist und nannte mir Männer, die wir beide kannten.

Herr Busch wurde nun unter Zwang dazu gebracht, seine Einstellung zu ändern. Aber die meisten Menschen tun dies schon, ohne irgendwelchen Zwang.

Wir werden Schwierigkeiten haben, den Antichristen nicht zu erkennen, und wir werden Schwierigkeiten haben, dem Antichristen nicht zu folgen, wenn wir uns jetzt schon den Menschen gegenüber so verhalten, mit denen wir im täglichen Leben zu tun haben, und die die kleinen Antichristen sind, und denen wir uns nicht widersetzen, sondern mit ihnen umgehen.

Ich habe heute, am 29. Juli 2020, einen Artikel gelesen, der das beschreibt, was ich in meinem Leben erlebt habe, und das die politische Entwicklung beschreibt, und die Menschen, die solche Antichristen sind, wie Kennedy, Brandt, Bahr, Kohl, Gabriel.

Ich bringe jetzt diesen Artikel.

Geschichte

Egon Bahrs Grundsatzrede 1963: Wandel durch Annäherung?

Sollte man auf die Feinde der Freiheit zugehen? Im Sommer 1963 hielt Egon Bahr seine wegweisende Rede über "Wandel durch Annäherung". Sie veränderte die Deutschland- und Ostpolitik von Grund auf. Eine Analyse.

Stand: 28.07.2020 | Lesedauer: 7 Minuten

Von Philip Cassier

Textchef ICON / Welt am Sonntag

In Begleitung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, steht der amerikanische Justizminister Robert Francis Kennedy am 22.2.1962 auf einer Aussichtsplattform direkt an der Berliner Mauer. Der demokratische Politiker war kurz zuvor in Berlin eingetroffen und nahm zum ersten Mal den 1961 von der DDR errichteten Antifaschistischen Schutzwall in Augenschein.

Annährung mit den Mauerbauern? Diese Frage stellten sich 1962 wohl auch Willy Brandt und US-Justizminister Robert Kennedy beim Besuch der Berliner Mauer

Die beste Methode, eine Rede vor übergroßen Erwartungen zu bewahren, besteht darin, am Anfang tiefzustapeln. Und was immer man sonst über Egon Bahr (1922-2015) sagen mag, diese Technik hat er im Sommer 1963 in Vollendung vorgeführt.

Der Sprecher von Willy Brandt, damals Regierender Bürgermeister von West-Berlin, eröffnete seine Ansprache an der Evangelischen Akademie Tutzing mit der Feststellung, lediglich "einige Bemerkungen" zum Thema Wiedervereinigung machen zu wollen.

Damit kam er als Kandidat für die Untertreibung des Jahrzehnts in Betracht: Der SPD-Politiker entwarf nicht weniger als eine neue Deutschlandpolitik, an der sich entscheidende weltanschauliche Schlachten der kommenden Jahrzehnte entzünden sollten.

Egon Bahr war der "Architekt der Ostpolitik"

Im Alter von 93 Jahre alt ist Egon Bahr gestorben. Sichtlich bewegt, spricht SPD-Chef Sigmar Gabriel über einen großen Mann der Politik. Ohne ihn wäre es nicht zur Deutschen Einheit gekommen.

"Wandel durch Annäherung" - diese Formel aus der Rede bringt noch immer manchen Sozialdemokraten ins Schwärmen und manchen Konservativen in Wallung. Im Kern ging es um eine Frage, die sich auch heute wieder stellt: Ist es legitim, als Repräsentant eines freiheitlichen Systems auf Herrscher zuzugehen, die die Freiheit verachten? Fest steht, dass Bahr für seine These, in der Annäherung an den kommunistischen Ostblock liege eine Chance für den Westen, einige rhetorische Akrobatik präsentieren musste. Ihr nachzugehen kann vor dem Hintergrund der heutigen Bedrohungen aus Peking, Pjöngjang, Moskau und Teheran nicht schaden.

"Unvoreingenommen", sagte Bahr, wolle er die Wiedervereinigungspolitik neu durchdenken. Eine wuchtige Sprachfigur, sie implizierte, dass alle, die zu anderen Schlüssen kämen als man selbst, nicht objektiv seien.

Das Manöver erschließt sich, wenn man bedenkt, dass Bahrs Gedanken 1963 gewagt waren - und diverse Voraussetzungen erfüllt sein mussten, damit er sie äußern konnte: Zum einen hatte US-Präsident John F. Kennedy zuvor unter den Schlagworten "Politik des Friedens" einen neuen Weg eingeschlagen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Dwight D. Eisenhower wollte er durch verbesserte Wirtschaftsbeziehungen Einfluss auf das Geschehen im sowjetischen Machtbereich nehmen.

Zum anderen stand zum Zeitpunkt der Ansprache fest, dass die Hallstein-Doktrin der Bundesregierung, der zufolge die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR durch Drittstaaten als "unfreundlicher Akt" gegenüber der Bundesrepublik betrachtet werden musste, weder den Mauerbau verhindert noch die Macht des Stalinisten Walter Ulbricht beschädigt hatte. Zu bedenken ist schließlich, dass Adenauers Kurs der Westbindung von Bonn aus umgesetzt wurde, Bahr dagegen hatte in West-Berlin die Konfrontation mit dem Osten stets vor Augen.

All das dürfte seine neue Herangehensweise befördert haben. Als erstes stellte Brandts Sprecher fest, die deutsche Frage könne unmöglich von den Deutschen allein gelöst werden. Als Teil des Ost-West-Konflikts sei die Beteiligung der Amerikaner und vor allem der Sowjets zwingend erforderlich. Bei der Redewendung "Deutsche an einen Tisch" handele es sich um sozialistische Propaganda.

Die Rolle Moskaus in Ostdeutschland beschönigte Bahr dabei keineswegs: "Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Sowjetunion auch heute noch ihre harte Hand auf dem deutschen Glacis hält." Wer denke, die Wiedervereinigung sei mit Ost-Berlin zu erreichen, "hängt Illusionen nach und sollte sich die Anwesenheit von 20 oder 22 gut ausgerüsteten sowjetischen Divisionen vergegenwärtigen".

Der Ansatz Kennedys und der Amerikaner ziele dagegen darauf ab, die kommunistische Herrschaft nicht zu beseitigen, sondern zu verändern. Die Schwierigkeiten, die daraus resultierten, benannte Bahr ganz klar: Die Wandlung des Ost-West-Verhältnisses, die die USA versuchen wollten, diene der Überwindung des Status quo, obwohl der Status quo zunächst nicht verändert werden solle: "Das klingt paradox, aber es eröffnet Aussichten, nachdem die bisherige Politik des Drucks und Gegendrucks nur zu einer Erstarrung des Status quo geführt hat." Die Schwierigkeiten, die Kennedys Konzept mit sich brachte, wogen damit für den SPD-Politiker nicht annähernd so schwer wie diejenigen, die der bisherige Kurs geschaffen hatte.

Es folgte ein rhetorischer Meisterzug. Bahr erläuterte, die Strategie des Wandels setze größeres Vertrauen in die eigene Stärke als die bis dahin gültige Idee, den Kommunismus zu beseitigen. Eine Aussage, die zu überprüfen gewesen wäre - doch das unterließ der SPD-Politiker wohlweislich. Ihm ging es darum, zu markieren, dass der von ihm skizzierte Glaube an die eigene Stärke den Versuch denkbar mache, "sich selbst und die andere Seite zu öffnen".

Von diesem Punkt aus leitete er nun doch zu der Aufgabe über, die den Deutschen in der bipolaren Welt zukommen könne. Aus der Erstarrung des Status quo resultierte für Bahr, dass eine Politik des Alles oder Nichts gegenüber der DDR ausscheide: "Entweder Wahlen als erster Schritt oder Ablehnung, das ist nicht nur hoffnungslos antiquiert und unwirklich, sondern in einer Strategie des Friedens auch sinnlos."

Merkwürdig an diesen Passagen erscheint, dass Bahr die harte Konfrontation mit Ost-Berlin für erledigt erklärte, aber gleichzeitig die Politik der Bundesregierung als völlig gescheitert hinstellte und damit selbst so konfrontativ wie irgend denkbar agierte. Doch brauchten diese Aussagen Schärfe, hatten sie doch den Zweck, die zentrale Behauptung des Textes vorzubereiten: Aus einer Weigerung, mit den kommunistischen Herrschern zu sprechen, konnten sich Bahr zufolge keine konkreten Verbesserungen für die Menschen in der "Zone" ergeben - einfach weil jeder Versuch der Einwirkung unterlassen werde.

"Wenn heute ein Flüchtling durch die Spree schwimmt ..."

Brandts Sprecher gab zu, dass die Kontaktaufnahme in Deutschland besonders schwierig sei, konnte aber darauf verweisen, patriotisch zu denken, weil er die 15 Millionen Deutschen im Blick hatte, die hinter dem Eisernen Vorhang lebten.

Nun hatte Bahr das Problem zu lösen, dass eine Annäherung als ein Schritt in Richtung Anerkennung der DDR gelten konnte. Er fand eine elegante Methode, indem er darlegte, in welchen Situationen der Westen die DDR faktisch schon anerkennen musste, freilich ohne es offen einzuräumen: "Wenn heute ein Flüchtling durch die Spree schwimmt und beschossen wird oder der Bus von Flüchtlingen sich in dem Slalomsystem verklemmt und auf die Menschen geschossen wird, dann geschehen doch Verbrechen, oder nicht? Aber dann darf unsere Polizei nicht zurückschießen und nichts tun, um diese Verbrechen zu verhindern. Und niemand hat bisher zu sagen gewagt, dass dies die brutalste Form der Anerkennung sei."

Bahrs Fazit lautete, unterhalb der juristischen Anerkennung des Zwangsregimes im Osten habe sich im Westen so viel eingebürgert, dass es möglich sein müsse, dies in einem "für uns günstigen Sinne zu benutzen". Von hier aus war es nur noch ein kleiner Schritt, Gespräche mit den DDR-Oberen unbedingt erforderlich erscheinen zu lassen.

Warten auf ein Wunder: "Das ist keine Politik"

Interessant ist in der Rückschau vor allem, was Bahr zum Thema Konsum zu sagen hatte: Im Osten herrsche ein Bewusstsein dafür, nicht das Warenangebot des Westens bieten zu können. Eine Verbesserung habe bereits in der Sowjetunion zu einer Entspannung der Lage geführt - und es sei nicht einzusehen, warum das in der DDR anders sein solle.

Zum Schluss unterstrich Bahr noch einmal seine Begabung als Redner: Er führte aus, wer nicht bereit sei, seinem Konzept "ohne Illusionen" zu folgen, müsse auf ein Wunder warten - "und das ist keine Politik". Es offenbart sich ein absoluter Geltungsanspruch für die eigene Position in einer unauffälligen Verpackung.

Noch immer ist es fast unmöglich, die Rede sauber einzuordnen. Das größte Hindernis besteht darin, dass sich Bahrs Worte heute nicht ohne das Wissen um die Ereignisse lesen lassen, die ihnen folgten - so ist es unmöglich, die Darlegungen ohne den Mauerfall zu betrachten. Auch die weltanschaulichen Konflikte um das Konzept und die Figur des Autors schwingen bei der Lektüre immer mit. So mussten sich die Vertreter des "Wandels durch Annäherung" oft zu Recht vorwerfen lassen, es mit der Nähe zu den Granden in Ost-Berlin und Moskau übertrieben zu haben.

Ironischerweise führte Helmut Kohl die Strategie als Kanzler in den 80er-Jahren im Grundsatz stillschweigend weiter. Viele SPD-Genossen hatten sich da schon komplett in der deutschen Zweistaatlichkeit eingerichtet. Bahr selbst sprach noch fünf Tage nach dem Mauerfall davon, eine Wiedervereinigung sei völlig illusorisch. Das wirft die Frage auf, ob es diesem Initiator des Wandels durch Annäherung je darum gegangen war, die beiden Deutschlands wieder zusammenzuführen. Endgültig entscheiden kann das niemand.

Deutlicher liegt aus jetziger Perspektive zutage: Ohne die atomare Drohkulisse des Westens hätte Bahr keine Möglichkeit gehabt, seine Ideen in Politik zu übersetzen, denn ohne diese Drohung hätte wohl niemand hinter dem Eisernen Vorhang die Notwendigkeit gesehen, sich überhaupt mit ihnen zu beschäftigen. Seiner Wortwahl zufolge war das dem Autor der Rede zumindest im Jahr 1963 noch bewusst.

Und es können einen bei der Lektüre allen inhaltlichen Ambivalenzen zum Trotz nostalgische Gefühle überkommen. Bahrs Ausführungen waren knapp, unverblümt, entschieden in der Sache und warben mit allen rhetorischen Finessen für die eigene Sichtweise. Solches Redetalent lässt sich heute in kaum einer politischen Ansprache mehr finden. Es ist erlaubt, das zu bedauern.

 

 

 

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